Würdigung

Daniel Libeskind mit »Dresden-Preis« geehrt 

Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, überreicht in der Semperoper den Dresdner Friedenspreis 2023 an Daniel Libeskind. Foto: picture alliance / epd-bild

Der US-amerikanische Architekt Daniel Libeskind hat den mit 10 000 Euro dotierten internationalen »Dresden-Preis« erhalten. Der Verein Friends of Dresden würdigte den 76-Jährigen am Sonntag in der Semperoper für seine außerordentlichen künstlerischen Beiträge zur Kultur des Erinnerns und Mahnens. 

Libeskind sagte in seiner Dankesrede, in der Architektur gehe es darum, Orte des Verständnisses zu schaffen. »Wenn wir Frieden erreichen wollen, dann brauchen wir eine offene Gesellschaft, in der Krieg, Fanatismus und Gewalt keinen Platz mehr haben.« 

Zur Begründung für die Vergabe des Preises an Libeskind hieß es, wie kaum ein anderer Architekt habe der Künstler in den letzten Jahrzehnten einen angemessenen architektonischen Rahmen für das Erinnern an die Opfer von Holocaust, Krieg und Terror geschaffen. Die Architektur selbst gebe die Richtung des Erinnerns vor. 

Als Beispiele wurden unter anderem das Jüdische Museum in Berlin, das New Yorker Mahnmal Ground Zero sowie das Holocaust-Mahnmal in Amsterdam genannt. In Dresden hatte Libeskind das Militärhistorische Museum der Bundeswehr umgestaltet.

Außerdem wurde die Auszeichnung für das Jahr 2022 nachträglich an den niederländischen Klimaanwalt Roger Cox überreicht. Mit der Auszeichnung würdigte die Jury seinen Beitrag zum Kampf für die Einhaltung der globalen Klimaziele mit den Mitteln des Rechts. Zu seinen Erfolgen zählt unter anderem der gewonnene und Zeichen setzende Klima-Prozess gegen den Shell-Konzern vor knapp zwei Jahren. Wegen der Corona-Pandemie wurde Cox‘ Ehrung um ein Jahr verschoben.

Der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) wurde mit dem Ehrenpreis der Friends of Dresden gewürdigt. Der 90 Jahre alte Politiker habe sich sein Leben lang engagiert für Menschenrechte und Frieden eingesetzt, hieß es.

Der »Dresden-Preis« wird seit 2010 an Persönlichkeiten verliehen, die sich im besonderen Maße um Frieden und Völkerverständigung verdient gemacht haben. Dazu gehörten unter anderen Michail Gorbatschow, Whistleblower Daniel Ellsberg, die syrische Bildungsaktivistin Muzoon Almellehan sowie die Friedensaktivistin Kim Phuc Phan Thi, die als Napalm-Opfer auf einem berühmten Foto aus dem Vietnamkrieg zu sehen ist. dpa

Zahl der Woche

16 Stunden 25 Minuten

Fun Facts und Wissenswertes

 28.06.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Warum sich jüdische Mädchen mehr für Fußball begeistern sollten

von Nicole Dreyfus  27.06.2026

Interview

»Deutsch-jüdische Geschichte ist nichts Verstaubtes«

Der Judaist Alexander Dubrau über seine neue Aufgabe als Direktor des Leo Baeck Instituts Jerusalem, akademische Herausforderungen und den Austausch mit der breiten Öffentlichkeit

von Sabine Brandes  27.06.2026

Sachbuch

Altern als Bühne

Der Schweizer Autor Roger Schawinski hält Boomern den Spiegel vor und plädiert für Genuss und Lebensfreude bis zum Schluss

von Nicole Dreyfus  27.06.2026

»Tage des Exils«

Zirkuskunst, Klezmer und Theater: »Tsirk Dobranotch« kommt nach Frankfurt

Ein außergewöhnliches Zusammenspiel aus Zirkuskunst, jiddischem Theater und Klezmermusik erwartet Besucher im August

 26.06.2026

Aufgegabelt

Sommerfrisch: Melone und Gurke auf Labneh

Rezepte und Leckeres

 26.06.2026

Dresden/Gohrisch

Sächsische Schostakowitsch Tage eröffnet

Das Festival widmet sich bis Sonntag jüdischen Einflüssen auf das Werk des russischen Komponisten

 26.06.2026

Bachmannpreis

250 Mal A und ein Abgang

Die Autorin Slata Roschal las aus ihrem Text »Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet«, aber diskutiert wurde über etwas ganz anderes

von Katrin Richter  26.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  25.06.2026