Naturwissenschaftler

Carl Djerassi gestorben

Carl Djerassi sel. A. Foto: dpa

Naturwissenschaftler

Carl Djerassi gestorben

Der Chemiker war Miterfinder der Pille

 31.01.2015 13:19 Uhr

Er war Miterfinder der »Anti-Baby-Pille« und später Schriftsteller – in der Nacht zum Samstag ist Carl Djerassi nach langer Krankheit im Alter von 91 Jahren in San Francisco gestorben.

Der Sohn eines jüdischen Ärzte-Ehepaares kam am 29. Oktober 1923 in Wien zur Welt. 1938 musste er vor den Nazis in die USA fliehen, wo er Wissenschaftler wurde. Anfang der 50er-Jahre hatte Djerassi für das amerikanisch-mexikanische Pharmaunternehmen Syntex die »Anti-Baby-Pille« entwickelt, die ihm Ruhm, einen Lehrstuhl in Stanford, die National Medal of Science und historische Bedeutung einbrachte.

Meriten Neben der Erfindung der Pille hatte Djerassi noch zahlreiche andere wissenschaftliche Meriten. So war er an der Entwicklung des ersten Antihistaminikums gegen Allergien beteiligt, synthetisierte das Hormon Kortison für die medizinische Nutzung und entwickelte ein neues Verfahren zur Instektenbekämpfung, wofür er die National Medal of Technology erhielt.

Seit den 80er-Jahren schrieb Carl Djerassi Romane, Kurzgeschichten und Theaterstücke. Das Genre, das er begründete, nannte er selbst »Science-in-Fiction«. Djerassis Bücher handeln von der Welt der Wissenschaft als »Stammeskultur« und den Wissenschaftlern als Mitgliedern dieser Kultur. ja

Interview

»Es fehlte am fußballerischen Können, nicht am Glück«

Sportreporter-Legende Marcel Reif über das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft, Jürgen Klopp und die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer

von Michael Thaidigsmann  02.07.2026 Aktualisiert

Fußball

Länderspiel verlegt: Irland verzichtet auf Israel-Boykott

Irlands Fußballverband FAI will das UEFA-Nations-League-Spiel gegen Israel nun in Serbien austragen - auch, um einen Abstieg zu vermeiden

 02.07.2026

Großbritannien

London ehrt Stefan Zweig

84 Jahre nach seinem Tod wird der berühmte österreichische Schriftsteller Stefan Zweig in London geehrt. Dorthin war er 1936 vor den Nazis geflohen

 02.07.2026

Augsburg

Neue »Initiative Antisemitismuskritik & Theater« gegründet

Rund 60 Theaterschaffende haben in Augsburg ein neues Netzwerk gegen Judenfeindlichkeit ins Leben gerufen. Ihnen geht es etwa darum, antisemitismuskritische künstlerische Werke zu entwickeln. Und sie wollen expandieren

von Christopher Beschnitt  02.07.2026

Kulturkolumne

In der Hitze des Sommers

Zwischen Deutschland und Israel: Wenn die Luft sich nicht bewegt und die Zeit stillsteht

von Laura Cazés  02.07.2026

Thüringen

Achava-Festspiele: Dialog zwischen Religionen und Kulturen

Die Achava-Festspiele gehen mit mehr als 80 Veranstaltungen in ihre zwölfte Ausgabe. Neben Konzerten umfasst das Programm Ausstellungen, Filme, Vorträge, interreligiöse Begegnungen sowie Angebote für Familien und Schulen

 02.07.2026

Weimar

Ausstellung zeigt Verstrickung von Ärzten im NS-Staat

Die Weimarer Ausstellung »Systemerkrankung« skizziert ausgewählte Biografien von Medizinern im NS-Staat. Die Texte und Hörstationen ordnen dabei die Rolle der individuellen Verstrickungen, aber auch Widerstandshandlungen zwischen 1933 und 1945 ein

 02.07.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  02.07.2026

Bachmannpreis

Sie ging – der Roman kommt

Die Autorin Slata Roschal las in Klagenfurt ihren Text »Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet«. Und sie verursachte einen kleinen Skandal

von Katrin Richter  02.07.2026