Musik

Eine musikalische Spurensuche

Daniel Hope spielt und schreibt – beides vorzüglich. Foto: Marco Urban

Für gewöhnlich sind Musiker nicht gerade bekannt dafür, auch so gut schreiben zu können, wie sie ihr Instrument beherrschen. Der Geiger Daniel Hope indes schreibt seit seinem Debüt 2008 im Zweijahrestakt einen Bestseller nach dem anderen.

Ob in seinem Buch Toi, toi, toi! über Pannen und Katastrophen in der Musik, Sounds of Hollywood über europäische Emigranten, die in den USA die Filmmusik revolutionierten, oder in Wann darf ich klatschen. Ein Wegweiser für Konzertgänger: Nicht nur auf der Konzertbühne umfasst das Repertoire des südafrikanisch-britischen Musikers sowohl ernsthafte als auch heitere Töne.

Spurensuche In seinem ersten Buch Familienstücke erzählte Hope vom Schicksal seiner weitverzweigten Familie und verknüpfte es zu einer packenden Geschichte. Es ist eine Recherche über den Aufstieg seiner Ahnen, aber auch über ihre Enteignung und Vertreibung durch die Nazis – ein mitreißendes Geschichts- und Geschichtenbuch und eine Suche nach sich selbst.

Am Donnerstagabend hat Daniel Hope nun in der Kapelle des Berliner Luisenfriedhofs in einer musikalischen Feierstunde Stücke von Felix Mendelssohn Bartholdy gespielt und aus Briefen an seinen Ururgroßvater Julius Valentin gelesen. Der Unternehmer Valentin war ein Jugendfreund des AEG-Gründers Emil Rathenau, mit dem er 1865 in der Berliner Chausseestraße eine Dampfmaschinenfabrik führte.

Gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Auswärtigen Amt will Hope mit dem Konzert und anderen Veranstaltungen Spenden sammeln, um das verwitterte Grab seines Ururgroßvaters zu restaurieren. Sollte das Vorhaben gelingen, verspricht der Ausnahmemusiker, ein Benefizkonzert in Berlin zu spielen.

Zahl der Woche

16 Stunden 25 Minuten

Fun Facts und Wissenswertes

 28.06.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Warum sich jüdische Mädchen mehr für Fußball begeistern sollten

von Nicole Dreyfus  27.06.2026

Interview

»Deutsch-jüdische Geschichte ist nichts Verstaubtes«

Der Judaist Alexander Dubrau über seine neue Aufgabe als Direktor des Leo Baeck Instituts Jerusalem, akademische Herausforderungen und den Austausch mit der breiten Öffentlichkeit

von Sabine Brandes  27.06.2026

Sachbuch

Altern als Bühne

Der Schweizer Autor Roger Schawinski hält Boomern den Spiegel vor und plädiert für Genuss und Lebensfreude bis zum Schluss

von Nicole Dreyfus  27.06.2026

»Tage des Exils«

Zirkuskunst, Klezmer und Theater: »Tsirk Dobranotch« kommt nach Frankfurt

Ein außergewöhnliches Zusammenspiel aus Zirkuskunst, jiddischem Theater und Klezmermusik erwartet Besucher im August

 26.06.2026

Aufgegabelt

Sommerfrisch: Melone und Gurke auf Labneh

Rezepte und Leckeres

 26.06.2026

Dresden/Gohrisch

Sächsische Schostakowitsch Tage eröffnet

Das Festival widmet sich bis Sonntag jüdischen Einflüssen auf das Werk des russischen Komponisten

 26.06.2026

Bachmannpreis

250 Mal A und ein Abgang

Die Autorin Slata Roschal las aus ihrem Text »Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet«, aber diskutiert wurde über etwas ganz anderes

von Katrin Richter  26.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  25.06.2026