Kochen

»Es macht mich am glücklichsten«

Molly Yeh Foto: PR

Frau Yeh, können Sie diesen Satz vervollständigen? Kochen ist für mich ...
... der beste Weg, um jemandem zu zeigen, dass ich ihn liebe.

Was ist Ihre früheste Erinnerung, wenn Sie an Kochen und Küche denken?
Wahrscheinlich, als ich in der Küche meiner Mutter auf dem Fußboden saß und auf ihren Töpfen und Pfannen mit Löffeln und Schneebesen Trommelsoli zum Besten gegeben habe.

Wie sah die Küche aus, mit der Sie aufgewachsen sind?
Sie hatte tolle Fliesen, und es gab einen Fleischerblock. Die Töpfe und Pfannen waren in einem Schubkasten am Boden, sodass ich als Kind ganz leicht drankam.

Ihr Buch »Molly’s Kitchen. Stadt, Land, Genuss – vom Glück, zu kochen und zu genießen« ist gerade auf Deutsch erschienen. Was hat Sie dazu inspiriert?
Es handelt von meinem einstigen Leben in der Stadt und dem jetzigen auf der Farm meines Mannes. Und es enthält alle meine Lieblingsrezepte, die ich in dieser Zeit ausprobiert und gesammelt habe. Eigentlich ist es eine Erweiterung meines Blogs »My Name is Yeh«. Aber die Geschichten sind ausführlicher, und das Buch enthält Zeichnungen und Bilder, wie ich mir die Rezepte in meinem Kopf ausmale.

Wenn Sie ein Rezept herausgreifen müssten: Für welches würden Sie sich entscheiden, und warum?
Ich würde den »Funfetti«-Kuchen nehmen. Es ist das Rezept, das am glücklichsten macht.

Rosch Haschana steht unmittelbar bevor. Was werden Sie kochen?
Ich habe einmal ausprobiert, pürierte Kartoffeln in die Challe zu geben, und das macht sie noch weicher und leckerer. Also werde ich sie auch für Rosch Haschana so backen. Und ich habe Unmengen von Tomaten und Zucchini aus meinem Garten, aus denen ich Matbucha und Zucchini-Kugel machen werde. Der Apfelbaum im Garten trägt auch ganz gut, sodass ich irgendetwas mit Äpfeln, Marzipan und Streusel backen werde. Und Rinderbrust gibt es natürlich.

Wie sähe Ihre absolute Lieblingsküche aus?
Sie müsste riesig sein, voller Kochbücher und mit einem eigenen Gewächshaus.

Mit der Autorin und Betreiberin des preisgekrönten Blogs »My Name is Yeh« sprach Katrin Richter.

Molly Yeh: »Molly’s Kitchen. Stadt, Land, Genuss – vom Glück, zu kochen und zu genießen«. Südwest, München 2017, 304 S., 24,99 €

mynameisyeh.com

Meinung

Warum der Begriff »Davidstern-Skandal« unpassend ist

Die Formulierung beschreibt den Vorfall nicht nur falsch, sie deutet ihn auch als ein jüdisches Vergehen

von Martin Krauß  30.01.2026

TV-Tipp

Brillanter Anthony Hopkins glänzt in »One Life«

Kurz nach dem Holocaust-Gedenktag zeigt 3sat ein biografisches Drama über den Briten Nicholas Winton, der 1939 Kindertransporte von Prag nach London organisierte und damit mehrere hundert Kinder vor den Nazis rettete

von Jan Lehr  29.01.2026

Kairo/Berlin

Ägypten verbietet Buch zu Gaza-Krieg - Autoren: Das Interesse ist riesig

Ihr Streitgespräch über den Nahostkonflikt sorgte in Deutschland für viel Aufmerksamkeit - doch Ägyptens Zensur verbietet das Buch von Philipp Peyman Engel und Hamed Abdel-Samad. Die Autoren nehmen es eher gelassen

 29.01.2026 Aktualisiert

Literatur

Waisenkinder des Lebens

Aus Barbara Honigmanns neuem Buch »Mischka. Drei Porträts« lässt sich erfahren, welch strenge Schönheit und unprätentiöse Würde in der Erinnerung liegen

von Marko Martin  29.01.2026

Kulturkolumne

Jüdischer Humor als Überlebensstrategie

»Happy Place«: Eine TV-Serie, bei der es sich sicher anfühlt zu lachen, aber den Schmerz dahinter auch tatsächlich zu spüren

von Laura Cazés  29.01.2026

Rechtsstreit

Bericht: Schauspielerin verliert Hauptrolle wegen Pro-Israel-Haltung

In »Die Todessehnsucht der Maria Ohm« sollte Sarah Maria Sander laut Vertrag die Hauptrolle spielen

 29.01.2026

Kino

»EPiC: Elvis Presley In Concert« feiert Kinostart

Laut Regisseur Baz Luhrmann ist das Werk weder eine reine Dokumentation noch ein klassisches Konzertfilm-Format, sondern ein tiefgründiges Porträt des 1977 verstorbenen jüdischen Stars. Die Kritiker sind beeindruckt

 29.01.2026

Australien

»Respekt für Gil«

Was das Dschungelcamp an seinem 5. Tag abliefert, könnte glatt schon hart an die großen Brecht’schen Dramen heranreichen

von Martin Krauss  29.01.2026

Fernsehen

Gil Ofarim: »Das kann es nicht gewesen sein«

Was genau er damit meint und ob er sich auf den Skandal bezieht, der das öffentliche Bild von ihm zuletzt geprägt hatte, lässt Ofarim als Cliffhanger offen

 28.01.2026