Marbach

Literaturarchiv erwirbt Sammlung von Schriften Lasker-Schülers

Else Lasker-Schüler (1869–1945) Foto: dpa

Zum 150. Geburtstag von Else Lasker-Schüler kann das Literaturarchiv Marbach seine Handschriftensammlung der Dichterin um eine bislang wenig bekannte Sammlung ergänzen. Die Stücke stammen nach Angaben des Archivs aus dem Besitz des Verlegers, Kunsthistorikers und Schriftstellers Franz Glück (1899–1981), dessen umfangreiche Bibliothek sich bereits seit 1982 in Marbach befindet.

Das nun erstandene Konvolut umfasst Briefe, Postkarten und ein Telegramm an Glück und seine Frau Hilde, außerdem einen Fahnenabzug »Konzert« von Lasker-Schüler.

forschung »Die Handschriften der großen deutschen Lyrikerin sind leider in aller Welt verstreut«, sagte der Leiter des Marbacher Handschriftenarchivs, Ulrich von Bülow, am Montag. »Wir betrachten es als eine unserer Aufgaben, so viel wie möglich zu sammeln und der Forschung zur Verfügung zu stellen.« Mit dem korrigierten Fahnenabzug und einem empörten Brief an den Lektor lasse sich zudem die Entstehungsgeschichte des Gedichtbandes »Konzert« zum ersten Mal genauer rekonstruieren.

»Ich frage Sie, wie schöpfen Sie den Mut, meine Gedichte corrigieren zu wollen?«

Teil der Sammlung ist ein Schreiben Lasker-Schülers (1869–1945) an den Verleger Glück, in dem sie ihm in harschen Worten vorwirft, ihre Gedichte korrigiert zu haben. »Es geben Taktlosigkeiten, die mich weit schwerer berühren wie Verbrechen«, heißt es darin. »Ich frage Sie, wie schöpfen Sie den Mut, meine Gedichte corrigieren zu wollen?«

repressionen Lasker-Schüler wurde 1869 als Tochter eines jüdischen Bankiers in Elberfeld – heute ein Stadtteil von Wuppertal – geboren. Die extravagante Künstlerin machte sich einen Namen als führende expressionistische Dichterin in Berlin. Nach Repressionen der Nazis 1933 emigrierte sie in die Schweiz und später nach Palästina. 1945 starb sie in Jerusalem.

Im Deutschen Literaturarchiv werden Literatur und Philosophie seit 1750 bis hin zur Gegenwart verwahrt.  dpa

Paris

Berührend: Was seine Tochter dem »Asterix«-Schöpfer schreibt

Millionen kennen René Goscinny wegen »Asterix«. In »Das Klimpern der Schlüssel« schreibt ihm seine Tochter Anne als Erwachsene einen Brief. Daraus entstand ein berührendes Buch, nun auch auf Deutsch

von Sabine Glaubitz  03.08.2026

Singapur

»Massive Attack« bekommt wegen Palästina-Flagge ein Einreiseverbot

Die Frontmänner der britischen Band hatten die Fahne bei einem Konzert hochgehalten

 03.08.2026

Social Media

Wegen eines hebräischen Wortes: Ronaldo-Partnerin bekommt unzählige Hass-Kommentare

Georgina Rodríguez postete ein Bild von ihr und Ronaldo auf Mallorca und benutzte dabei ein einziges Wort Hebräisch. Die hämischen Kommentare ließen nicht lange auf sich warten

 03.08.2026

London

Nach Pro-Israel-Song: Boy George kündigt seinem Plattenlabel-Manager

Die Hintergründe

 03.08.2026

Programm

Kultursommer, Führungen und Einstein vs. Hawking: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 31. Juli bis zum 6. August

 02.08.2026

Gesprächsband

Jenseits der Dogmen

Daniel Cohn-Bendit, säkularer und linker Jude, blickt in »Erinnerungen eines Vaterlandslosen« auf ein spannendes Leben

von Marko Martin  01.08.2026

Rezension

Von Gottesmördern und »Genozid«

Renommierte Autoren wie Eva Illouz und Jeffrey Herf wenden sich in einem Sammelband gegen die Umdeutung des 7. Oktobers

von Therese Klein  01.08.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Koschere Küsse und gebrochene Herzen: Jüdische RomCom mit Tiefgang

von Margalit Edelstein  01.08.2026

Medizin

Blutprobe ohne Nadel

In einer israelischen Studie analysiert Künstliche Intelligenz feinste Gefäße im Auge. Das Verfahren könnte Tests sogar ohne Labor ermöglichen

von Sabine Brandes  01.08.2026