Fernsehen

»Jahrhundertzeugen - Leon Weintraub« am 27. Januar im TV

Leon Weintraub Foto: picture alliance/dpa

Er ist einer der letzten Überlebenden der Shoah: Der am 1. Januar 1926 in Lodz geborene Dr. Leon Weintraub. Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs er mit seiner Mutter und vier älteren Schwestern in ärmlichsten Verhältnissen auf. 1940 wurde die Familie Weintraub von den Nationalsozialisten in das Ghetto Litzmannstadt (Lódz) zwangsumgesiedelt.

Schon hier musste der damals 14-jährige Leon Zwangsarbeit leisten. Im August 1944 wurde Weintraub dann ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, wo er nur knapp der Ermordung durch die Nazis entging. In der Folge überlebte er mehrere Konzentrationslager und erlangte erst im April 1945 seine Freiheit zurück.

Anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages am 27. Januar 2026 zeigt phoenix die nunmehr zehnte Folge seiner Reihe »Jahrhundertzeugen«, die die dramatischen Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden als Graphic-Novel-Erzählung dokumentiert.

Lesen Sie auch

Leon Weintraub berichtet in seinem Jahrhundertzeugen-Gespräch auf anschauliche und ergreifende Weise von der Entmenschlichung durch die Nationalsozialisten. Als Zeitzeuge des schier Unvorstellbaren setzt er sich seit Jahrzehnten für die Aufklärung über den Holocaust und gegen Antisemitismus sowie Menschenverachtung ein. Unter anderem veröffentlichte er 2022 seine Memoiren unter dem Titel: »Die Versöhnung mit dem Bösen: Geschichte eines Weiterlebens.«

Wie in allen Folgen zuvor, bildet das Zeitzeugeninterview die Grundlage für die zweite Ebene des Gesprächsformates: Ebenso wie in den ersten neun Folgen haben auch hier die beiden renommierten Illustratoren und Graphic-Novellists Reinhard Kleist und Matthias Lehmann in Zusammenarbeit mit dem Autor viele Szenen der mündlichen Erzählung Leon Weintraubs zeichnerisch respektvoll und mit Zustimmung des Zeitzeugen umgesetzt und szenisch animiert.

So ist eine beeindruckende und bewegende Oral-Graphic-Biography des Jahrhundertzeugen Leon Weintraub entstanden, der auch im Alter von inzwischen 100 Jahren weiter gegen das kollektive Vergessen und gegen einen neu aufkommenden Antisemitismus kämpft.

»Jahrhundertzeugen - Lein Weintraub« von Martin Priess
Erstausstrahlung: 27. Januar 2026, 16.00 Uhr, Phoenix
Der Film ist bereits ab Montag, 26. Januar 2026, in den Mediatheken von ARD und ZDF sowie auf phoenix.de zu sehen.

Amulette

Erfurter Ausstellung zeigt israelische Kunst

Die Galerie Waidspeicher zeigt Werke israelischer Künstlerinnen und 555 Hamsa-Amulette aus Jerusalem. Das Motiv der Hamsa in Form einer geöffneten Hand ist im Judentum, im Islam und im Christentum gebräuchlich

von Matthias Thüsing  10.03.2026

München

Ermittlungen zu Nazi-Parole gegen Fleischhauer eingestellt

Der Kolumnist bedient sich bei einem Podcast eines Slogans der Nationalsozialisten, um damit den AfD-Nachwuchs zu kritisieren. Deshalb wird gegen ihn ermittelt - jedoch nicht besonders lang

 10.03.2026

TV-Tipp

Die Puppe mit dem Hitlergruß: Das turbulente Leben der Unternehmerin Käthe Kruse

»Ich kauf‘ Euch keine Puppen - macht Euch selber welche!« Max Kruses junge Geliebte nahm diese brüske Absage wortwörtlich und wurde berühmt. Arte zeichnet die bewegte Biografie von Käthe Kruse nach

von Manfred Riepe  10.03.2026

New York

Ben Stiller: »Krieg ist kein Film«

Immer wieder nutzt die US-Regierung bekanntes Film- oder Musikmaterial für eigene Videoclips - wohl ohne zu fragen. Jetzt beschwert sich deswegen Schauspieler Ben Stiller

 10.03.2026

Comedy

Streichelzoo mit Fischen

Die Serie »JoJo & Simha: Exploring Berlin3000« erzählt auf Social Media von drei tollpatschigen jüdischen Handwerkern der Zukunft

von Pascal Beck  09.03.2026

Women’s Asian Cup

Trump fordert von Australien Asyl für iranische Fußballerinnen

Die Spielerinnen hatten sich vor dem Anstoß im Robina Stadium geweigert, die iranische Nationalhymne zu singen

 09.03.2026

Magdeburg

Auftakt für jüdische Kultur in Sachsen-Anhalt

Ministerpräsident Sven Schulze betonte als Schirmherr die Bedeutung der Kulturtage als klares Signal der Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt

 09.03.2026

Sprache

»Wat willste?«

Die Autorin Lea Streisand hat ein Buch über den vielleicht schönsten Dialekt des Deutschen geschrieben, das Berlinerische. Ein Besuch zwischen »ick«, »icke« und »dufte«

von Katrin Richter  08.03.2026

Berlin/Los Angeles

Weimer lädt Chalamet in die Oper ein: »Kann mal daneben liegen«

Interessiert sich wirklich niemand mehr für Oper und Ballett? So findet es zumindest »Marty Supreme«-Star Timothée Chalamet. Wie der Kulturstaatsminister den Oscar-Anwärter umstimmen will

 08.03.2026