Berlin

Mandolinen, Gitarren und Balalaikas

Semmy Stahlhammer

Als die »Stahlhammer Klezmer Band« 1920 im polnischen Krasnik gegründet wurde, bestand sie aus Musikern mit Mandolinen, Gitarren und Balalaikas.

Weitere Mitglieder des Familienensembles spielten Geige, Cello, Kontrabass, Mundharmonika, Trompete und Schlagzeug, darunter Semmy Stahlhammers Großvater und Onkel. Hauptsächlich bestand das Repertoire der Band aus traditioneller jüdischer und osteuropäischer Tanzmusik.

Nach dem Einmarsch der Nazis in Polen 1939 wurden die Krasniker Juden in Vernichtungslager verschleppt und dort ermordet, darunter auch nahezu alle Orchestermitglieder.

GEIGEN Seit einigen Jahren knüpft Semmy Stahlhammer mit dem Stahlhammer Klezmer Classic Trio an die alte Familientradition an. Der vielseitige Musiker, der jahrelang als Erster Konzertmeister der Königlichen Schwedischen Oper tätig war, als Dozent am Stockholm Royal Music College unterrichtete und mehrere Festivals kuratierte, tritt mit der Musik seiner Vorfahren seitdem bei Festivals, in Kammermusiksälen und Synagogen in ganz Europa, den USA und Kanada auf. In seinem Atelier in Stockholm restauriert er alte Geigen.

2010 veröffentlichte Semmy Stahlhammer Codename Barber, ein Buch über die Geschichte seines Großvaters, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Während des Konzerts wird der Musiker kurze Passagen daraus vorlesen.

Das Konzert mit dem Stahlhammer Klezmer Classic Trio (Schweden) findet am 12. September um 19 Uhr im Prachtwerk, Ganghoferstr. 2, in Berlin-Neukölln statt.

Wir verlosen 2x2 Freikarten. Bitte schreiben Sie bis Donnerstag (12.9.19) 8 Uhr eine E-Mail mit Ihrem vollständigen Namen und den Betreff »Konzert Semmy Stahlhammer« an verlag@juedische-allgemeine.de

Interview

»Er war charmant streng«

Michael Wolffsohn über sein persönliches Verhältnis zu Marcel Reich-Ranicki, Ruhestörer und eine denkwürdige Streitschlichtung durch den Literaturkritiker

von Philipp Peyman Engel  02.06.2020

Film

Streaming hat in der Krise geholfen

Produzent Martin Moszkowicz: »Die Menschen wollen unbedingt wieder ins Kino«

 02.06.2020

»Die unsichtbare Frau«

Verborgensein und Aufbegehren

Eine neue Ausstellung im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben befasst sich mit Weiblichkeit

 01.06.2020

Musik

16 Stunden am Flügel

Igor Levit beendet Klavier-Marathon. Mit dem Auftritt wollte er auf die Notlage der Künstler aufmerksam machen

 01.06.2020

Streaming-Dienst

»Unorthodox« ist Netflix-Hit

Die Miniserie zählt zu den größten Erfolgen dieses Jahres in Deutschland

von Gregor Tholl  01.06.2020

Akademie der Künste

John-Heartfield-Retrospektive in Berlin

Mehr als 300 Exponate wie Montagen, Plakate und Filme sind zu sehen

 01.06.2020

Corona-Proteste

Mit »Judenstern« und Häftlingsanzug

Verschwörungsmythen bieten einfache Antworten. Und greifen oft auf alte Feindbilder zurück. Eine Analyse

 31.05.2020

Glosse

Der Rest der Welt

Wie mir Fahrradfahren dabei hilft, den Menschenfreund in mir zu entdecken

von Margalit Edelstein  31.05.2020

Jim Dratwa

»Der Ethiker sind Sie selbst«

Der Philosophieprofessor über Fürsorge in Zeiten der Pandemie, Solidarität innerhalb der Europäischen Union und Inspiration durch jüdische Feiertage

von Michael Thaidigsmann  31.05.2020