Finale

Der Rest der Welt

Hopp, Kids Foto: Thinkstock

Finale

Der Rest der Welt

Warum ich meiner sportlichen Kinder wegen in einem teuren Hotel übernachte

von Beni Frenkel  26.06.2017 19:31 Uhr

Meine Kinder gehen auf eine öffentliche Schule. Das Mädchen besucht die dritte Klasse, der Junge ist in der ersten. Bis jetzt hat alles gut geklappt. Auf dem Schulhof werden keine Drogen verkauft, niemand wird geschwängert.

Und da kein Unterricht am Samstag stattfindet, gehen die Kinder auch in die Synagoge. Ist das nicht toll? Die Vöglein zwitschern, der Wind säuselt durch die Blätter. Alles eitel Sonnenschein. Bis letzte Woche.

Softeis Unser Viertel hat am Mittwochnachmittag einen Wettlauf organisiert. Ballons, Softeis, Schweinswürste. Das Mädchen rennt wie der Blitz, der Junge ebenfalls. Beide gewinnen. Der Präsident des Vereins stülpt ihnen eine Medaille über. Die Kinder klatschen, Papi ist stolz und will jetzt wieder nach Hause gehen.

Zwei Tage später kriegen wir einen Brief vom Vorsitzenden des Vereins. »Jetzt ist aber langsam genug«, denke ich mir und lege den Brief irgendwo in der Wohnung hin. Am Abend öffnen die Kinder das Schreiben und lärmen durch die Wohnung. »Liebe Kinder«, lese ich da, »herzliche Gratulation zu eurem Sieg! Ihr habt euch damit für die Endausscheidung am 8. Juli qualifiziert! Ihr trefft dort auf die Gewinner und Gewinnerinnen der anderen Viertel.«

Ich lasse den Brief fallen. 8. Juli? Das ist doch ein Samstag! Und wo findet das Finale statt? Am anderen Ende der Stadt. Zu Fuß braucht man für die Strecke über zwei Stunden!

Mutti Vorsichtig gehe ich in die Knie und nehme Augenkontakt mit den Kindern auf – so verkünde ich immer traurige Nachrichten. Das habe ich übrigens in einem Erziehungsratgeber gelesen. »Liebe Kinder, leider können wir da nicht ...« – »Mami hat uns die Teilnahme erlaubt!«, glucksen sie vor Freude. »Wir übernachten in einem geilen Hotel ganz in der Nähe! Ist das nicht supi?« Jetzt lärme ich durch die Wohnung und suche nach meiner Frau.

Die sitzt vor dem Rechner und reserviert bereits eine Übernachtung in einem Vier-Sterne-Hotel. Wie viel der Spaß kostet? Das darf ich hier gar nicht erwähnen. Nein, doch: 210 Euro!

Theoretisch dürfte ich jetzt herumschreien, meine Kleider zerreißen und den Computer aus dem Fenster werfen! 210 Euro! Ich denke aber auch an meine Frau. Sie ist fünf Zentimeter größer als ich und stärker.

Und ich denke an einen alten Rabbiner, der in Zürich einmal einen interessanten Vortrag hielt. Er tröstete die Zuhörer damit, dass der liebe Gott alle Ausgaben für religiöse Angelegenheiten dereinst zurückbezahlen wird. Und zwar siebenfach!

Ich hoffe, die Hotelübernachtung zählt auch dazu. Bei den aktuell geltenden Negativzinsen nehme ich eine siebenfache Ausschüttung gerne an. Ach ja, hopp, Kids!

Fernsehen

Lebensziel Dschungelkönig

Im aktuellen RTL-Dschungel geht der Wahlkampf um die so sehr begehrte Dschungelkrone in die heiße Phase. Welches Ziel hat Gil Ofarim?

von Martin Krauß  05.02.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Imanuel Marcus, Katrin Richter  04.02.2026

Zahl der Woche

2000 Jahre

Fun Facts und Wissenswertes

 04.02.2026

Programm

Colloquium, Konservatorium, Mysterium: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 5. Februar bis zum 12. Februar

 04.02.2026

Australien

Gil Ofarim entschuldigt sich bei Leipzig und Sachsen

Die zwölfte Folge des »Dschungelcamps« im Überblick

von Martin Krauss  04.02.2026

»Stefan Raab Show«

RTL löscht »Betrüger-Gen«-Clip über Gil Ofarim

Nach Berichterstattung der »Jüdischen Allgemeinen« reagiert der Privatsender

 03.02.2026

Fernsehen

Empathie im Dschungelcamp: Und dann reicht Gil Ariel die Hand

Die elfte Folge steckte voller Überraschungen

von Martin Krauß  02.02.2026

Kommentar

Antisemitismus im »Safe Place«: Die Kunstakademie Düsseldorf macht’s möglich

Eine Kunstakademie sollte Räume für kritisches Denken öffnen - aber nicht für Ideologien, die Menschenfeindlichkeit salonfähig machen

von Nicole Dreyfus  02.02.2026

Kino

»Disclosure Day«: Steven Spielberg bringt neuen Alien-Film ins Kino

Der jüdische Regisseur legt mit seinem neuen Sci-Fi-Drama ein geheimnisvolles Werk vor, das einen ganz neuen Ansatz verfolgen soll

 02.02.2026