Hören

Mit Chor und Orgel

An den 200. Jahrestag des Einzugs der Orgel in den jüdischen Gottesdienst erinnern die »Niedersächsischen Tage der Jüdischen Musik«, die diesen Monat beginnen. Andor Izsák, Direktor des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, bereist mit dem eigens dafür neu gegründeten Europäischen Synagogalchor eine Reihe niedersächsischer und anderer Städte. Auftakt ist ein Konzert am 8. März im Staatstheater Braunschweig.

1801 hatte Israel Jacobson in Seesen am Harz sein »Religions- und Industrieinstitut« gegründet, eine Ausbildungsstätte für Juden und Christen. Für die Schüler seines Instituts ließ Jacobson 1810 eine Synagoge errichten – erstmals mit einer Orgel, die zur Begleitung der gottesdienstlichen Gesänge genutzt wurde. Jacobsons Anstoß griffen in der Folge Salomon Sulzer, Louis Lewandowski und Samuel Naumbourg auf, die eine Fülle liturgischer Gesänge mit teilweise obligatorischer Orgelbegleitung komponierten. Werke dieser Komponisten bilden den Schwerpunkt der Konzertprogramme. Dazu kommen Kompositionen unter anderem von Kantor Eduard Birnbaum aus Königsberg und Alfred Roses, zur Zeit des Kantors Israel Alter Chorleiter an der Hannoverschen Synagoge. Neben den Konzerten ist eine Reihe von Begleitveranstaltungen bis Ende des Jahres geplant, vom 6. bis 8. Juli zum Beispiel ein internationales Symposium an der Hochschule für Musik und Theater Hannover zum Forschungsstand bei der jüdischen liturgischen Musik. Der Eintritt zu den meisten Konzerten ist frei, die genauen Orte und Termine bis Ende des Jahres können über das Europäische Zentrum für jüdische Musik erfragt werden.

www.ezjm.de

Zahl der Woche

1:28,31 Minuten

Funfacts & Wissenswertes

 24.03.2026

Berlin

Holocaust: Ausstellung über das Mitwissen der Deutschen

Nach den beispiellosen Verbrechen der Nationalsozialisten sagten viele, das habe man nicht gewusst. Wie glaubwürdig war das? Die Topographie des Terrors in Berlin widmet sich der Frage

 24.03.2026

Sachsen

Rund 1000 Veranstaltungen zum »Jahr der jüdischen Kultur«

Unter dem Titel »Tacheles« steht in Sachsen 2026 das jüdische Leben im Mittelpunkt. Zahlreiche Akteure beteiligten sich. Das Programm wächst noch immer

von Katharina Rögner  24.03.2026

Lebende Legende

Barry Manilow kündigt erstes Studioalbum seit fast 15 Jahren an

Stilistisch soll das Werk verschiedene Richtungen verbinden – von klassischen Balladen bis hin zu Elementen aus R&B, Rock und Gospel

 24.03.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« reagiert auf Rüge des Deutschen Presserats

19 Rügen verteilt der Presserat an die deutsche Medienlandschaft. Eine davon geht an die »Jüdische Allgemeine« - wegen angeblicher gravierender Ehrverletzung eines in Gaza getöteten Journalisten

 23.03.2026

Hollywood

»Enigma Variations«: Aaron Taylor-Johnson übernimmt Hauptrolle in neuer Serie

Im Zentrum der Handlung steht eine Figur namens Paul, deren Leben durch verschiedene Beziehungen geprägt wird. Die Geschichte beleuchtet Fragen von Identität, Begehren und Liebe

 23.03.2026

Filmklassiker auf der Bühne

Premiere in Hamburg: »Zurück in die Zukunft« als Musical

In den 1980er-Jahren war der Film ein Riesenerfolg. Als Musical feierte die Komödie am Wochenende in Hamburg Premiere. Bob Gale, der jüdische Co-Autor der Filmtriologie, schrieb das Musical

 23.03.2026

Jubilar

»Mikrofon für die Seele«: Klezmer-Musiker Giora Feidman wird 90

Giora Feidman hat die jüdische Klezmer-Tradition in den Konzertsaal gebracht. In einfachen Liedern findet er große spirituelle Tiefe. Mit seiner Musik will der Klarinettist Menschen verbinden – und pflegt bei seinen Konzerten ein bestimmtes Ritual

von Katharina Rögner  23.03.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Mit Fran Lebowitz und Larry David in der Ringbahn – ein Traum

von Katrin Richter  22.03.2026