Mexiko

Wiesenthal Center verurteilt Nazi-Hochzeit

Straßenansicht von Tlaxcala Foto: imago images/Toño Labra

Ein Paar in Mexiko hat nach einem Medienbericht mit Nazi-Uniformen und -Symbolen geheiratet. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum verurteilte dies am Dienstag. »Wir hoffen, dass die mexikanischen Behörden die entsprechenden Maßnahmen ergreifen werden«, hieß es von der Organisation, die sich mit der Aufarbeitung des Holocausts beschäftigt.

Die Zeitung »Milenio« hatte über die kirchliche Trauung des vom Nationalsozialismus begeisterten Beamten Fernando und seiner Frau Josefina am 29. April in der zentralmexikanischen Stadt Tlaxcala berichtet. Das Datum hatte sich demnach das Paar ausgesucht, weil es sich um den 77. Hochzeitstag von Adolf Hitler und Eva Braun handelte.

uniform Die Braut trug dabei ein weißes Kleid, wie auf Fotos der Zeitung zu sehen war. Der Bräutigam war jedoch in einer Uniform der Waffen-SS gekleidet. Mehrere andere Anwesende trugen ähnliche Uniformen, es waren auch Hakenkreuze zu sehen – unter anderem auf einem VW Käfer, in dem das Paar für Fotos posierte, sowie auf einem Bild der Hochzeitstorte von der amtlichen Trauung sechs Jahre zuvor.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Bräutigam gehört »Milenio« zufolge einem Klub von Hitler-Sympathisanten an. »Ich weiß, dass Hitler für viele Leute ein Völkermörder ist, ein Symbol für Rassismus und Gewalt«, zitierte ihn die Zeitung. Diese seien jedoch schlecht informiert. In Wirklichkeit habe das deutsche Volk den »Führer« geliebt, da er das Land aus der extremen Armut geführt und ihm die im Ersten Weltkrieg verlorenen Gebiete zurückgegeben habe. Außerdem sei Hitler Vegetarier gewesen.

Der Direktor des Wiesenthal-Zentrums für Lateinamerika, Ariel Gelblung, sagte in einer Mitteilung: »Unsere Institution verurteilt aufs Schärfste die Verzerrung und Verharmlosung des Gedenkens an die sechs Millionen jüdischen Brüder und Schwestern, die im Holocaust ermordet wurden, und die Verachtung seitens derjenigen, die die Geschichte leugnen oder verfälschen, sowie all derjenigen, die sich an dieser verachtenswerten Respektlosigkeit beteiligt haben.« dpa

New York

Resiliente Einhörner

Während Bürgermeister Zohran Mamdani gegen Premier Benjamin Netanjahu wettert, bekommen israelische Start-ups ein neues Zuhause

von Sophie Albers Ben Chamo  29.07.2026

Toronto

Solidarität nach Angriffen: Lange Schlangen vor jüdischen Bagel-Läden

Nach Angriffen auf zwei Filialen der jüdischen Bäckereikette Kiva’s Bagel Bar kaufen Bewohner dort ein. Zeitgleich feuerte ein Unbekannter Schüsse auf das US-Konsulat ab

 29.07.2026

Jerusalem

Frühere Staatschefinnen fordern Strafen für israelische Siedler

Die frühere Präsidentin Irlands, Mary Robinson, und die frühere Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, forderten unter anderem ein Verbot des Handels mit Waren illegaler Siedlungen

 29.07.2026

Judenhass

Antisemitismus auf Höchststand seit mehr als drei Jahrzehnten

Die Untersuchung erfasst die sieben Länder mit den größten jüdischen Bevölkerungen außerhalb Israels, darunter Deutschland

 29.07.2026

Griechenland

Israelische Touristen auf Kreta von israelfeindlichem Mob attackiert

Auf der Insel Kreta soll eine Gruppe israelischer Touristen mit Flaschen und einem Luftgewehr angegriffen worden sein

 28.07.2026

USA

Comedy mit Kriegsbemalung

In ihrer Heimat ist das Stand-up-Naturtalent Iliza Shlesinger gerade auf Tour. Für den Rest gibt es Netflix

von Sarah Thalia Pines  28.07.2026

Toronto

Schüsse auf jüdische Bäckerei – Polizei ermittelt wegen möglicher Hasskriminalität

Innerhalb von 20 Minuten werden in der kanadischen Metropole zwei Anschläge auf die Bäckereikette Kiva’s Bagel verübt

 27.07.2026

Großbritannien

Zwischen Skepsis und Hoffnung

Die jüdische Gemeinschaft sieht den neuen Premier Andy Burnham kritisch – er will die Nahostpolitik des Landes ändern

von Rudolf Hönnige  23.07.2026

Meinung

Ist der neue jüdische Außenminister nur ein Feigenblatt?

Großbritanniens neuer Premier Andy Burnham hat Ed Miliband zum Außenminister ernannt. Dass nun ein jüdischer Politiker für die Nahostpolitik zuständig ist, könnte auch ein Feigenblatt sein

von Michael Thaidigsmann  21.07.2026