Begriff »Jude«

Duden-Redaktion reagiert auf Kritik des Zentralrats

Die 28. Auflage des Duden, erschienen am 12. August 2020 Foto: imago images/U. J. Alexander

Nach Kritik von Zentralratspräsident Josef Schuster an einem »besonderen Hinweis« des Online-Dudens zum Begriff »Jude« hat die Redaktion des Rechtschreibwörterbuchs nun reagiert.

In dem ursprünglichen Eintrag hatte es geheißen: »Gelegentlich wird die Bezeichnung Jude, Jüdin wegen der Erinnerung an den nationalsozialistischen Sprachgebrauch als diskriminierend empfunden. In diesen Fällen werden dann meist Formulierungen wie jüdische Menschen, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger oder Menschen jüdischen Glaubens gewählt.«

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Josef Schuster hatte dazu in der vergangenen Woche erklärt, das Wort »Jude« sei für ihn weder ein Schimpfwort noch diskriminierend.» Der Deutschen Presse-Agentur sagte der Zentralratspräsident: «Selbst wenn (Jude) auf Schulhöfen abwertend oder von einigen Menschen nur zögerlich verwendet wird und die Duden-Redaktion sicherlich wohlmeinend auf diesen Kontext hinweist, sollte alles vermieden werden, um den Begriff als diskriminierend zu verfestigen.»

ÄNDERUNG Nun lautet der geänderte Eintrag: «Wegen des antisemitischen Gebrauchs in Geschichte und Gegenwart, besonders in der Zeit des Nationalsozialismus, werden die Wörter Jude/Jüdin seit Jahrzehnten von der Sprachgemeinschaft diskutiert. Gleichzeitig werden die Wörter weithin völlig selbstverständlich verwendet und nicht als problematisch empfunden.»

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Weiter heißt es jetzt im Online-Duden: «Der Zentralrat der Juden in Deutschland, der die Bezeichnung selbst im Namen führt, spricht sich für die Verwendung aus. Besonders im öffentlichen Sprachgebrauch finden sich auch alternative Formulierungen wie jüdische Menschen, Bürger/-innen, Mitbürger/-innen oder – in religiösem Zusammenhang – Menschen jüdischen Glaubens. Eine weitere Variante ist ich bin jüdisch / er ist jüdisch. Ausführlicher wird der Umgang mit den Wörtern Jude/Jüdin beleuchtet in ›Antisemitismus in der Sprache‹ von Ronen Steinke (Dudenverlag Berlin, 2. Auflage 2022).»

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