Gemeindetag

Ein Gespräch über Wut und Blaulicht

Zum Abschluss: Zentralratspräsident Josef Schuster im Gespräch mit JA-Kolumnist Michael Wuliger Foto: Marco Limberg

»Sie sind nicht Jude von Beruf, aber Jude mit Beruf«: Mit einer Anspielung auf ein Zitat des ehemaligen Zentralratschefs Ignatz Bubis befragte Michael Wuliger, Kolumnist der Jüdischen Allgemeinen, Zentralratspräsident Josef Schuster nach der Vereinbarkeit von Ehrenamt und Berufsleben.

Heimweg Schuster sagte am Sonntag zum Abschluss des Gemeindetags des Zentralrats in Berlin, der Montag nach der Veranstaltung sei in seiner Praxis in Würzburg  für ihn ein Arbeitstag wie jeder andere: »Morgens um halb acht geht es los.« Nach dem  Zünden der ersten Chanukkakerze werde er sich auf den Heimweg nach Würzburg machen.

Schuster bestätigte: »Bis ich wütend werde, auch nach außen hin, dann dauert es sehr lange. Wenn ich wütend bin, dann ist es aber schlecht.«

An Weihnachten wird Schuster wie an den Vorjahren nach eigenen Worten als »Blaulichtdoktor« im Rettungsdienst aktiv sein. Er tue dies nicht nur seinen christlichen Kollegen zuliebe, sagte Schuster: »Heiligabend Notarzt zu fahren, das ist eine völlig andere Atmosphäre als an jedem anderen Tag.«

Halle »Sie wirken auf mich immer sehr diplomatisch, vermittelnd, ruhig«, sagte Wuliger zum Schluss des Talks unter dem Titel »Nachgefragt«. Er habe Schuster nur einmal in der Öffentlichkeit wütend gesehen – als der Innenminister von Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht (CDU), den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Halle, Max Privorozki, der Unwahrheit bezichtigt habe, was den Polizeischutz der Synagoge an Jom Kippur anging.

Schuster bestätigte: »Bis ich wütend werde, auch nach außen hin, dann dauert es sehr lange. Wenn ich wütend bin, dann ist es aber schlecht.« Wuliger sagte daraufhin, er habe Schuster keine Tipps zu geben: »Aber ich glaube, niemand wäre wütend, wenn das gelegentlich öfters mal passieren würde. Ich sage jetzt nicht, Sie sollen sich aufregen oder ausflippen, aber das hatte etwas sehr Befreiendes.« ag

Musik

Mike D in Berlin: Ein Beastie Boy meldet sich zurück

Das Berliner Säälchen am Holzmarkt wird zur Kulisse des einzigen Deutschland-Konzerts des »Beastie Boys« Mike D. Hunderte Fans sind begeisterte Zeugen des überraschenden Comebacks ihres Idols

 12.06.2026

Weltmeisterschaft

Die Kraft des Gemeinsamen

Vom Hoffen, Mitfiebern und Leiden: Eine Liebeserklärung an die Macht und die Möglichkeiten des Fußballs

von Awi Blumenfeld  11.06.2026

Kulturfest

Jüdische Woche in Leipzig

70 Leipziger Institutionen und Vereine gestalten ein Programm zu jüdischem Leben in Vergangenheit und Gegenwart. Erwartet werden internationale Gäste

 11.06.2026

Dresden

Elnet: Initiative soll Neugier auf jüdisches Leben wecken

Die Kampagne ist Teil des Themenjahres »Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026« und wird zunächst sechs Wochen sichtbar sein

 11.06.2026

Hass auf der Bühne

»Hofnarr der Hamas«: Kritik an Auftritt von Bassem Youssef in Berlin

Der amerikanisch-ägyptische Comedian relativiert die Hamas-Verbrechen vom 7. Oktober und verbreitet Verschwörungsmythen über Israel. Nun werden Forderungen nach einer Absage seiner Vorstellung im Tempodrom laut

von Imanuel Marcus  11.06.2026 Aktualisiert

Festival in Köln

»Shalom-Musik.Koeln« 2026 bringt jüdische Musik in die ganze Stadt

Avi Avital, Sharon Brauner, Omer Klein und Bar Zemach sind nur vier der vielen Künstler, deren Performances auf dem Programm stehen

 11.06.2026

Hollywood

Hasswelle gegen Gwyneth Paltrow wegen Israel-Werbung

Die Datstellerin mit jüdischem Familienhintergrund ist das Werbegesicht für das israelische Luxusbauprojekt 51 Park in Herzliya. Die Quittung: Sie wird online als »genocide queen« beschimpft

 11.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026