Großbritannien

Zweijährige stirbt nach Abschaltung von Maschinen

Gegen den Willen der Eltern wurden am Montag die lebenserhaltenden Maßnahmen beendet. Foto: imago images/dolgachov

Alta F. ist tot. Nach einem langwierigen Rechtsstreit um die Fortsetzung lebenserhaltender Maßnahmen für das zweijährige Mädchen waren die Geräte Anfang dieser Woche in einem Krankenhaus im nordenglischen Manchester ausgeschaltet worden – gegen den Willen der Eltern.

URTEILE »Traurige Nachrichten: Die kleine Alta wurde heute Nachmittag von den lebenserhaltenden Maßnahmen abgeschaltet und ist im Hospiz im Beisein ihrer Eltern gestorben«, sagte der Vertreter der Familie. Das Mädchen lag wegen eines bei der Geburt erlittenen Hirnschadens im Krankenhaus. Ohne die Hilfe der Maschinen konnte Alta weder eigenständig atmen noch essen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Anfang des Jahres entschied der Oberste Gerichtshof Großbritanniens, dass die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte in ihrem »besten Interesse« sei, da es »keine Aussicht auf Heilung« gebe. Die Eltern, orthodoxe Juden, hatten dies strikt abgelehnt und stattdessen versucht, Alta zur Behandlung nach Israel oder in die USA bringen zu lassen. Sie scheiterten mit dem Anliegen aber vor Gericht.

Das Krankenhaus in Manchester hatte argumentiert, dass eine solche Verlegung dem Mädchen einerseits zusätzliche Schmerzen zufügen würde, andererseits aber ihre Chancen auf Genesung nicht verbessern würde.

INTERVENTIONEN Auch israelische und amerikanische Politiker intervenierten in dem Fall, aber ohne Erfolg. »Es ist der sehnliche Wunsch ihrer Eltern, die streng gläubige Juden und israelische Staatsbürger sind, dass ihre Tochter nach Israel gebracht wird«, schrieb der damalige israelische Präsident Reuven Rivlin an den britischen Thronfolger Prinz Charles. »Ihre religiösen Überzeugungen stehen einem Abbruch der lebensverlängernden medizinischen Behandlung direkt entgegen, und sie haben Vorkehrungen für ihre sichere Überführung und weitere Behandlung in Israel getroffen«, so Rivlin.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auch der demokratische Mehrheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, brachte das Thema bei einem Treffen mit Premierminister Boris Johnson im September zur Sprache.

Nach Angaben der Zeitung Hamodia waren Altas Eltern bei ihr, als die Geräte abgeschaltet wurden. Auch ein Minjan von Männern sei anwesend gewesen und habe Gebete gesprochen. Der Zeitung lebte das Mädchen noch 90 Minuten, bevor sie starb. Berichten zufolge sollte sie nach einer Trauerfeier, die am späten Montag in Manchester stattfand, zur Beerdigung nach Israel gebracht werden.

In der orthodoxen jüdischen Gemeinschaft in den USA, Israel und anderen Ländern war die Empörung groß. Auf Twitter sprachen mehrere Rabbiner von staatlich angeordnetem »Mord«. mth

Kanada

Ein wenig Mizwa, sehr viel Macho

Das Magazin »Rolling Stone« kürte Drake einst zum »größten jüdischen Rapper aller Zeiten«. Doch der Anfang war hart

von Sarah Thalia Pines  05.11.2026

London

Banal, schlicht und ironisch

Julia Pascals Theaterstück »The Banality of Evil: Hannah Arendt, France, 1940« erzählt von Hannah Arendt, Charlotte Salomon und Eva Daube als deutsche Jüdinnen in Frankreich und ihrem Leben zwischen zwischen Exil, Gefangenschaft und Überlebenskampf

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  05.11.2026

Treffen

Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan - mit Cap und Kapuze

Der Musiker und Songwriter Bob Dylan ist 1997 zum ersten Mal einem Papst begegnet - damals in Bologna, bei einem Jugendtreffen. Nun kam er in den Vatikan und sprach dort mit einem Landsmann

von Ludwig Ring-Eifel  05.11.2026

Meister der Melancholie

Leonard Cohen: »Jikan der Stille« lebte seine Religion - und auch eine andere

Seine Lieder sind geheimnisvoll, oft düster - und doch von beklemmender Schönheit. Leonard Cohen war nie zu greifen, mit niemandem zu vergleichen. Vor zehn Jahren ist er gestorben

von Alexander Brüggemann  05.11.2026

Internetbetrug

Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau warnt vor Fake-Webseite

Wer die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchen will, muss bei der Buchung aufpassen. Denn aktuell gibt es eine gefakte Webseite, teilte die Gedenkstätte mit

von Christiane Laudage  04.11.2026

Brasilien

Kein Freund Israels

Nach dem überraschenden Wahlsieg des linken Präsidenten Lula gibt sich die jüdische Gemeinde des Landes dennoch zuversichtlich

von Andreas Knobloch  04.11.2026

USA

Jüdische MAGA-Aktivistin an der Uni mit Tod bedroht

Die jüdische Studentin und Trump-Unterstützerin Liz Benichou wurde auf dem Campus der University of Michigan attackiert und zu Boden gestoßen

von Nicole Dreyfus  04.11.2026

USA

»Viele jüdische Wähler haben mit zugehaltener Nase abgestimmt«

Der jüdische Rechtsanwalt und Historiker Michael Traison über den Erdrutschsieg der Demokraten bei den Midterms und die möglichen Folgen für Amerikas Beziehungen zu Israel

von Michael Thaidigsmann  04.11.2026

USA

Die innere Sicherheit

Wie jüdische Gemeinden ihren Alltag gegen wachsenden Antisemitismus verteidigen – und sich zunehmend selbst schützen müssen. Ein Ortsbesuch in Washington, D.C. und Miami

von Katrin Richter  02.11.2026