Fernsehen

Michel Friedman startet neue Talkshow

TV-Moderator Michel Friedman Foto: dpa

Fernsehen

Michel Friedman startet neue Talkshow

Die erste Folge zeigt der Nachrichtensender »Welt« am Samstag

 16.04.2021 14:08 Uhr

TV-Talker Michel Friedman macht sich angesichts der Corona-Krise Sorgen um die Bundesrepublik. »Eine Krise muss anders gemanagt werden als «normaler» Alltag. Das ist nicht der Fall«, sagte der Moderator der Deutschen Presse-Agentur vor der ersten Ausgabe seiner neuen Talkshow »Open End« beim Nachrichtensender »Welt«.

»Es entsteht der Eindruck, dass Politik zu viel mit sich selbst und der anstehenden Bundestagswahl als mit dem Bewältigen der Pandemie zu tun hat«, fügte Friedman hinzu. Dies könne »unserer Demokratie kurz- und langfristig Schaden zufügen«. Wer nächste Kanzlerin oder nächster Kanzler wird, tippt Friedman (65), seit 1983 CDU-Mitglied, lieber nicht. »Ich bin von Berufswegen nicht Wahrsager, sondern Journalist.«

Das Thema der ersten »Open End«-Ausgabe lautet »Wut«. Gäste sind die Schriftstellerin Thea Dorn, der Fernsehjournalist Michel Abdollahi und der Soziologe Heinz Bude. Die Anfangszeit an diesem Samstagabend (17.4.) ist mit kurz nach 23 Uhr klar, das Ende ist jedoch offen.

Der Publizist und Anwalt Friedman sagte zum Thema »Wut«: »Ich bin nicht wütend.« Er sei aber in der Pandemie »beunruhigt und verärgert«. »Zu viele Fehler sind von zu vielen Verantwortlichen in der Politik gemacht worden. Die Unentschlossenheit der Politik, die Tatsache, dass jetzt Versäumnisse vieler Jahre noch deutlicher werden, aber trotzdem immer noch nicht effektiv gehandelt wird, wird in der politischen Debatte der nächsten Monate, spätestens wenn die Pandemie-Krise bewältigt sein wird, heftig zu diskutieren sein.«

In der Coronakrise gebe es ein »Bedürfnis nach intensiven Gesprächen, nach Argumentation und Reflexion«, so Friedman. »Bei «Open End» nehmen wir uns die Zeit, substanzielle Gespräche zu führen. Es geht um gegenseitige Neugier, um das Interesse an der Meinung des Gegenübers und die Auseinandersetzung damit.« Er freue sich, dass sein Sender dieses Experiment mit ihm wage.

»Um was es geht, ist, dass unterschiedliche Positionen mit Argumenten im Wettbewerb zueinander stehen, und dass ich als Gastgeber diesen Wettbewerb ermögliche«, sagte Friedman. »Nicht die Polemik, nicht das populistische Argument, sondern das Nachdenkliche sollte im Vordergrund stehen.« dpa

Berlinale-Film

Special Screening: David Cunio in Berlin erwartet

Das Kino Babylon zeigt vier Monate nach der Freilassung der israelischen Hamas-Geisel eine neue Fassung des Films »A Letter To David«

von Ayala Goldmann  12.02.2026

Meinung

Schuld und Sühne?

Martin Krauß irritiert der Umgang mancher Medien mit dem »Dschungelcamp«-König Gil Ofarim

von Martin Krauß  12.02.2026

Kulturkolumne

»Konti: Mission BRD«

Meine Bewältigung der Einwanderung nach Deutschland: Wie ich als Immigrant ein Brettspiel entwickelte

von Eugen El  12.02.2026

Hollywood

Rachel Weisz spielt in Neuauflage von »Die Mumie« mit

Beim dritten Teil hatte die Schauspielerin eine Mitwirkung abgelehnt, da sie das Drehbuch nicht überzeugt hatte. Auf den neuesten Film müssen Fans noch etwas warten

 12.02.2026

Erfurt

Jüdische Kulturtage mit mehr Sichtbarkeit in Israel

Dank eines gewachsenen Netzwerks erwarten die Organisatoren von Thüringens größtem jüdischen Festival zahlreiche Künstler aus Israel

 12.02.2026

Filmfestspiele

Was die Berlinale diesmal bietet

Wieder läuft keine israelische Produktion im Wettbewerb. Dafür finden sich viele jüdische und israelische Perspektiven im gesamten Programm

von Sophie Albers Ben Chamo  11.02.2026

Berlinale

»Wir wollen die Komplexität aushalten«

Wenn die Welt um einen herum verrücktspielt, helfen nur Offenheit und Dialog, sagt Festivalchefin Tricia Tuttle

von Sophie Albers Ben Chamo  11.02.2026

Meinung

Oliver Pochers geschmacklose Witze über Gil Ofarim

Der Comedian verkleidet sich auf Instagram als Ofarim und reißt Witzchen über die Schoa. Während echte Komiker Humor stets als ein Mittel nutzen, um sich mit den Schrecken und Abgründen dieses Verbrechens auseinanderzusetzen, tritt Pocher nur nach unten

von Ralf Balke  11.02.2026

Nachruf

Israels verkanntes Musikgenie

Unser Autor hörte Matti Caspi schon als Kind bei einem Konzert im Kibbuz. Eine persönliche Erinnerung an den Sänger und Komponisten, der mit 76 Jahren an Krebs gestorben ist

von Assaf Levitin  11.02.2026