Genf

Warnung vor »Impfnationalismus«

Foto: Getty Images/iStockphoto

Der Jüdische Weltkongress (WJC) und der Weltkirchenrat (WCC) haben einen gleichen und fairen Zugang aller Menschen zu Impfstoffen gegen Covid-19 gefordert. Die Menschen in den armen Ländern dürften nicht ausgeschlossen werden, mahnten die beiden Organisationen am Dienstag in Genf.

Zudem warnten sie vor einem drohenden »Impfnationalismus«. Die führenden Vertreter von Religionsgemeinschaften müssten dagegen vorgehen.

Unter Impfnationalismus wird der Zugriff reicher Länder auf Vakzine verstanden, ohne dass finanziell schwächer ausgestattete Länder ihre Bevölkerungen versorgen können.

DIALOG Der geschäftsführende WJC-Vizepräsident, Maram Stern, sagte, er schätze die gemeinsame Initiative des Jüdischen Weltkongresses und des Weltkirchenrats. Die Erklärung »wurde im Geiste des interreligiösen Dialogs und der interreligiösen Zusammenarbeit verfasst und hat sich von unseren jeweiligen jüdischen und christlichen Traditionen inspirieren lassen, die uns durch diese lebensverändernde Zeit geführt haben«.

Weiter verurteilen die beiden Organisationen den offenen Antisemitismus, der in verschiedenen Verschwörungstheorien über das Corona-Virus auftaucht. Die Verschwörungstheoretiker unterminierten das öffentliche Vertrauen in das Gesundheitswesen und in die Impfungen, hieß es. epd/ja

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026

Schweiz

Jugendlicher plante Blutbad

Der Prozess gegen einen Schüler, der einen Juden in Zürich töten wollte, beginnt am 1. Juli. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines sich früh radikalisierenden Jugendlichen

von Nicole Dreyfus  18.06.2026

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Albanien

Flamingos gegen Kushner

In Tirana wächst der Widerstand gegen einen Inselverkauf. Präsident Edi Rama wirft den Demonstranten Antisemitismus vor. Zu Recht?

von Adelheid Wölfl  16.06.2026

Großbritannien

Einstufung von Palestine Action als Terrorgruppe ist rechtens

Ein Berufungsgericht in London hat der Regierung von Premier Keir Starmer Recht gegeben und das Verbot der militant antiisraelischen Gruppierung bestätigt

 15.06.2026