Heidelberg

Abraham Berliner Center gegründet

Abraham Berliner Foto: cc

Am 21. April, kurz nach Beginn des Sommersemesters, ist an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg (HfJS) das Abraham Berliner Center zur Erforschung der Text- und Auslegungstraditionen der Hebräischen Bibel offiziell gegründet worden.

Anlass war der 100. Todestag des Literaturhistorikers, Dozenten für jüdische Geschichte und Literatur am Rabbinerseminar in Berlin und Herausgeber des »Magazins für die Wissenschaft des Judentums« Abraham Berliner (1833–1915).

»Abraham Berliner steht stellvertretend für diejenigen jüdischen Gelehrten in Deutschland, die im Bereich der semitischen Sprachen sowie der Text- und Auslegungstraditionen der Hebräischen Bibel einschließlich der Targumim bahnbrechende Forschungsarbeit leisteten, für diese Forschung in Deutschland allerdings nie einen gesicherten akademischen Rahmen vorfanden, weder vor 1933 noch nach 1945«, erklärt Hanna Liss, Professorin für Bibel und Jüdische Bibelauslegung an der HfJS und Gründungsdirektorin des Center.

Förderung Das Abraham Berliner Center solle, so Liss, »diese philologische und historische jüdische Wissenschaftskultur in Deutschland intensiv fortführen und fördern«.

Zur Eröffnung hielt der Bibelwissenschaftler Jordan Penkower von der Bar-Ilan-Universität in Tel Aviv einen Festvortrag. Bereits am Tag zuvor hatte Penkower einen Workshop mit Studenten und Nachwuchswissenschaftlern der HfJS abgehalten.

Das Abraham Berliner Center will die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Forschern aus aller Welt, vor allem aus Israel, Frankreich und den USA, pflegen. Es besteht eine enge fachliche und personelle Zusammenarbeit mit der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg.

Das Center betreut Forschungsprojekte, organisiert internationale Konferenzen und Workshops und fördert den Austausch mit Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland, meist in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg und dem Forschungszentrum Internationale und Interdisziplinäre Theologie (FIIT) an der Universität Heidelberg. ja

Hintergrund

Claudia Roth und der »unfassbare Druck vom Zentralrat«

Die Ex-Kulturstaatsministerin bezeichnet es als »totalen Fehler«, auf der Berlinale Regisseure wegen ihrer israelfeindlichen Aussagen kritisiert zu haben und sucht dafür die Schuld beim Zentralrat der Juden

von Michael Thaidigsmann  05.11.2026

Interview

»Ich bin von Natur aus kein glücklicher Mensch«

Die Schriftstellerin Nele Pollatschek verrät im Gespräch zu ihrem neuen Buch, wie sie gelernt hat, das Leben bewusster und positiver wahrzunehmen – ohne die Augen vor dem Leid der Welt zu verschließen

von Katrin Richer  05.11.2026

Kulturkolumnne

Bis 120 oder Wie wir doch noch zu Muskeljuden werden

In der heutigen Zeit ziehen körperliche Optimierungstrends nicht spurlos an uns vorbei. Sollen wir uns davon beherrschen lassen?

von Laura Cazés  05.11.2026

Kino

Im Angesicht der Schmerzen, der Angst und Scham

»Block 10« beleuchtet die medizinischen Experimente an Frauen in Auschwitz – und versteht sich auch als eine Antwort auf die Gegenwart

von Chris Schinke  05.11.2026

London

Banal, schlicht und ironisch

Julia Pascals Theaterstück »The Banality of Evil: Hannah Arendt, France, 1940« erzählt von Hannah Arendt, Charlotte Salomon und Eva Daube als deutsche Jüdinnen in Frankreich und ihrem Leben zwischen zwischen Exil, Gefangenschaft und Überlebenskampf

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  05.11.2026

Geburtstag

Wider die Gedankenlosigkeit: Wolf Biermann wird 90

Als junger Mensch war für ihn die DDR das bessere Deutschland. Doch bald wurde Lyriker und Liedermacher Wolf Biermann ihr schärfster Kritiker. Auch nach der Ausbürgerung blieb er ein wacher und kritischer Geist. Am 15. November wird er 90

von Thomas Bickelhaupt  05.11.2026

Meister der Melancholie

Leonard Cohen: »Jikan der Stille« lebte seine Religion - und auch eine andere

Seine Lieder sind geheimnisvoll, oft düster - und doch von beklemmender Schönheit. Leonard Cohen war nie zu greifen, mit niemandem zu vergleichen. Vor zehn Jahren ist er gestorben

von Alexander Brüggemann  05.11.2026

TV-Tipp

Viele Jahre bis zum großen »Hallelujah«: Arte zeigt Porträt von Leonard Cohen zum zehnten Todestag

Es ist wohl das bekannteste Lied des kanadischen Sängers Leonard Cohen. Und so steht »Hallelujah« auch im Zentrum eines so unterhaltsamen wie inspirierenden Porträts über den legendären Sänger

von Jan Lehr  05.11.2026

Sehen!

»Doitscha – Alles geht vorüber«

Die Tragikomödie »Doitscha – Alles geht vorüber« in der ARD beruht auf einem Buch von Adriana Altaras

von Pascal Beck  04.11.2026