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Mit Chor und Orgel

An den 200. Jahrestag des Einzugs der Orgel in den jüdischen Gottesdienst erinnern die »Niedersächsischen Tage der Jüdischen Musik«, die diesen Monat beginnen. Andor Izsák, Direktor des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, bereist mit dem eigens dafür neu gegründeten Europäischen Synagogalchor eine Reihe niedersächsischer und anderer Städte. Auftakt ist ein Konzert am 8. März im Staatstheater Braunschweig.

1801 hatte Israel Jacobson in Seesen am Harz sein »Religions- und Industrieinstitut« gegründet, eine Ausbildungsstätte für Juden und Christen. Für die Schüler seines Instituts ließ Jacobson 1810 eine Synagoge errichten – erstmals mit einer Orgel, die zur Begleitung der gottesdienstlichen Gesänge genutzt wurde. Jacobsons Anstoß griffen in der Folge Salomon Sulzer, Louis Lewandowski und Samuel Naumbourg auf, die eine Fülle liturgischer Gesänge mit teilweise obligatorischer Orgelbegleitung komponierten. Werke dieser Komponisten bilden den Schwerpunkt der Konzertprogramme. Dazu kommen Kompositionen unter anderem von Kantor Eduard Birnbaum aus Königsberg und Alfred Roses, zur Zeit des Kantors Israel Alter Chorleiter an der Hannoverschen Synagoge. Neben den Konzerten ist eine Reihe von Begleitveranstaltungen bis Ende des Jahres geplant, vom 6. bis 8. Juli zum Beispiel ein internationales Symposium an der Hochschule für Musik und Theater Hannover zum Forschungsstand bei der jüdischen liturgischen Musik. Der Eintritt zu den meisten Konzerten ist frei, die genauen Orte und Termine bis Ende des Jahres können über das Europäische Zentrum für jüdische Musik erfragt werden.

www.ezjm.de

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