Hamburg

Museum gibt von Nazis geraubten Buddha-Kopf zurück

Der Buddha-Kopf stammt aus dem Besitz der Berliner Kunstsammlerin Johanna »Hansi« Ploschitzki, die 1939 in die USA emigrierte Foto: picture alliance/dpa

Nach über 80 Jahren hat ein Hamburger Museum den von den Nationalsozialisten geraubten Kopf einer Buddha-Figur an die Nachfahren der früheren Eigentümerin zurückgegeben. Er wurde 1941 beschlagnahmt und vom damaligen Museum für Völkerkunde erworben, wie das heutige Museum am Rothenbaum (MARKK) am Montag mitteilte.

Der Kopf stammt demnach aus dem Besitz der Berliner Kunstsammlerin Johanna »Hansi« Ploschitzki, die 1939 in die USA emigrierte. Er sei an die Anwälte ihrer Erben übergeben worden. »Bei den Nachkommen von Frau Share-Ploschitzki entschuldige ich mich für die Verschleierungsstrategien des Museums in den 1950er Jahren und bedaure es sehr, dass sie so lange auf Gerechtigkeit warten mussten«, erklärte Museumsdirektorin Barbara Plankensteiner.

Ploschitzkis zur Verschiffung bestimmte Besitztümer wurden laut Museum 1941 im Hamburger Hafen von der Geheimen Staatspolizei konfisziert und kurz darauf durch das Gerichtsvollzieheramt Hamburg versteigert. Das Museum für Völkerkunde erwarb über diese Versteigerung sieben ostasiatische Kunstgegenstände und fünfundzwanzig Bücher.

»Nicht identisch«

Ploschitzki, die nach Heirat in den USA den Namen Hansi Share annahm und in Los Angeles lebte, stellte 1948 über ihren Anwalt einen Rückgabeantrag, dem stattgegeben wurde. 1951 erhielt sie die im Museum befindlichen Objekte und Bücher zurück - bis auf den Buddha-Kopf.

Die Sammlerin hatte den Angaben zufolge keine Kenntnis über seinen Verbleib. Die damalige Museumsleitung habe keine aufrichtige Auskunft gegeben. Der Buddha-Kopf sei in der Korrespondenz zwischen der Wiedergutmachungsstelle der Stadt und dem Museum seinerzeit fälschlicherweise als »alter Topf« geführt worden, weshalb das Museum angeben habe, dass dieser »nicht identisch« sei.

Direktorin Plankensteiner begann 2017 mit einer Neuausrichtung des Museums und initiierte systematisch Provenienzforschung, wie es hieß. Dass es sich bei dem Buddha-Kopf um einen Fall von NS-Raubgut handelt, sei bereits 2019 deutlich geworden. Weitere Recherchen und eine Anfrage der Erbengemeinschaft hätten den Verdacht bestätigt. kna

Amulette

Erfurter Ausstellung zeigt israelische Kunst

Die Galerie Waidspeicher zeigt Werke israelischer Künstlerinnen und 555 Hamsa-Amulette aus Jerusalem. Das Motiv der Hamsa in Form einer geöffneten Hand ist im Judentum, im Islam und im Christentum gebräuchlich

von Matthias Thüsing  10.03.2026

München

Ermittlungen zu Nazi-Parole gegen Fleischhauer eingestellt

Der Kolumnist bedient sich bei einem Podcast eines Slogans der Nationalsozialisten, um damit den AfD-Nachwuchs zu kritisieren. Deshalb wird gegen ihn ermittelt - jedoch nicht besonders lang

 10.03.2026

TV-Tipp

Die Puppe mit dem Hitlergruß: Das turbulente Leben der Unternehmerin Käthe Kruse

»Ich kauf‘ Euch keine Puppen - macht Euch selber welche!« Max Kruses junge Geliebte nahm diese brüske Absage wortwörtlich und wurde berühmt. Arte zeichnet die bewegte Biografie von Käthe Kruse nach

von Manfred Riepe  10.03.2026

New York

Ben Stiller: »Krieg ist kein Film«

Immer wieder nutzt die US-Regierung bekanntes Film- oder Musikmaterial für eigene Videoclips - wohl ohne zu fragen. Jetzt beschwert sich deswegen Schauspieler Ben Stiller

 10.03.2026

Comedy

Streichelzoo mit Fischen

Die Serie »JoJo & Simha: Exploring Berlin3000« erzählt auf Social Media von drei tollpatschigen jüdischen Handwerkern der Zukunft

von Pascal Beck  09.03.2026

Women’s Asian Cup

Trump fordert von Australien Asyl für iranische Fußballerinnen

Die Spielerinnen hatten sich vor dem Anstoß im Robina Stadium geweigert, die iranische Nationalhymne zu singen

 09.03.2026

Magdeburg

Auftakt für jüdische Kultur in Sachsen-Anhalt

Ministerpräsident Sven Schulze betonte als Schirmherr die Bedeutung der Kulturtage als klares Signal der Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt

 09.03.2026

Sprache

»Wat willste?«

Die Autorin Lea Streisand hat ein Buch über den vielleicht schönsten Dialekt des Deutschen geschrieben, das Berlinerische. Ein Besuch zwischen »ick«, »icke« und »dufte«

von Katrin Richter  08.03.2026

Berlin/Los Angeles

Weimer lädt Chalamet in die Oper ein: »Kann mal daneben liegen«

Interessiert sich wirklich niemand mehr für Oper und Ballett? So findet es zumindest »Marty Supreme«-Star Timothée Chalamet. Wie der Kulturstaatsminister den Oscar-Anwärter umstimmen will

 08.03.2026