Großbritannien

Zweijährige stirbt nach Abschaltung von Maschinen

Gegen den Willen der Eltern wurden am Montag die lebenserhaltenden Maßnahmen beendet. Foto: imago images/dolgachov

Alta F. ist tot. Nach einem langwierigen Rechtsstreit um die Fortsetzung lebenserhaltender Maßnahmen für das zweijährige Mädchen waren die Geräte Anfang dieser Woche in einem Krankenhaus im nordenglischen Manchester ausgeschaltet worden – gegen den Willen der Eltern.

URTEILE »Traurige Nachrichten: Die kleine Alta wurde heute Nachmittag von den lebenserhaltenden Maßnahmen abgeschaltet und ist im Hospiz im Beisein ihrer Eltern gestorben«, sagte der Vertreter der Familie. Das Mädchen lag wegen eines bei der Geburt erlittenen Hirnschadens im Krankenhaus. Ohne die Hilfe der Maschinen konnte Alta weder eigenständig atmen noch essen.

https://twitter.com/YidInfoNews/status/1450230711131295748

Anfang des Jahres entschied der Oberste Gerichtshof Großbritanniens, dass die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte in ihrem »besten Interesse« sei, da es »keine Aussicht auf Heilung« gebe. Die Eltern, orthodoxe Juden, hatten dies strikt abgelehnt und stattdessen versucht, Alta zur Behandlung nach Israel oder in die USA bringen zu lassen. Sie scheiterten mit dem Anliegen aber vor Gericht.

Das Krankenhaus in Manchester hatte argumentiert, dass eine solche Verlegung dem Mädchen einerseits zusätzliche Schmerzen zufügen würde, andererseits aber ihre Chancen auf Genesung nicht verbessern würde.

INTERVENTIONEN Auch israelische und amerikanische Politiker intervenierten in dem Fall, aber ohne Erfolg. »Es ist der sehnliche Wunsch ihrer Eltern, die streng gläubige Juden und israelische Staatsbürger sind, dass ihre Tochter nach Israel gebracht wird«, schrieb der damalige israelische Präsident Reuven Rivlin an den britischen Thronfolger Prinz Charles. »Ihre religiösen Überzeugungen stehen einem Abbruch der lebensverlängernden medizinischen Behandlung direkt entgegen, und sie haben Vorkehrungen für ihre sichere Überführung und weitere Behandlung in Israel getroffen«, so Rivlin.

https://twitter.com/YidInfoNews/status/1450307162396266499

Auch der demokratische Mehrheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, brachte das Thema bei einem Treffen mit Premierminister Boris Johnson im September zur Sprache.

Nach Angaben der Zeitung Hamodia waren Altas Eltern bei ihr, als die Geräte abgeschaltet wurden. Auch ein Minjan von Männern sei anwesend gewesen und habe Gebete gesprochen. Der Zeitung lebte das Mädchen noch 90 Minuten, bevor sie starb. Berichten zufolge sollte sie nach einer Trauerfeier, die am späten Montag in Manchester stattfand, zur Beerdigung nach Israel gebracht werden.

In der orthodoxen jüdischen Gemeinschaft in den USA, Israel und anderen Ländern war die Empörung groß. Auf Twitter sprachen mehrere Rabbiner von staatlich angeordnetem »Mord«. mth

Interview

»Die Toleranz gegenüber kontroversen Filmen ist seit dem 7. Oktober gesunken«

Die 11. Ausgabe des jüdischen Filmfestival Yesh! will das Judentum in seiner ganzen Vielfalt und Widersprüchlichkeit zeigen

von Nicole Dreyfus  18.03.2026

Irak

»Ich wurde von Idioten entführt«

903 Tage lang war die russisch-israelische Wissenschaftlerin Elizabeth Tsurkov als Geisel in der Gewalt pro-iranischer Terroristen. Dies ist ihre persönliche Feldstudie zur Brutalität autoritärer Regime

von Elizabeth Tsurkov  16.03.2026

Karin Prien

»Meine Großmutter war für die Nazis genau so eine Frau«

Die Bildungsministerin begegnet beim Besuch des Holocaust-Museums in Washington der Erinnerung an ihre eigene Familie. Und sie zieht Schlüsse für ihre heutige Aufgabe

 15.03.2026

Rotterdam

Brandanschlag auf Synagoge: Vier Personen festgenommen

Die niederländische Polizei hat am Freitag vier Personen im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf eine Synagoge festgenommen

 14.03.2026

Amsterdam

Explosion an jüdischer Schule

Nach einem nächtlichen Angriff auf eine jüdische Schule betonen Stadt und Regierung: Antisemitismus darf keinen Platz haben. Die Überwachung jüdischer Einrichtungen bleibt verstärkt

 14.03.2026

Rotterdam

Wieder Brandanschlag auf Synagoge - diesmal in Holland

Erneuter Terrorakt gegen die jüdische Gemeinschaft: Am Freitagmorgen wurde am Eingang des Gotteshauses der jüdischen Gemeinde Rotterdam ein Feuer gelegt

 13.03.2026

Michigan

Anschlag auf Synagoge: »Gezielter Gewaltakt gegen die jüdische Gemeinschaft«

Der Täter fährt mit einem Fahrzeug in die Synagoge »Temple Israel«. Dort wird er erschossen, bevor er Gemeindemitglieder ermorden kann

 13.03.2026

Trondheim

Vorfall vor Synagoge in Norwegen

Im norwegischen Trondheim drang ein bewaffneter Mann in die Synagoge ein. Die Polizei konnte ihn festnehmen

 13.03.2026 Aktualisiert

Michigan

Antisemitischer Anschlag: Amokläufer fährt mit Truck in Synagoge

Ein Amokläufer hat ein jüdisches Gemeindezentrum angegriffen, in dem sich auch ein Kindergarten befindet. Donald Trump spricht von einer »schrecklichen Sache«

 13.03.2026 Aktualisiert