Berlin

250 Jahre Mendelssohns

Moses Mendelssohn (l.) mit seiner Frau Fromet Gugenheim Foto: cc

Vielleicht hatten es sich Fromet Gugenheim und Moses Mendelssohn vor 250 Jahren bei Kerzenschein gemütlich gemacht, als sie am Abend ihrer Hochzeit allein waren. Diese Vermählung am 22. Juni 1762 ist 250 Jahre später Anlass für die Mendelssohn-Gesellschaft, die »Gründung« dieser bedeutenden Familie mit vielen Veranstaltungen in Berlin, Leipzig und New York zu begehen.

Am Dienstagmittag ist das Programm in der Mendelssohn-Remise vorgestellt worden – auch bei Kerzenschein, allerdings wegen eines Stromausfalls.

Das Mendelssohn-Jahr, das unter der Schirmherrschaft von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit steht, ist zwar ein »Themenjahr von unten«, wie Kulturstaatssekretär André Schmitz angesichts des Jubiläumsjahres von Friedrich II., sagte, es habe aber nichtsdestotrotz eine Menge zu bieten.

Von Konzerten über Ausstellungen bis hin zu einer 40 Quadratmeter großen Ahnentafel kann man den Einfluss der Familie, die laut Schmitz »Berlin so geprägt hat wie keine andere« mit fast allen Sinnen erfahren.

Denkmal Ein Höhepunkt wird die Vorstellung eines Mendelssohn-Denkmal-Projekts des israelischen Künstlers Micha Ullmann am 22. Juni, dem Hochzeitstag. Auch das Potsdamer Moses-Mendelssohn-Zentrum, das in diesem Jahr sein 20. Bestehen feiert, hat Veranstaltungen geplant. In Hamburg soll am 25. Mai ein Studentenwohnheim nach Albrecht Mendelssohn Bartholdy benannt werden, einem Enkel des Komponisten Felix Medelssohn Bartholdy.

Über fünf Generationen hatten Bankiers, Künstler und Gelehrte aus der Familie Mendelssohn die deutsch-jüdische Geschichte geprägt. Im Gedenkjahr sollen »das Phänomen ›der Mendelssohns‹, ihre Karrieren und familiären Zerreißproben, ihre Beiträge zur Aufklärung, zur Romantik und zur traditionsbewussten Modernisierung der Gesellschaft« gewürdigt und gefeiert werden, sagte Thomas Lackmann von der Mendelssohn-Gesellschaft. Er stellte am Dienstag noch ein ganz besonderes Projekt vor: eine Ausstellung rund um die »Hochzeit« mit Brautbriefen des jungen Moses Mendelssohn sowie Fromets Hochzeitskleid, das später in einen Toravorhang umgewandelt wurde.

Das komplette Programm unter:
www.mendelssohn-remise.de

Los Angeles

William Shatner kündigt Heavy-Metal-Album mit Starbesetzung an

Der jüdische Schauspieler und Musiker will mit 95 Jahren nicht leiser treten, sondern lauter: Sein neues Album soll prominente Musiker aus der Metalszene zusammenbringen

 01.05.2026

Archäologie

Rätsel um antikes Baby-Massengrab

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren

von Sabine Brandes  01.05.2026

Howard Rossbach

Wanderer zwischen Ostküste und Oregon

Er ist Spross einer Familie bekannter Politiker und Bankiers. Doch seit 50 Jahren reüssiert der gebürtige New Yorker Howard Rossbach am anderen Ende Amerikas als Winzer. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  01.05.2026

Literatur

Herkunft, Schuld und der lange Schatten der Vergangenheit

Krieg, Flucht, Schuld. Diplomat Rüdiger von Fritsch hat ein Buch über seine Familie geschrieben - und über das schwere Erbe deutscher Geschichte

von Christiane Laudage  01.05.2026

Jubilar

Architektur als Zeichen der Hoffnung - Daniel Libeskind wird 80

Das Jüdische Museum Berlin, der Masterplan für Ground Zero in New York: Für den Amerikaner ist Bauen Teil der Erinnerungskultur

von Sigrid Hoff  01.05.2026

Kino

»Nürnberg«: Russell Crowe und Rami Malek locken mit Star-Power

Die Oscar-Gewinner Russell Crowe und Rami Malek glänzen als Nazi-Kriegsverbrecher und Psychiater mit ausgefeiltem Schauspiel. Das ist faszinierend – und problematisch

von Peter Claus  01.05.2026

Zahl der Woche

154.369 Drusen

Fun Facts und Wissenswertes

 01.05.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Marathon oder Volcano Race – von Schnelligkeit und meiner Unsportlichkeit

von Katrin Richter  01.05.2026

Muttertag

Moja Mama!

Die jiddische Mamme ist Motiv in etlichen Witzen. Dabei ist sie ist so viel mehr. Eine Würdigung aus der Perspektive eines Sohnes

von Jan Feldmann  01.05.2026