TV-Tipp

»Kubrick erzählt Kubrick«

Stanley Kubrick Foto: imago images/Mary Evans

Die Bilanz klingt erst einmal bescheiden. Nur 13 Filme hat der 1928 in New York geborene und 1999 nahe London verstorbene Stanley Kubrick, der aus einer jüdischen Ärztefamilie stammte, in rund 40 Jahren geschaffen.

Doch wenn es um ihre Rezeption geht, dann überschlagen sich die Superlative. Mit Uhrwerk Orange hätte er den wohl besten Film über Großstadtgewalt gedreht, mit 2001: Odyssee im Weltraum den Klassiker überhaupt im Science-Fiction-Genre, und Shining sei ein einzigartiger Horrorfilm, so die Kritiker. Auch als Perfektionist war Kubrick so berühmt wie berüchtigt, davon können Nicole Kidman und Tom Cruise gewiss ein Lied singen – schließlich dauerte es fast rekordverdächtige 400 Drehtage, bis der Meister mit Eyes Wide Shut zufrieden war. Unzählige Male mussten Szenen wiederholt werden.

Medien Zugleich galt Kubrick stets als Howard Hughes des Kinos. Wie der legendäre und mysteriöse Multimillionär war auch er immer sehr verschwiegen im Umgang mit den Medien, weigerte sich, über seine Filme oder Person etwas preiszugeben. Nur gegenüber einem einzigen Journalisten, dem Franzosen Michel Ciment, hat er sich in Gesprächen ein wenig geöffnet. Dessen Aufzeichnungen liefern nun das Material für Kubrick erzählt Kubrick, eine neue Dokumentation über den Ausnahme-Regisseur, die in der ARTE-Mediathek abrufbar ist.

»Natürlich war die Fotografie für mich der erste Schritt in Richtung Film«, erläutert darin Kubrick unter anderem seine geradezu obsessive Beschäftigung mit der Beleuchtung, den richtigen Objektiven oder der Bildkomposition. »Denn wie soll man einen Film drehen können, wenn man keine Ahnung von Fotografie hat?«
Überraschend ist ebenfalls die teils selbstironische, teils sehr offene und lockere Art, wie Kubrick beispielsweise über sein Erstlingswerk Furcht und Begierde spricht, das der Regisseur als 23-Jähriger zusammen mit dem gleichfalls noch juvenilen Dramatiker Howard Sackler drehte. »Das war ein absolut arrogantes und respektloses Drehbuch, ein einziger undramatischer Pfusch.« Auch war ein klein wenig Hybris im Spiel: »Wir hielten uns für Genies.«

Ob melodramatisch, Enttäuschung oder Spiegelbild der eigenen Lebensphilosophie – über das knifflige Problem, wie man einen Film vernünftig zu Ende bringt, verrät der Regisseur ebenfalls eine Menge. Deshalb lohnt sich das Anschauen der Ende November 2021 mit einem Emmy ausgezeichneten Dokumentation nicht nur für ausgesprochene Kubrick-Fans.

Die Dokumentation »Kubrick erzählt Kubrick« ist noch bis zum 26. Januar in der ARTE-Mediathek zu sehen.

Thüringen

Doppelkonzert eröffnet Jüdisch-Israelische Kulturtage

Nach stornierten Flügen gelingt dem israelischen Sharon-Mansur-Trio aus Haifa doch noch die Anreise nach Deutschland. Jetzt starten die Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen gemeinsam mit israelischen und iranischen Künstlern

 04.03.2026

Berlin

Tricia Tuttle bleibt Berlinale-Chefin

Die Amerikanerin muss sich allerdings an Auflagen halten

 04.03.2026

Shkoyach!

Eine Begegnung vor dem Krieg Oder Frieden. Schalom. Saleh.

Die Mullahs mit ihrem rasenden Hass auf Israel als Staatsdoktrin haben bei vielen Iranern genau das Gegenteil bewirkt. Eine Begegnung vor dem Krieg

von Sophie Albers Ben Chamo  04.03.2026

Lebende Legende

Wolf Biermann feiert 90. Geburtstag mit drei Festkonzerten

Vor 50 Jahren wurde der Liedermacher aus der DDR ausgebürgert. Zudem feiert er seinen 90. Geburtstag. Mit Konzerten blickt er auf ein bewegtes Leben voller Musik und politischer Haltung zurück

 04.03.2026

Berlin

Nächste Krisensitzung: Wie geht es weiter bei der Berlinale?

Lebhaft wurde in den vergangenen Tagen über die Zukunft des Filmfestivals und Intendantin Tricia Tuttle diskutiert. Nun trifft sich der Aufsichtsrat erneut

 04.03.2026

Programm

Kleine Großstadtdektive, ein musikalischer Golem und Gespräche: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 5. bis zum 12. März

 03.03.2026

Kult-Comics

80 Jahre Lucky Luke: Der Cowboy mit dem smarten Pferd

Zwar trägt Lucky Luke keinen Davidstern. Der jüdische Autor René Goscinny trug aber entscheidend zum Witz und dem großen Erfolg der Serie bei

 03.03.2026

Berlin

Tuttle will bei Berlinale bleiben - ist der Streit vorbei?

Die US-Amerikanerin Tricia Tuttle leitet das renommierte Filmfestival seit 2024. Nach Vorwürfen und Kontroversen legt sie sich fest: Sie will weitermachen. Aber längst nicht alle Fragen sind geklärt

von Verena Schmitt-Roschmann, Sabrina Szameitat  03.03.2026

Berlin

Weimer: »Auf gutem Weg« zu zukunftsfester Berlinale

Die US-Amerikanerin Tricia Tuttle will Leiterin des Filmfestivals bleiben. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien reagiert knapp

 03.03.2026