Versteigerung

Alte hebräische Bibel könnte bei Auktion Millionen bringen

Der »Codex Sassoon« wird bei Sotheby’s präsentiert. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Eine alte Sammlung heiliger Schriften des Judentums könnte bei einer Auktion in New York bis zu 50 Millionen Dollar (etwa 47 Millionen Euro) einbringen.

Der sogenannte Codex Sassoon solle im Mai versteigert werden, teilte am Mittwoch das Auktionshaus Sotheby’s mit, dessen Experten auch den wahrscheinlichen Verkaufspreis vorab schätzten. Das Werk sei um 900 n.d.Z. entstanden und gehöre damit zu den ältesten noch existierenden Stücken dieser Art, hieß es.

Aufschwung »Vor über 1000 Jahren, nach sieben Jahrhunderten nahezu völliger Stille, erlebte die Erstellung hebräischer Manuskripte einen aufregenden Aufschwung«, teilte das Auktionshaus mit. »Die letzten Schriftrollen vom Toten Meer – die wichtigsten erhaltenen alten jüdischen Manuskripte – stammen aus dem ersten Jahrhundert.«

Erst im frühen Mittelalter hätten Gelehrte, die Masoreten, begonnen, eine Sammlung von Notizen zu erstellen, die den Text der hebräischen Bibel, die seit der Antike im Wandel war, standardisierten.

Eines der bekanntesten Bücher, das aus diesem Projekt hervorging, war der »Aleppo Codex«, der um 930 zusammengestellt wurde. Er wurde später mit masoretischen Notizen von Aaron ben Moses ben Asher, einem herausragenden Bibelgelehrten, der für die Korrektur verantwortlich war, vervollständigt.

Vorlage Der »Aleppo Codex« diente später als Vorlage für Schreiber, um sicherzustellen, dass sie die Bibel richtig kopiert hatten. Heute sind laut Sotheby’s weniger als 300 der etwa 487 Originalblätter des »Aleppo Codex« erhalten.

Die früheste und vollständigste Kopie der hebräischen Bibel ist aber der »Codex Sassoon«. Dieser ist nach David Solomon Sassoon (1880–1942) benannt, einem leidenschaftlichen Sammler von Judaika und hebräischen Manuskripten. Er enthält alle 24 Bücher der hebräischen Bibel, es fehlen nur zwölf Blätter.

Der »Codex Sassoon« geht der frühesten vollständigen hebräischen Bibel, dem »Leningrad Codex«, um fast ein Jahrhundert voraus. ja (mit dpa)

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  19.04.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  19.04.2026

Aufgegabelt

Falafel-Bowl mit Quinoa

Rezept der Woche

von Katrin Richter  19.04.2026

Eurovision Song Contest

Mehr als 1000 Prominente verteidigen Israels ESC-Teilnahme

Helen Mirren, Amy Schumer und Co: Internationale Persönlichkeiten unterzeichnen einen offenen Brief

von Sabine Brandes  19.04.2026

Eurovision Song Contest

»Der Künstler aus Israel kann per se natürlich nichts dafür, dass er aus Israel kommt, aber …«

Der deutsche Sänger und frühere ESC-Teilnehmer Michael Schulte ruft Israel zum freiwilligen Verzicht auf seine Teilnahme am Eurovision Song Contest auf

 19.04.2026

Kultur

Klein wünscht sich mehr Wehrhaftigkeit gegen Antisemitismus im Kulturbetrieb

Der Antisemitismus-Beauftragte Klein kritisiert einen geplanten Auftritt der palästinenisch-stämmigen DJ Sama‘ Abdulhadi im Juli in Hamburg

 19.04.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Beat statt Predigt: Wenn der Rabbiner für eine bessere Welt rappt

von Margalit Edelstein  19.04.2026

Kommentar

Hätte er doch einfach geschwiegen

Michael Schulte ist der erfolgreichste deutsche Teilnehmer des ESC der letzten Jahre. Und Schulte ist ein geschichtsbewusster Künstler. Umso befremdlicher sind seine Einlassungen zu Israel

von Daniel Killy  18.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Wir Juden sollten uns nicht verstecken. Wir sollten offen, laut und stolz sein - auch und insbesondere auf den jüdischen Staat

von Daniel Neumann  17.04.2026