Kino

»Auf das Leben!«

Blitzlichtgewitter, roter Teppich und jede Menge Stars: Alice Brauners neuer Film Auf das Leben! ist am Donnerstagabend im Berliner Kino »Colosseum« vorgestellt worden. Zur Premiere kamen neben Hauptdarsteller Hannelore Elsner, Max Riemelt und Sharon Brauner auch Natalia Avelon, Catherine Flemming, Artur und Maria Brauner und Israels Botschafter in Berlin Yakov Hadas-Handelsman

Der Film erzählt die Geschichte der ehemaligen Cabaret-Sängerin und Schoa-Überlebenden Ruth, einer sarkastischen und doch sehr warmherzigen Frau, die trotz traumatischer Kindheitserlebnisse mitten im Leben steht. Erst die Zwangsräumung ihrer Wohnung und ihrer Musikinstrumentenwerkstatt sowie der damit verbundene Umzug in ein Seniorenheim lassen sie die Lust am Leben verlieren.

begegnung Doch dann trifft Ruth auf einen jungen Mann: Jonas. Der 29-jährige, der seit der Trennung von seiner Freundin in einem Kleinbus haust, kämpft gegen die ersten Anzeichen einer MS-Erkrankung. Da er um die Ausweglosigkeit seiner Situation weiß, hat er sein Medizinstudium an den Nagel gehängt und versucht sich durch einen exzessiven Lebenswandel abzulenken. Um finanziell über die Runden zu kommen, jobbt er als Möbelpacker – und lernt schließlich Ruth kennen.

Aus der flüchtigen Begegnung entwickelt sich bald eine tiefe Verbundenheit. Beide glaubten, durch ihre jeweils unterschiedlichen Traumata den Sinn im Leben verloren zu haben. Durch ihre Gespräche und das Verständnis füreinander entwickeln sie jedoch nach und nach wieder so etwas wie Lebensfreude.

So groß der Altersunterschied, so unterschiedlich ihre Lebenserfahrung und so individuell die schwerwiegenden Schicksalsschläge auch sind – der Wunsch, dem Gegenüber auf die Beine zu helfen ist so stark, dass Ruth und Jonas auch vor ebenso ungewöhnlichen wie bewegenden Maßnahmen nicht zurückschrecken.

Reaktionen Entsprechend positiv vielen nach der Vorführung auch die Kritiken des Premierenpublikums aus. »Hannelore Elsners Spiel ist oscarreif! Das ist die Rolle ihres Lebens!«, befand Nicola Galliner, Direktorin des Jüdischen Filmfestivals Berlin & Potsdam.

Sichtlich berührt von der Tragikomödie war auch Margot Friedländer. Die 92-jährige Berliner Zeitzeugin bescheinigte dem Film, die Traumata der Überlebenden glaubhaft darzustellen. »Ein ernster, und zugleich doch unterhaltsamer Film«, sagte Friedländer. »Er fügt den Filmen über die Schoa ein wichtiges Kapitel hinzu.« ja

Filmstart: 27. November
www.aufdasleben-film.de

Frauenfußball

Der Ball war nicht nur rund, sondern auch weiblich

Wie die österreichische Jüdin Ella Zirner-Zwieback zur Pionierin in einer von Männern dominierten Sportdisziplin wurde

von Martin Krauß  13.07.2026

Kulturkolumne

Mehr Gelb!

Mionesisch und Jüdischkeit oder Warum die Minions Hitler nicht geholfen hätten

von Sophie Albers Ben Chamo  13.07.2026

Social Media

Gil Ofarim dankt neuen und alten Fans

Der Musiker liefert eine Erklärung für die Stille, die ihn seit seinem Sieg beim Dschungelcamp umgibt

 12.07.2026 Aktualisiert

Kultur

Festival Yiddish Summer in Weimar gestartet

Der 26. Yiddish Summer Weimar widmet sich in diesem Jahr den bislang wenig beachteten Stimmen jiddischsprachiger Frauen. Auf dem Programm stehen 97 Veranstaltungen, darunter drei Uraufführungen

von Jens Büttner  12.07.2026

Sehen!

»In the Hand of Dante«

Die Handlung springt zwischen den Jahrhunderten hin und her. Trotzdem ist der Film mit Gal Gadot und Oscar Isaac ein gelungenes Werk

von Katrin Richter  12.07.2026 Aktualisiert

Kooperation

Eins plus eins ist mehr als zwei

Die deutsch-israelische Forschungsstiftung GIF feierte ihr 40-jähriges Jubiläum auf Schloss Elmau

von Gabriele Hermani  12.07.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Eine Tracking-App, eine Banane und wie der Sommer richtig gut wird

von Margalit Edelstein  12.07.2026

Aufgegabelt

Malabi-Eis

Rezepte und Leckeres

 12.07.2026

Musik

Der Mann, der die 13 fürchtete

Zum 75. Todestag des Komponisten Arnold Schönberg

von Axel Brüggemann  10.07.2026