Film

Harrison Ford feiert fünften »Indiana Jones«-Film

Calista Flockhart und Harrison Ford in Cannes Foto: picture alliance / Vianney Le Caer/Invision/AP

Mit Harrison Ford in seiner Rolle als Indiana Jones ist einer der größten Helden der Filmgeschichte nach Cannes zurückgekehrt. Der fünfte Teil der legendären Filmreihe feierte in diesen Tagen Premiere bei den Filmfestspielen.

Unter dem Jubel zahlreicher Fans schritt Ford begleitet von seiner Frau Calista Flockhart über den roten Teppich. Dazu schallte das unverkennbare »Indiana Jones«-Thema von Komponist John Williams über die Croisette (»da-da-da-daaaaa da-da-daaa«). Im Kinosaal erhielt der Darsteller eine Goldene Ehrenpalme.

Nach einem bei der Kritik weitgehend durchgefallenen vierten Teil macht Indiana Jones und das Rad des Schicksals vieles wieder wett. Zu sehen sind ein im Alter von 80 Jahren immer noch fideler Harrison Ford, Phoebe Waller-Bridge als angenehm anarchisches weibliches Pendant, rasante, überlebensgroße Actionszenen, Mads Mikkelsen als garstiger deutscher Nazi und der Deutsche Thomas Kretschmann in einer Nebenrolle.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Historischer Gegenstand In Indiana Jones und das Rad des Schicksals ist »Indy« noch einmal auf der Jagd nach einem wertvollen Artefakt. Dabei ist der Archäologe inzwischen gar nicht mehr so abenteuerlustig wie früher. Wir befinden uns im Jahr 1969. Ein privater Schicksalsschlag drückt ihm auf die Stimmung, außerdem ist er kurz davor, in den Ruhestand zu gehen.

Doch dann taucht seine Patentochter Helena (Waller-Bridge) bei ihm in Manhattan auf. Aus bestimmten Gründen hat sie Interesse daran, einen besonderen historischen Gegenstand aufzuspüren: Das Rad des Schicksals, die »Antikythera«. Dabei handelt es sich um ein Gerät, von dem manche Leute glauben, dass es den Lauf der Geschichte ändern kann, indem man in der Zeit zurückreist.

Ein Teil des zerbrochenen Rads ist seit langem in Jones‘ Besitz. Der andere ist verschollen. Während der Archäologe nicht an die magischen Kräfte des Stückes glaubt, will nicht nur Helena es unbedingt haben. Ein Physiker (Mikkelsen), der für die NASA arbeitet und an der Apollo-Mission beteiligt ist, will es ebenfalls in seinen Besitz bringen. Dank der Eingangsszene des Films wissen wir, dass er eigentlich ein deutscher Nazi ist.

Denn Indiana Jones und das Rad des Schicksals startet im Jahr 1944 und zeigt einen irrwitzigen Kampf von Jones (Ford digital verjüngt) mit einer Gruppe deutscher Nationalsozialisten um eine wertvolle Lanze, die Hitler gerne in seinem Besitz hätte.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Ratternder Zug Toll, dass »Indiana Jones« auch unter der erstmaligen Regie von James Mangold wieder an eins seiner Markenzeichen anknüpft, nämlich: Gleich in den ersten Minuten so irre Actionszenen aufzufahren, dass man unmittelbar in die Geschichte gesogen wird. Erst einmal wird Indiana von den Nazis fast erhängt, bis eine Bombe der Alliierten in ihr Lager einschlägt. Auf der spektakulären Flucht kämpft der Archäologe dann auf einem fahrenden Motorrad und auf einem ratternden Zug.

Am Anfang von Indiana Jones und das Rad des Schicksals wird viel Deutsch gesprochen - auch von Mikkelsen mit einem putzigen Akzent. »Sie sind Deutsch, sie müssen nicht versuchen, witzig zu sein«, scherzt Jones an einer Stelle.

