München

Bayern gibt von Nazis geraubte Silberobjekte zurück

Zwangsabgaben aus jüdischem Besitz in der Ausstellung »Silber für das Reich« im Bayerischen Nationalmuseum Foto: dpa

Bayern hat von den Nationalsozialisten geraubte Kunstobjekte an die Nachfahren Münchner Juden zurückgegeben. Sechs Silberobjekte – einen Pokal, ein Gewürzgefäß, drei Leuchter und einen Kelch –überreichte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) im Bayerischen Nationalmuseum am Montag den Nachkommen von zwei Familien. Die Staatsregierung wolle ein Zeichen setzen, dass sie sich ihrer Verantwortung stelle, sagte Sibler.

Leihhäuser Ab 1939 hatten die Nationalsozialisten Juden gezwungen, Gold, Silber und Edelsteine bei kommunalen Leihhäusern abzugeben. Der Großteil der Gegenstände wurde eingeschmolzen, schöne oder künstlerisch wertvolle Stücke wurden Museen angeboten oder gelangten in den Kunsthandel. Das Bayerische Nationalmuseum hatte damals 322 Objekte gekauft, von denen bereits über die Jahre mehr als 200 an ihre Eigentümer zurückgegeben wurden.

Die übrigen mehr als 100 Stücke werden seit dem vergangenen Jahr in der Ausstellung »Silber für das Reich« ausgestellt. Diese soll öffentliche Aufmerksamkeit schaffen und so helfen, die Erben der Objekte ausfindig zu machen.  dpa

Glosse

Der Rest der Welt

New Yorker Geschichten: Zu viele Bücher kann es gar nicht geben

von Katrin Richter  11.08.2026

Forum

Leserbriefe

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Themen der Jüdischen Allgemeinen

 11.08.2026

Reportage

Unter die Haut

Für viele Jüdinnen und Juden ist ein Tattoo nicht nur Körperschmuck – sondern auch ein Bekenntnis zur eigenen Identität. Vier tätowierte Menschen erzählen

von Nicole Dreyfus  11.08.2026

Filmkritik

»Noga« - Porträt der Sängerin Noga Erez zeigt persönliches Ringen

Ein dokumentarisches Porträt der israelischen Musikerin Noga Erez, deren internationaler Erfolg seit dem Hamas-Massaker und den antiisraelischen Kulturattacken ausgebremst wird

von Kathrin Häger  11.08.2026

Literatur

Tomer Gardi und Dana Vowinckel für Deutschen Buchpreis nominiert

Die Jury hat die Auswahl der 20 Kandidaten bekanntgegeben. Unter ihnen sind auch bekannte Autoren mit jüdischem Hintergrund

 11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Bei der Rapperin reicht ein »Free Palestine« für die Verbündeten, bei dem Sänger ein »Tel Aviv! Love!« für die Gegner. Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminiski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026 Aktualisiert

Archäologie

Die Fingerabdrücke von Qumran

Wie Wissenschaftler mithilfe von Künstlicher Intelligenz den Schriftrollen vom Toten Meer ihre letzten Geheimnisse entlocken wollen

von Sabine Brandes  11.08.2026

Campus

Schweigen als Überlebensstrategie

Ein neuer Sammelband beleuchtet die erschütternde Situation jüdischer Studierender und Lehrender an deutschen Hochschulen

von Therese Klein  10.08.2026