Trauer

Filmproduzent Branko Lustig ist tot

Branko Lustig (1932–2019) Foto: dpa

Der kroatische Filmproduzent, Oscar-Preisträger und Holocaust-Überlebende Branko Lustig ist am Mittwoch im Alter von 87 Jahren in Zagreb gestorben. Dies berichteten kroatische Medien am Donnerstag. Der in Osijek geborene Lustig war als Kind wegen seiner jüdischen Herkunft in die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Bergen-Belsen verschleppt worden. In der Schoa verlor er den Großteil seiner Familie.

1955 absolvierte er die Akademie für Darstellende Künste in Zagreb. Danach war er als Produzent für eine Reihe von ausländischen Filmen tätig, die im damaligen Jugoslawien gedreht wurden. In Nebenrollen trat er auch als Schauspieler auf.

schindlers liste 1988 ließ er sich in den USA nieder. Ein bahnbrechender Erfolg war ihm als Produzent von Steven Spielbergs Schindlers Liste (1993) beschieden. Der amerikanische Star-Regisseur griff dabei auch auf die konkreten Auschwitz-Erfahrungen von Lustig zurück. Im Jahr darauf erhielt er dafür als erster Kroate einen Oscar.

Einen zweiten Oscar erhielt er 2001 als Produzent von Gladiator. 1994 war er einer der Mitbegründer von Spielbergs Shoah Foundation, die es sich zum Ziel setzt, die Zeugnisse von Überlebenden des Holocausts auf Video aufzuzeichnen. 2015 schenkte er den Oscar, den er für Schindlers Liste erhalten hatte, der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Vor sechs Jahren kehrte Lustig nach Zagreb zurück. Als er als Zwölfjähriger aus dem KZ befreit worden war, erinnerte er sich dort in Medieninterviews, hatte er gerade mal 30 Kilo gewogen. »Seit dem Lager hat mich das Glück verfolgt«, fügte er hinzu.  dpa

Kulturkolumne

Meine halbierte Bibliothek

Ein Umzug steht an. Warum Uwe Johnson bleibt und Günter Grass rausfliegt

von Maria Ossowski  17.05.2026

Wien

14 Aktivisten bei Anti-Israel-Demo festgenommen

Vor Beginn des ESC-Finales gab es mehrere Demonstrationen gegen Israels Teilnahme

 17.05.2026

Meinung

Ein Mutmacher in trüben Zeiten

Die Abstimmung für Noam Bettan beim Eurovision Song Contest zeigt, dass sich die Bürger nicht so einfach von israelfeindlicher Propaganda beeinflussen lassen

von Daniel Killy  17.05.2026

Eurovision Song Contest

Als die Zuschauer abstimmten, rutschte Noam Bettan deutlich nach oben

Das Zuschauervoting mit einer Abstimmung für Israels Ansehen zu verwechseln, wäre ein Fehler. Aber es sagt etwas über ESC-Fans

von Martin Krauss  17.05.2026

Aufgegabelt

Mocktail: Tel Aviv Spritz

Rezepte und Leckeres

 17.05.2026

Wien

Israel holt zweiten Platz beim Eurovision Song Contest

Bulgarien konnte den Gesangswettbewerb für sich entscheiden. Noam Bettan holte trotz des Boykotts mehrerer Länder den zweiten Platz

 17.05.2026

Stuttgart

Startschuss für die Jewrovision

Der jüdische Jugend-Musikwettbewerb hat begonnen. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt treten heute 13 Teams aus ganz Deutschland auf

von Joshua Schultheis  15.05.2026 Aktualisiert

Jewrovision 2026

Die Nervosität steigt …

Schon bald gehen die Scheinwerfer an und 600 jüdische Jugendliche aus ganz Deutschland werden ihre Showacts zum Besten geben

von Nicole Dreyfus  15.05.2026

Kino

»Palästina 36«

In ihrer Doku geht die palästinensische Regisseurin Annemarie Jacir fahrlässig mit einem historischen Thema um

von Ralf Balke  15.05.2026