Los Angeles

Ben Stillers »Severance« punktet bei Emmy-Nominierungen

Der jüdische Produzent, Regisseur und Schauspieler Ben Stiller Foto: picture alliance / Evan Agostini/Invision/AP

Die Büro-Dystopie »Severance« des jüdischen Produzenten, Regisseurs und Darstellers Ben Stiller zählt zu den Top-Favoriten in den Drama-Kategorien bei den diesjährigen Emmy Awards. Dies gilt auch für die Superreichen-Satire »The White Lotus«.

»Severance« (in Deutschland bei Apple TV+ zu sehen) handelt von den Machenschaften eines Biotech-Unternehmens und führt mit 27 Nominierungen das gesamte Feld an.

»The White Lotus« (Sky Atlantic) erhielt 23 Nominierungen. Beide sind auch in der Königskategorie »Beste Dramaserie« vorgeschlagen. Dafür sind auch »Andor«, »Diplomatische Beziehungen«, »The Last of Us«, »Paradise«, »The Pitt« und »Slow Horses« nominiert.

Verliebter Rabbiner

Bei den Comedy-Serien liegt die Hollywood-Satire »The Studio« (Apple TV+) mit 23 Nominierungen vor »Hacks« (RTL+) über eine alternde Comedienne mit 14 Nennungen. Auch der jüdische Hauptdarsteller Seth Rogen und seine Kollegin Jean Smart können sich Hoffnung auf einen Preis machen.

Lesen Sie auch

Die anderen Nominierungen als beste Comedy-Serie sind »Abbott Elementary«, »The Bear«, »Only Murders in the Building«, »Shrinking« und »What We Do in the Shadows«. Auch »Nobody Wants This«, eine höchst unterhaltsame Serie über einen Rabbiner, der sich in eine »Schickse« verliebt, steht auf der Liste.

Das Netflix Jugend-Drama »Adolescence« kommt bei den Miniserien auf 13 Nominierungen, darunter auch für seinen Jungstar Owen Cooper und für Stephen Graham, der den Vater eines gewalttätigen Teenagers spielt.

Verleihung im September

Noch mehr Nominierungen, 24, erhielt »The Penguin« (Sky Atlantic) über den Aufstieg von Batmans Gegenspieler Oswald Cobb in der Unterwelt von Gotham mit Colin Farrell in der Hauptrolle. »Black Mirror«, »Dying for Sex« und »Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez« sind die weiteren Nominierungen in der Kategorie »Beste Miniserie oder Anthologie-Reihe«.

In den Darstellerkategorien tauchen viele prominente Hollywood-Namen auf. Kathy Bates steht für eine Neuauflage von »Matlock« als beste Hauptdarstellerin in einem Drama zur Wahl, Gary Oldman (»Slow Horses«) und Pedro Pascal (»The Last of US«) könnten beste Hauptdarsteller in einer Dramaserie werden. Cate Blanchett (»Disclaimer«) und der jüdische Schauspieler Jake Gyllenhaal (»Aus Mangel an Beweisen«) sind als beste Darsteller in Miniserien nominiert.

Die 77. Emmy Awards werden am 14. September verliehen und in diesem Jahr von Comedian Nate Bargatze moderiert. Im Vorjahr hatte »Shogun« als bestes Drama gewonnen, in diesem Jahr gab es keine neue Staffel der Reihe. Bei den Comedy-Serien lag »The Bear« vorn, aber für die in diesem Jahr zur Wahl stehende dritte Staffel waren die Kritiken deutlich schlechter.

Meister der Melancholie

Leonard Cohen: »Jikan der Stille« lebte seine Religion - und auch eine andere

Seine Lieder sind geheimnisvoll, oft düster - und doch von beklemmender Schönheit. Leonard Cohen war nie zu greifen, mit niemandem zu vergleichen. Vor zehn Jahren ist er gestorben

von Alexander Brüggemann  07.11.2026

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Nachruf

Eine Welt voller Wärme

Die jüdische Kinderbuchautorin Myriam Halberstam nimmt Abschied von Janosch, dem Vater von Tiger, Bär und Tigerente

von Myriam Halberstam  06.11.2026

Fernsehen

Biedere Bürgerlichkeit und organisierter Massenmord

Das ZDF zeigt den Oscar-prämierten Spielfilm »The Zone of Interest« über den KZ-Kommandanten Rudolf Höß, der mit seiner Familie unmittelbar neben dem Vernichtungslager Auschwitz lebte

von Josef Lederle  06.11.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  06.11.2026

TV-Tipp

Viele Jahre bis zum großen »Hallelujah«: Arte zeigt Porträt von Leonard Cohen zum zehnten Todestag

Es ist wohl das bekannteste Lied des kanadischen Sängers Leonard Cohen. Und so steht »Hallelujah« auch im Zentrum eines so unterhaltsamen wie inspirierenden Porträts über den legendären Sänger

von Jan Lehr  06.11.2026

Hintergrund

Claudia Roth und der »unfassbare Druck vom Zentralrat«

Die Ex-Kulturstaatsministerin bezeichnet es als »totalen Fehler«, auf der Berlinale Regisseure wegen ihrer israelfeindlichen Aussagen kritisiert zu haben und sucht dafür die Schuld beim Zentralrat der Juden

von Michael Thaidigsmann  05.11.2026

Interview

»Ich bin von Natur aus kein glücklicher Mensch«

Die Schriftstellerin Nele Pollatschek verrät im Gespräch zu ihrem neuen Buch, wie sie gelernt hat, das Leben bewusster und positiver wahrzunehmen – ohne die Augen vor dem Leid der Welt zu verschließen

von Katrin Richter  05.11.2026

Kulturkolumnne

Bis 120 oder Wie wir doch noch zu Muskeljuden werden

In der heutigen Zeit ziehen körperliche Optimierungstrends nicht spurlos an uns vorbei. Sollen wir uns davon beherrschen lassen?

von Laura Cazés  05.11.2026