Seit Tagen zermartere ich mir das Hirn: Was soll das sein – gelochte Karten mit einem Hamster? Was haben Noten mit Knochen zu tun, und was ist auf der Unterseite dieses seltsamen Würfels zu sehen? Ganz zu schweigen von dem komischen Schachspiel da. Das, was Ende Dezember begann und sich bis in den Januar hineinzieht, nennt sich übrigens »SZ-Weihnachtsrätsel«. Mein sehr lieber Freund Ralf und ich haben diese Tradition, dass wir uns jedes Jahr aufs Neue an dieser nerdigen Kompliziertheit versuchen. Wobei der Name »Weihnachtsrätsel« irreführend ist: Ich bezweifle, dass jemand dieses Ding innerhalb von drei Tagen lösen kann.
Es ist nämlich eine Art »Best of« aller Rätsel, die es gibt: »Um die Ecke gedacht«, »Das Kreuz mit den Worten«, »New York Times Crossword« … alles irgendwie lösbar. Aber das? Ralf und ich schicken uns seltsame Interpretationen und Auffälligkeiten per WhatsApp, Links, die in Fachbereiche fernab des eigentlichen Themas führen, und noch mehr Emojis hin und her. Gefordert sind das gute alte Allgemeinwissen, logisches Denken und so eine Art detektivisches Wesen (ohne das Outfit oder die Lupe).
Dabei sind wir eigentlich ganz gut trainiert durch das tägliche Wordle, Connections, die Spelling Bee, das »Eckchen«. Kürzlich habe ich auch meine Leidenschaft für die »Strands« der »New York Times« entdeckt. Das ist eine Wortsuche, die unter einen Hauptbegriff gestellt ist. Die Herausforderung dabei: alle Wörter ohne Hinweise zu finden. Dann gibt es ein »Great«. Ansonsten nur ein »Well done«. Pff … »Well done«. Aber zurück zum Weihnachtsrätsel. In diesem Jahr, also im vergangenen, steht es unter dem Motto Schach.
Ich habe jüngst sogar zum ersten Mal mit einem sehr coolen Kollegen eine Partie auf dem Smartphone gespielt.
Und da ich Schach liebe und durch viele (!) Niederlagen eine ausgewiesene Expertin in Sachen »Tolle Eröffnung und danach kein Plan« bin, spricht mich das natürlich an. Ich habe jüngst sogar zum ersten Mal mit einem sehr coolen Kollegen eine Partie auf dem Smartphone gespielt. Ich ging krachend unter, denn offensichtlich muss ich auf ein altmodisches Brett starren, um irgendeinen sinnvollen Gedanken fassen zu können, fand ich jedenfalls heraus.
Für das ultimative Rätsel-Lösungswort soll man die Namen zweier Spieler einer Partie herausfinden, und der Gewinner dieser Partie ist dann irgendwie das Lösungswort des Rätsels. Nichts leichter als das, oder? Wen hätten wir denn da so? Magnus Carlsen, der vergangene Woche nach einer verlorenen Partie etwas aufgebracht einem Fotografen die Kamera weggeschlagen hat? Bobby Fischer? Ey, keine Ahnung! Wer kennt denn Schachspieler auswendig? Wobei genau da der Hase im Pfeffer liegt: Fußballerinnern und Fußballer kennen viele, Schachspieler nicht so viele. Das sollte sich ändern, oder?
Vielleicht bin ich aber auch auf der ganz falschen Fährte. Bei diesem Rätsel aus der Zeitung hilft auch keine Künstliche Intelligenz – man muss schon selbst googeln oder auch nachdenken. Tut gar nicht weh.
Na, jedenfalls stehen Ralf und ich noch immer auf dem Schlauch. Bis zum 5. Januar kann man seine fünf Teillösungen (für den Trostpreis) und das Lösungswort für den Hauptgewinn – eine super geheime Besichtigung einer noch geheimeren Museumskammer – einsenden. Vielleicht haben wir ja Glück. Rätseln Sie mal!