Musik

Le Métèque

Georges Moustaki (1934–2013) Foto: dpa

In seinem wohl berühmtesten Chanson, Le Métèque, sang Georges Moustaki von seiner »Fresse eines Kanaken und wandernden Juden mit griechischen Wurzeln«. Das beschrieb in der Tat seinen familiären Hintergrund.

1934 als Youssef Mustacchi im ägyptischen Alexandria geboren – dorthin waren seine Eltern Nessim und Sara aus dem griechischen Korfu gezogen, wo sie als Nachfahren italienischer Juden gelebt hatten –, wuchs er mit Italienisch als Umgangssprache zu Hause auf. Auf der Straße redete er Arabisch, in der Schule, einem französischen Lycée, in das die Alexandriner Juden bevorzugt ihre Kinder schickten, natürlich Französisch.

Wie so viele Auslands-Frankofone zog es den jungen Mann nach Paris. Dorthin ging er nach seinem Baccalauréat 1951 und arbeitete zunächst im Buchladen eines Onkels, später als Kulturkorrespondent für ägyptische Zeitungen. In seiner Freizeit komponierte er Lieder auf der Gitarre und hing in Musikcafés herum, wo er sich mit einem anderen jungen Musiker anfreundete, Georges Brassens. Ihm zu Ehren änderte Moustaki seinen Vornamen von Youssef in Georges.

edith piaf Den Einstieg in die Pariser Chansonszene verdankte Moustaki aber dann nicht Brassens, sondern einer anderen Ikone der französischen populären Musik. 1958 lernte er Edith Piaf kennen. Er schrieb für sie einige ihrer erfolgreichsten Lieder und begleitete sie nicht nur auf der Bühne: Ein Jahr lang waren die beiden ein Paar, trotz des Altersunterschieds von 20 Jahren. Auch für andere Größen der französischen Musik komponierte und textete Moustaki Hits: Yves Montand, Barbara, Melina Mercouri und Serge Reggiani gehörten zu seinen Kunden.

Nur der Mann im Hintergrund zu sein,reichte ihm jedoch auf Dauer nicht. Er wollte selbst ins Rampenlicht. Mit 35 Jahren kam 1969 endlich der Durchbruch mit Le Métèque, das nicht nur in Frankreich wochenlang die Hitparaden dominierte. Es folgten zahlreiche weitere Hits und Konzerte weltweit.

An diesem Mittwoch, den 23. Mai, ist Georges Moustaki im Alter von 79 Jahren nach langer Krankheit in Nizza gestorben.

Ausstellung

Landesmuseum Mainz zeigt jüdisches Erbe von Rheinland-Pfalz

Die erhaltenen Spuren der mittelalterlichen jüdischen Gemeinden von Speyer, Worms und Mainz sind schon seit 2021 offiziell Weltkulturerbe. Nun rückt auch das Landesmuseum Mainz das Judentum in Rheinland-Pfalz stärker in den Blickpunkt

 14.01.2026

Fernsehen

Dschungelcamp 2026: Gil Ofarim soll Rekord-Gage kassieren

Der 43-jährige Sänger bekommt laut »Schlager.de« für seine Teilnahme an der in Australien gedrehten Show mehr Geld als je ein Teilnehmer zuvor

 14.01.2026

Potsdam

Zentrum für Jüdischen Film geplant

Die Gründungsveranstaltung soll am 4. März dieses Jahres stattfinden

 14.01.2026

Programm

Lesung, Führung, Erinnerung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 15. Januar bis zum 22. Januar

 14.01.2026

Berlin

»Wie es wirklich war«: Schoa-Überlebende als Hologramme  

Wie es mit dem Erinnern an die NS-Verbrechen weitergeht, wenn diejenigen, die aus erster Hand berichten können, nicht mehr da sind, wird bei einer Konferenz in Berlin erörtert

von Leticia Witte  14.01.2026

Wissenschaft

Studie: Gedanken an andere Partner sind kein Treuebruch

Eine neue Studie der Universität Tel Aviv stellt gängige Vorstellungen von Monogamie und Treue grundsätzlich infrage

 14.01.2026

Comedy-Legende

Don Rickles: Meister der Beleidigungen

In diesem Jahr wäre der große Stand-Up-Comedian 100 Jahre alt geworden. Seine Spezialität: Er zog sein Publikum durch den Kakao

von Imanuel Marcus  14.01.2026

Zahl der Woche

Platz 28

Fun Facts und Wissenswertes

 13.01.2026

Erinnerungskultur

Bund fördert Projekte zu NS-Zeit und deutscher Teilung

Der Bund fördert in den kommenden Jahren neue Projekte in Gedenkstätten

 13.01.2026