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Muttersprache Ladino, Arbeitssprache Deutsch

Elias Canetti war ein Literat mit vielen Facetten. Foto: dpa

»Ich bekam ein Puzzle zum Geschenk: Die farbige Karte Europas, auf Holz aufgeklebt, war in die einzelnen Länder zersägt worden. Man warf die Stücke auf einen Haufen und setzte blitzrasch Europa wieder zusammen.«

Das berichtet der Schriftsteller Elias Canetti in seiner Autobiografie. Was als Kinderspiel begann, entwickelte sich sehr schnell zum Ernstfall von Canettis persönlicher und künstlerischer Existenz. Mehr als einmal wurde während seines Lebens Europa zersägt und neu wieder zusammengesetzt. Und auch sein literarisches Werk zerfällt, wie ein Puzzle, in disparate Teile.

puzzlespiel Mit dem Bild des Puzzles versucht der Deutschlandfunk in einer »Langen Nacht« am Samstag, den 16. August, ab 23.05 Uhr, anlässlich von Canettis 20. Todestag, sich Person und Werk des Schriftstellers zu nähern: »So wie er in seinen Texten Europa seziert, auseinandernimmt und wieder zusammenfügt, soll auch aus den Puzzleteilen seiner zentralen Motive – Berühren, Einverleiben, Wachsen, Überleben und Verwandeln – das Bild Canettis und seines Werks zusammengesetzt werden.«

Elias Canetti wurde 1905 in der bulgarischen Stadt Russe als Spross einer sefardischen Kaufmannsfamilie geboren. Seine Muttersprache war Ladino. Er wuchs in Manchester und Wien auf, wo er als Kind Englisch, Französisch und Deutsch lernte, lebte später in Deutschland, Österreich, England und der Schweiz.

Deutsch war seine Arbeitssprache als Schriftsteller. Canetti verfasste Romane wie Die Blendung (1931), Dramen, die sozialpsychologische Studie Masse und Macht (1960) sowie eine mehrbändige Autobiografie (Die gerettete Zunge, Die Fackel im Ohr, Das Augenspiel). 1961 wurde ihm der Literaturnobelpreis verliehen. Elias Canetti starb im August 1994 im Alter von 89 Jahren in Zürich. ja

»Ich bekam ein Puzzle zum Geschenk«.
Die lange Elias-Canetti-Nacht. Von Sven Rücker. Deutschlandfunk, Samstag, 16. August, 23.05 Uhr

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