Hören

Eichmann in Jerusalem

Es ist 50 Jahre her, dass ein Kommando des Mossad in Buenos Aires Ricardo Klement, einen kleinen Angestellten der argentinischen Filiale von Mercedes-Benz, kidnappte und ihn nach Israel entführte. In Jerusalem wurde »Klement«, der in Wirklichkeit Adolf Eichmann hieß und der Cheflogistiker der »Endlösung« gewesen war, ein Prozess gemacht, der weltweit für Schlagzeilen sorgte.

Spätestens mit diesem Verfahren und den Berichten darüber war das jahrelange Beschweigen der Schoa zu Ende. Mit dem Eichmann-Prozess wurden die Überlebenden der Lager zu Zeitzeugen, ihre Erinnerung zum Auftrag von Regierung und Armee, Auschwitz zum zentralen Element der Volksbildung in Israel.

Der Deutschlandfunk widmet am Samstag, den 26. März, ab 23.05 Uhr eine dreistündige »Lange Nacht« dieser Begegnung mit einem Mörder, wie der Titel der Sendung von Jochanan Shelliem lautet. Unter anderem geht es dort auch um die Gespräche, die der holländische SS-Mann Willem Sassen noch in Buenos Aires mit Eichmann geführt hatte, um dessen »Ehre wiederherzustellen«.

Was der frühere Obersturmbannführer der SS dort über sich selbst erzählte und wie er sich seiner Taten brüstete, steht in scharfem Kontrast zu der subalternen Rolle, die er sich in den Verhören zuschrieb, die der israelische Polizeihauptmann Avner Less in Jerusalem mit Eichmann führte. ja

»Begegnung mit einem Mörder«. Die Lange Nacht über den Eichmann-Prozess. Von Jochanan Shelliem. Deutschlandfunk, Samstag, 26. März, 23.05 Uhr (Auch Deutschlandradio Kultur, Samstag, 26. März, 0.05 Uhr)

Interview

»Musik ist meine Heimat«

Die Sängerin Anna Margolina über Jazz, jiddische Lyrik und ihr Judentum

von Alicia Rust  14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

München

Bayerns 180-Grad-Restitutionswende

Der Freistaat hat sich entschieden, eine Bronze von Picasso zurückzugeben und dabei gleich seinen Umgang mit NS-Raubkunst zu reformieren

von Michael Thaidigsmann  14.07.2026

David Baddiel

»Inzwischen kann man Messi in den Griff bekommen«

Der britische Autor über das Halbfinale England vs Argentinien, seinen legendären Fußball-Song »Three Lions« und warum er immer noch glaubt, dass England gegen Argentinien gewinnen wird

von Katrin Richter  14.07.2026

London

Sacha Baron Cohen als »Ali G« in Wimbledon

Der britische Komiker und Schauspieler hat viele Gesichter. Eine Kunstfigur erscheint plötzlich beim Tennis

 14.07.2026

Sehen!

»In the Hand of Dante«

Die Handlung springt zwischen den Jahrhunderten hin und her. Trotzdem ist der Film mit Gal Gadot und Oscar Isaac ein gelungenes Werk

von Katrin Richter  13.07.2026 Aktualisiert

Paris

»Die Isolation Israels ist ein historisches moralisches Versagen«

»Es ist ein dunkler Moment für Juden auf der ganzen Welt«, sagt der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy. »Wir müssen stolz, stark und weise sein.«

 13.07.2026

Frauenfußball

Der Ball war nicht nur rund, sondern auch weiblich

Wie die österreichische Jüdin Ella Zirner-Zwieback zur Pionierin in einer von Männern dominierten Sportdisziplin wurde

von Martin Krauß  13.07.2026