»Schindlers Liste«

Ein Film, der die Welt veränderte

Ben Kingsley (l.) im 1993 gedrehten Film »Schindlers Liste« Foto: dpa

Als Regisseur von Hits wie Der weiße Hai, Jäger des verlorenen Schatzes, E.T. und Jurassic Park brachte Steven Spielberg Milliarden in die Kinokassen. Doch erst mit seinem Holocaust-Drama Schindlers Liste wurde er als Filmemacher richtig ernst genommen. Er war 46 Jahre alt, als er vor 25 Jahren sein bis dahin persönlichstes und eindringlichstes Werk in die Kinos brachte und Millionen Menschen in aller Welt rührte und aufwühlte.

Sein Film über den deutschen Industriellen Oskar Schindler, der während des Zweiten Weltkriegs in seiner Krakauer Fabrik mehr als 1100 jüdische Zwangsarbeiter vor dem Holocaust rettete, kam am 15. Dezember 1993 in die US-Kinos, der deutsche Kinostart folgte am 3. März 1994.

Anlässlich des 25. Jahrestags bringt Universal den Film am 27. Januar 2019 wieder in die Kinos.

OSCARS Der dreieinhalb Stunden lange Schwarz-Weiß-Film, mit Liam Neeson in der Hauptrolle, wurde mit sieben Oscars ausgezeichnet. Bei der Preisgala im März 1994 wurde Spielberg zum besten Regisseur gekürt und holte als Produzent auch den Oscar für den besten Film.

350.000 Holocaust-Zeugen seien noch am Leben, sagte der Filmemacher damals. »Bitte hört auf ihre Worte und lehrt das an den Schulen«, appellierte er von der Oscar-Bühne an Lehrer und Erzieher.

Für Spielberg bedeuteten die Dreharbeiten sein »Wiedererwachen« als Jude. Er hatte das Projekt viele Jahre ruhen lassen, ehe er sich schließlich an das düstere Holocaust-Kapitel wagte. Der Hollywood-Regisseur drehte über Monate hinweg vor den Toren des einstigen Konzentrationslagers Auschwitz.

Für Spielberg bedeuteten die Dreharbeiten auch ein »Wiedererwachen« als Jude.

Anlässlich des 25. Jahrestags bringt das Studio Universal Pictures den Film am 27. Januar 2019, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, technisch überarbeitet auch in die deutschen Kinos. »Die wahren Geschichten über das Ausmaß und die Tragödie des Holocaust dürfen nie vergessen werden, und die Lehren des Films über die entscheidende Bedeutung der Bekämpfung des Hasses hallen auch heute noch nach«, sagte Spielberg in einer Mitteilung.

ZEITZEUGEN Noch im Jahr seines Oscar-Triumphs hatte Spielberg die Shoah Foundation gegründet, mit dem Ziel, die Judenvernichtung durch das Nazi-Regime mit Zeitzeugen-Interviews zu dokumentieren. Die Stiftung hat mehr als 50.000 Betroffene zu Wort kommen lassen, die Videoaufnahmen wurden digitalisiert und katalogisiert. Das riesige Archiv wird weltweit von Schulen und anderen Einrichtungen genutzt.

Es sei einzigartig, dass als Folge eines Films eine Stiftung die weltweit größte Sammlung von Augenzeugenberichten geschaffen habe, sagte der Leiter der Shoah Foundation an der University of Southern California in Los Angeles, Stephen Smith. »Wir sind ein Forschungsinstitut geworden, und unsere Inhalte werden von 140 Universitäten und anderen Einrichtungen in 80 Ländern genutzt.«

Mit der neuerlichen Kino-Verbreitung von Schindlers Liste werde hoffentlich eine jüngere Generation angesprochen, die den Film vor 25 Jahren nicht gesehen habe, sagt Smith. »Die Botschaft des Films ist unglaublich aktuell. In schwierigen Zeiten wie diesen, wenn wir Hass und Ausgrenzung erleben, sind Werte und Empathie, wie Oskar Schindler sie zeigte, umso wichtiger.«

Film

Serienhit geht weiter: Warum will jeder »Nobody Wants This«?

Eine freizügige Sex-Podcasterin und ein charmanter Rabbiner verlieben sich. Ihre Geschichte ist ein gelungener Gegenentwurf zu klischeehaften Rom-Coms. So geht die Erfolgsserie weiter

von Simone Andrea Mayer  23.10.2026

Berlin

Wenn Wolf Biermann den roten Bademantel trägt

Die Stasi wollte den Liedermacher zum Alkoholmissbrauch verleiten und seine Beziehungen zerstören. Ein Film zeigt, wie er das überstand - und was er mit fast 90 macht: Kraulen in der Ostsee zum Beispiel

von Lisa Forster, Sven Gösmann  23.10.2026

Debatte

Wahl in Israel: Star-Dirigent Lahav Shani meldet sich ausführlich zu Wort

In der Vergangenheit war der Musiker mehrmals im Visier radikaler Israelfeinde

 22.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Imanuel Marcus  22.10.2026

Berlin

Igor Levit spricht über eigenes Label

Der Starpianist will andere Künstler unterstützen

 22.10.2026

Bildung

»Wir müssen investieren«

Der Präsident der Bar-Ilan-Universität, Arie Zaban, über Wissenschaft in politischen Krisenzeiten und deutsch-israelische Zusammenarbeit

von Gabriele Hermani  22.10.2026

Glosse

Beim »Spiegel« kann man jetzt mit der Nazi-Kartei chatten

Das Hamburger Nachrichtenmagazin hat nachgelegt: Nun gibt es einen Chatbot, mit dessen Hilfe der Leser mit der NSDAP-Mitgliederkartei interagieren kann. Dafür verdient der »Spiegel« Lob, Grimme-Preis und Dank, findet unser Autor

von Michael Thaidigsmann  21.10.2026

Programm

BALAGAN, KUKURÍKU und Jazzy Diaspora: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 22. Oktober bis zum 28. Oktober

 21.10.2026

Mirjam Zadoff

Leiterin verlässt NS-Dokuzentrum München

Die Innsbruckerin geht zum 1. März 2027 ans Haus der Geschichte Österreich in Wien

 21.10.2026