NS-Raubkunst

Düsseldorf gibt Nolde-Bild an jüdische Erben zurück

»Selbstbild« von Emil Nolde (1917) Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb

NS-Raubkunst

Düsseldorf gibt Nolde-Bild an jüdische Erben zurück

Das zweiseitige Werk aus dem Jahr 1919 gehörte dem jüdischen Holzhändler Curt Schueler

 08.07.2019 20:35 Uhr

Die Stadt Düsseldorf gibt ein Gemälde des Malers Emil Nolde (1867–1956) an die Familie des rechtmäßigen Besitzers zurück. Dabei handelt es sich um ein zweiseitiges Werk aus dem Jahr 1919, wie die Landeshauptstadt mitteilte. Es zeige auf der einen Seite eine sizilianische Landschaft, auf der anderen Seite ein Frauenporträt mit dem Titel Schauspielerin.

Das Bild habe sich bislang im Kunstpalast befunden, hieß es. Es werde jetzt an die Erben des jüdischen Holzhändlers Curt Schueler (1877–1962) zurückgegeben. Mit ihrer Hilfe sei ermittelt worden, dass ihr Großvater das Gemälde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wegen bereits spürbarer Verfolgungen »zu einem nicht angemessenen Kaufpreis« habe veräußern müssen.

»ENTSCHÄDIGUNG« 1942 erhielten die Eheleute Hilda und Curt Schueler den Deportationsbefehl. Ihnen gelang jedoch die Flucht nach Schweden. Für das Bild erhielten sie beziehungsweise ihre Erben später laut Angaben von der Bundesrepublik eine Entschädigungszahlung.

Die Stadt hatte das Gemälde den Angaben zufolge 1953 von dem Juristen, Bauunternehmer und Immobilienhändler Conrad Doebbeke erworben. Ob er 1942 der Käufer war, könne heute nicht mehr ermittelt werden, hieß es.

Doebbeke stehe aber im Verdacht, während der NS-Zeit verstärkt Kunstobjekte aus jüdischem Besitz gekauft zu haben. Deshalb habe es der Kunstpalast bereits 2015 in die »Lost Art«-Liste einstellen lassen.  kna

Interview

»Mit Humor, Herz und Haltung«

Florian Sitte über Politik an Fastnacht, seine Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft und die Reaktionen auf seine denkwürdige Rede als Till während der Mainzer Fastnachtsitzung

 18.02.2026

Berlinale

Deutsch-israelisches Co-Producing-Netzwerk stellt sich vor

»FutureNARRATIVE Fund« will Film-, TV- und Theaterprojekte aus beiden Ländern vernetzten und Fördermittel bündeln

von Ayala Goldmann  18.02.2026

Berlinale

Boykottaufruf: 80 Filmschaffende gegen die Berlinale

Rund 80 Filmschaffende, darunter Tilda Swinton, Nan Goldin und Javier Bardem, werfen der Berlinale in einem offenen Brief Zensur vor und rufen zum Boykott auf

 18.02.2026

Theater

Buh-Rufe, »Halt die Fresse«-Schreie: Tumult bei Premiere - Zuschauer greifen Schauspieler an

Am Bochumer Schauspielhaus hat ein Stück einen Tumult ausgelöst

 18.02.2026

Nachruf

Eine Trennung inspirierte Billy Steinberg zu »Like a Virgin«

Der jüdische Songwriter starb im Alter von 75 Jahren in Kalifornien

 18.02.2026

New York

Hollywoodgrößen unterstützen literarischen Benefizabend für Kibbuz Be’eri

Künstler sollen bei diesem Event historische Briefe und Archivtexte vor, »von Julius Cesar bis Maimonides, von Winston Churchill bis Golda Meir«

 18.02.2026

Leipzig

Nach Ofarims Dschungel-Triumph: Influencer sammelt Spenden für Markus W.

Der Mann, den der Musiker 2021 fälschlicherweise des Antisemitismus beschuldigt hatte, bedankt sich und plädiert für Transparenz

 17.02.2026

Tom Shoval

»Es ist schwer, den Kreis zu schließen«

Im Rahmen der Berlinale wird die Doku »A Letter to David« gezeigt, dieses Mal als komplette Version. Ein Interview mit dem Regisseur

von Katrin Richter  17.02.2026

Interview

»Diese Initiative kann eine Brücke sein«

Der Dokumentarfilmer Yair Qedar über den Berliner Auftakt zum ersten »Aleph Festival« der hebräischen Sprache und Kultur

von Helmut Kuhn  17.02.2026