Finale

Benis Welt

Ich habe einen guten Kollegen, mit dem ich mich jeden Donnerstag zum Badminton treffe. Wir spielen eine knappe Stunde und trinken danach etwas in einer Bar. Letztes Mal drehte sich unser Gespräch um jüdische Frauen. Der Freund, ein Nichtjude, schnalzte mit der Zunge und schwärmte genießerisch von den »Judenfrauen«. Das hat mich sehr gestört.

Ich kann das nämlich nicht so gut nachvollziehen. Ich weiß: Goethe soll von den Frankfurter Judenmädchen entzückt gewesen sein, und König Salomon sang über jüdische Ehefrauen: »Ihr Licht erlischt nicht in der Nacht.«= Jesus Christus hingegen hatte zeitlebens Mühe mit seiner jüdischen Mutter. Vielleicht hängen deswegen so viele Jesusbabys mit der Maria in den Museen rum. Sozusagen als späte Rache.

Ich hingegen habe eine nüchterne Meinung über sie. Die jüdische Frau ist eine Mischung zwischen Vogel- und Krabbenspinne. Erstere frisst bekanntlich ihren Mann nach der Begattung, die letztere opfert sich für ihre Kinder auf.

nutella In der Primarschule gingen wir mal mit dem Lehrer auf eine Berghütte. Unten im Tal gab es eine Überschwemmung. Wir waren von der Außenwelt abgeschnitten. Es war nicht so dramatisch, immerhin gab es einen Kiosk in der Hütte, und der Nutella-Vorrat reichte noch viele Tage. Meine Mutter jedoch setzte Arsch und Himmel in Bewegung. Die Blick-Redaktion, das Schweizer Pendant zur Bild-Zeitung, bestürmte sie so lange, bis ein Journalist mit einem Militärhelikopter (!) zu uns hochflog. Er machte schöne Fotos und flog dann wieder runter. Mich lehrte diese Geschichte, dass ich nicht einmal auf einer gottverlassenen Hütte vor meiner Mutter sicher bin.

Aber auch mit jüdischen Mädchen hatte ich so meine Probleme. Ich war der einzige Jude im Dorf. Und in der Synagoge in der Stadt waren die Mädchen mindestens 80 Jahre alt. Nein, es gab noch ein Mädchen. Sie hieß Nadine. Sie betete oben in der Frauenempore, ich unten bei den Männern. Ich war 13 Jahre alt und etwas war mir klar: Diese Nadine, die wollte ich kriegen! Aber Gott schien andere Pläne mit mir zu haben. Denn Nadine betete hinter einer scheißdicken Säule. Ich musste schon einen extralangen Umweg zu meinem Synagogenplatz wählen, um wenigstens etwas von ihr zu sehen. Ich will mir gar nicht ausdenken, wie peinlich ich dabei ausgesehen habe. Nadine bemerkte natürlich meinen Balztanz und grinste ihre Mutter an.

traumfrau Diese schaute mich sanft und mitleidig an. Der Blick verfolgte mich noch lange. Ich hatte Angst vor jüdischen Frauen. Schließlich habe ich dann – im Internet – meine jüdische Traumfrau gefunden. Mittlerweile ist sie auch schon eine jiddische Mamme geworden. Und was richtig schön ist: Ich lebe auch nach der Paarung noch!

Forum

Leserbriefe

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Themen der Jüdischen Allgemeinen

 12.08.2026

Rapper Pashanim während eines Konzertes auf der Bühne

Hiphop

Rapper Pashanim: »Free Palestine« als Verkaufsschlager

Auf seinem neuen Album »Lounge Musik« rappt der Berliner Musiker Pashanim wiederholt über den Israel-Palästina-Konflikt – Kokettieren mit dem palästinensischen Terrorismus inklusive

von Lennart Wilsch  12.08.2026

TV-Kritik

Geschäftsmodell Hass - ARD zeigt Serie über gewaltbereite Hooligans im israelischen Fußball

Die Dramaserie »Hooligans« blickt in den Abgrund rechtsextremer Fußballgewalt. Dass sie es ausgerechnet in Israel tut, macht den Achtteiler zur hochpolitischen Unterhaltung

von Jan Freitag  12.08.2026

Programm

Summer Open Airs in Frankfurt und Hannover, und ein Rendezvous für Hercule Poirot - mit einer Leiche

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 13. August bis zum 20. August

 12.08.2026

Hamburg

Art Garfunkel kommt für ein Konzert nach Deutschland

Der Vorverkauf für den Auftritt in der Elbphilharmonie am 24. Oktober hat begonnen

 12.08.2026

Reportage

Unter die Haut

Für viele Jüdinnen und Juden ist ein Tattoo nicht nur Körperschmuck – sondern auch ein Bekenntnis zur eigenen Identität. Vier tätowierte Menschen erzählen

von Nicole Dreyfus  12.08.2026

Glosse

Der Rest der Welt

New Yorker Geschichten: Zu viele Bücher kann es gar nicht geben

von Katrin Richter  11.08.2026

Filmkritik

»Noga« - Porträt der Sängerin Noga Erez zeigt persönliches Ringen

Ein dokumentarisches Porträt der israelischen Musikerin Noga Erez, deren internationaler Erfolg seit dem Hamas-Massaker und den antiisraelischen Kulturattacken ausgebremst wird

von Kathrin Häger  11.08.2026

Literatur

Tomer Gardi und Dana Vowinckel für Deutschen Buchpreis nominiert

Die Jury hat die Auswahl der 20 Kandidaten bekanntgegeben. Unter ihnen sind auch bekannte Autoren mit jüdischem Hintergrund

 11.08.2026