Mit Waller-Bridges Rolle ist es gelungen, die Reihe auf subtile Weise modern zu machen. Helena ist anders als frühere Frauenfiguren in »Indiana Jones«. Nicht nur schlau, kämpferisch und ein bisschen kriminell. Sondern auch witzig: Mal bezeichnet sie Jones als »alternden Grabräuber«, an anderer Stelle bescheinigt sie ihm, dass sein legendärer Fedora-Hut ihn mindestens zwei Jahre jünger mache.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Kult-Phänomen Manches aber ist bis heute gleich geblieben. Der erste »Indiana Jones«-Film erschien 1981. Auch damals kämpfte der Held schon gegen Nazis. Jäger des verlorenen Schatzes gewann mehrere Oscars und wurde ein sagenhafter finanzieller Erfolg. Auch die Fortsetzungen 1984 und 1989 begeisterten das Publikum. »Indiana Jones« wurde mit seinem schelmischen Abenteuerhelden, der immer irgendwie die Kurve kriegte, zu einem Kult-Phänomen. (Der vierte, 2008 erschienene Teil feierte übrigens auch in Cannes Premiere.)

Neunmal hat ihn im Laufe der Zeit ein Schuss getroffen, erklärt »Indy« Helena im neuen Film. Doch am Ende gelingt es ihm auf mysteriöse Weise immer, zu überleben. In Indiana Jones und das Rad des Schicksals hält er eine Horde von bewaffneten Widersachern mit lediglich seiner Peitsche im Zaum. Spitze Gegenstände bohren sich durch die Wand und verfehlen seinen Körper um wenige Millimeter. Metertiefe Stürze übersteht er unbeschadet. Es ist wieder alles genau so, wie es sein soll.

Kaum jemand scheint zu wissen, dass Harrison Ford jüdische Wurzeln hat. Während sein Vater John William Ford ein irisch-deutscher Katholik war, brachte seine Mutter Dorothy Ford, geborene Nidelman, das Judentum in die Familie. Ihre Eltern waren aschkenasische Juden aus Minsk.

Einfluss der Herkunft Einst wurde Harrison Ford gefragt, welchen Einfluss seine Herkunft auf ihn habe. Seine Antwort: »Als Mann habe ich mich immer irisch gefühlt, und als Schauspieler jüdisch.« (mit ja)

Zahl der Woche

1:28,31 Minuten

Funfacts & Wissenswertes

 24.03.2026

Berlin

Holocaust: Ausstellung über das Mitwissen der Deutschen

Nach den beispiellosen Verbrechen der Nationalsozialisten sagten viele, das habe man nicht gewusst. Wie glaubwürdig war das? Die Topographie des Terrors in Berlin widmet sich der Frage

 24.03.2026

Sachsen

Rund 1000 Veranstaltungen zum »Jahr der jüdischen Kultur«

Unter dem Titel »Tacheles« steht in Sachsen 2026 das jüdische Leben im Mittelpunkt. Zahlreiche Akteure beteiligten sich. Das Programm wächst noch immer

von Katharina Rögner  24.03.2026

Lebende Legende

Barry Manilow kündigt erstes Studioalbum seit fast 15 Jahren an

Stilistisch soll das Werk verschiedene Richtungen verbinden – von klassischen Balladen bis hin zu Elementen aus R&B, Rock und Gospel

 24.03.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« reagiert auf Rüge des Deutschen Presserats

19 Rügen verteilt der Presserat an die deutsche Medienlandschaft. Eine davon geht an die »Jüdische Allgemeine« - wegen angeblicher gravierender Ehrverletzung eines in Gaza getöteten Journalisten

 23.03.2026

Hollywood

»Enigma Variations«: Aaron Taylor-Johnson übernimmt Hauptrolle in neuer Serie

Im Zentrum der Handlung steht eine Figur namens Paul, deren Leben durch verschiedene Beziehungen geprägt wird. Die Geschichte beleuchtet Fragen von Identität, Begehren und Liebe

 23.03.2026

Filmklassiker auf der Bühne

Premiere in Hamburg: »Zurück in die Zukunft« als Musical

In den 1980er-Jahren war der Film ein Riesenerfolg. Als Musical feierte die Komödie am Wochenende in Hamburg Premiere. Bob Gale, der jüdische Co-Autor der Filmtriologie, schrieb das Musical

 23.03.2026

Jubilar

»Mikrofon für die Seele«: Klezmer-Musiker Giora Feidman wird 90

Giora Feidman hat die jüdische Klezmer-Tradition in den Konzertsaal gebracht. In einfachen Liedern findet er große spirituelle Tiefe. Mit seiner Musik will der Klarinettist Menschen verbinden – und pflegt bei seinen Konzerten ein bestimmtes Ritual

von Katharina Rögner  23.03.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Mit Fran Lebowitz und Larry David in der Ringbahn – ein Traum

von Katrin Richter  22.03.2026