Konzert

Begnadeter Dilettant

Mach’s noch einmal, Woody. Allen und seine Klarinette Foto: csw

Dass Woody Allen ein ebenso genialer Regisseur wie intelligenter Autor ist – geschenkt. Doch ist der in Brooklyn geborene Filmemacher auch ein guter Klarinettist? Und lohnt es sich gar, für den Besuch seines Konzerts an diesem Freitag in Köln eines der nicht gerade günstigen Tickets zu kaufen? Die Antwort könnte deutlicher nicht sein: Natürlich ist der Stadtneurotiker als Musiker ein Dilettant und natürlich bleiben seine musikalischen Fähigkeiten hinter seinen filmischen weit zurück. Die Klarinette klingt meist quiekend und spröde, als käme Allen andauernd außer Puste. Seine Virtuosität ist, kurz gesagt, nicht ganz so groß wie seine Leidenschaft für die Musik.

Und doch ist es ein Glück, dass der 75-Jährige seine Heimat New York verlassen hat, um am Rhein eines der raren Konzerte zu geben. Denn die Auftritte von Woody Allen & His New Orleans Jazz Band sind trotz musikalischer Mängel stets auch ein außergewöhnliches Erlebnis. Sie sind weniger Konzert denn Event, das Publikum huldigt jenem Star, der uns so viele schöne Kinostunden beschert hat. Und schon allein, weil es nicht allzu oft vorkommt, dass Allen in Deutschland gastiert, lohnt sich ein Konzertbesuch. Für gewöhnlich spielt er mit seiner Band seit über 30 Jahren jeden Montag im Manhattaner Carlyle Hotel und schlägt wegen dieses jour fixe auch gern einmal Einladungen zur Oscar-Verleihung aus. Der Termin ist inzwischen Kult und jede Vorstellung ausverkauft. Und Hand aufs Herz: Spielte Barack Obama Klavier, wäre die Musik nicht auch zweitrangig?

Für das Konzert in der Philharmonie Köln gibt es noch Tickets: 0221-280280 oder www.koelner-philharmonie.de

"Es ist kein Einzelfall, dass jungen Frauen die Kette mit dem Davidstern vom Hals gerissen wird": Ute Cohen

Literatur

Kein Licht im Club der Versehrten

Ute Cohen zeigt in ihrem neuen Roman »Willents Brut« wie die deutschen Dämonen in einer Nachkriegsfamilie zerstörerisch nachwirken

von Stefan Meetschen  25.09.2026

Berlin

Vor 70 Jahren lief »Das Tagebuch der Anne Frank« auf deutschen Bühnen

Ihr Tagebuch gehört zur Weltliteratur. Das gleichnamige Theaterstück polarisierte dagegen

von Nikolas Ender  25.09.2026

Yotam Ottolenghi

Auch einfach lecker

Der israelisch-britische Koch hat sein neues Buch »Simple Too« in Berlin vorgestellt

von Katrin Richter  25.09.2026

Frankfurt

Jüdische Gemeinde Frankfurt erhöht Druck auf Hessischen Rundfunk

Im Streit um das in der NS-Zeit enteignete Grundstück der örtlichen B’nai-B’rith-Loge stehen nun auch personelle Konsequenzen im Raum

 25.09.2026

UEFA Nations League

Wirbel um Eckfahnen-Jubel nach Gelb-Rot für Israels Stürmer

Der israelische Stürmer Sayed Abu Farkhi schnappte sich beim Torjubel im Spiel gegen Österreich die Eckfahne - und wurde daraufhin vom Platz gestellt

 25.09.2026

Fernsehen

Adolf und seine »Akte«

Die fünfte Staffel von »Babylon Berlin« spielt 1933 zur Zeit von Hitlers Machtergreifung. Unterhaltung mit politischem Anspruch, aber stimmen die Fakten?

von Ayala Goldmann  25.09.2026

Berlin

Iris Berben: Antisemitismus entschieden entgegentreten

In Lesungen, Schulbesuchen oder öffentlichen Diskussionen tritt die Schauspielerin unermüdlich für jüdisches Leben ein. Dafür wurde sie nun ausgezeichnet - und erhält emotionale Worte von Igor Levit

 25.09.2026

Los Angeles

Rapper Macklemore kündigt »Free Palestine Tour« in Europa an

Wegen israelfeindlicher Äußerungen wurde der US-Rapper aus dem Vorprogramm der Tour von Popstar Ed Sheeran gestrichen. Jetzt kündigt er drei europäische Auftritte an

 25.09.2026

TV-Tipp

Jonah Hill in tollem Sportdrama: »Die Kunst zu gewinnen - Moneyball«

Film über ein Baseball-Team aus anderswo aussortierten Spielern

von Jan Lehr  24.09.2026