Museum

Jugend, greif zur Tora!

Bible Lands Museum in Jerusalem Foto: Flash 90

Warum wird das meistverkaufte aller Bücher, die Bibel, so wenig gelesen? Diese Frage hat sich das Bible Lands Museum in Jerusalem aus Anlass einer Ausstellung zu den ältesten Bibelabschriften bis zur ersten gedruckten Gutenberg-Ausgabe gestellt. Das Smith-Institut führte hierzu im Auftrag des Museums eine Umfrage durch. Ergebnis: Die überwiegende Mehrheit der jüdischen Israelis hat zwar ein Exemplar der Bibel im Haus. Doch seit ihrem Schulabschluss hätten sie die nicht mehr aufgeschlagen.

Im vergangenen Jahr hat die amerikanische Bibel-Gesellschaft in einer ähnlichen Umfrage herausgefunden, dass der durchschnittliche christliche Haushalt in den USA sogar vier Bibeln besitzt. Doch die Hälfte der Befragten habe niemals darin gelesen oder sich bestenfalls ein- oder zweimal im Jahr mit Bibeltexten auseinandergesetzt. Lediglich 13 Prozent der Christen lesen täglich im Buch der Bücher.

Verwurzelt »Biblischer Analphabetismus ist weniger eine Frage des Glaubens als vielmehr eine Angelegenheit des Selbstverständnisses«, meint Amanda Weiss, Direktorin des Jerusalemer Museums. Sie stellt sich die Frage, wie Juden und Christen gemeinsam globale Probleme lösen könnten – als Glaubensgemeinschaften, die beide in den biblischen Texten verwurzelt seien –, ohne ihre jeweilige Geschichte zu kennen. »Wie können wir uns noch Volk des Buches nennen, wenn wir nie darin lesen?«, fragt Weiss.

Das Museum veranstaltet deshalb auch ein Seminar zum Thema. Dabei sollen Rabbiner Shlomo Riskin und die Pastorin Rebecca J. Brimmer, Leiterin des Vereins »Brücken für den Frieden«, erkunden, warum die heutige Generation so wenig motiviert zu sein scheint, die Heiligen Schriften zu lesen. Es soll nach Möglichkeiten gesucht werden, bei jungen Leuten die Lust zu wecken, nach der Bibel im Bücherregal zu greifen.

Forum

Leserbriefe

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Texten der Jüdischen Allgemeinen

 10.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

 10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Berlin

733 Tage, 2 Stunden und 35 Minuten

Eine Ausstellung im Paul-Löbe-Haus erzählt von Verlust, Hoffnung und bleibenden Folgen in der Zeit zwischen dem 7. Oktober und dem Abkommen zur Freilassung der Geiseln

von Pascal Beck  09.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

München

Simon Rattle bleibt bis 2033 Chef des BR-Symphonieorchesters

»Symphonischer Hoagascht« oder »Singen mit Sir Simon« hießen Projekte, die Sir Simon Rattle eingeführt hat. Die Arbeit mit dem Symphonieorchester des BR und seinem Chor sagt dem Chefdirigenten zu. Er hat nun verlängert

von Barbara Just  08.10.2026

Adania Shibli

Plattitüden in Romanform

Auch das zweite auf Deutsch erschienene Buch der palästinensischen Autorin weist einen holzschnittartigen Charakter auf

von Enno Stahl  08.10.2026

Prag

Spätes Debüt

Der Schriftsteller Eli Beneš gilt als bekannteste literarische Stimme der Juden in Tschechien. Sein Roman über einen Schoa-Überlebenden machte ihn zum preisgekrönten Autor. Eine Begegnung

von Kilian Kirchgeßner  08.10.2026

Literatur

»Es gibt zwei Seiten«

Zur Frankfurter Buchmesse ruft die israelische Autorin Orna Landau gegen den Boykott von Büchern auf: »Entscheidet euch für Wissen«

von Ayala Goldmann  08.10.2026