Identität

Vitali Klitschko: Ich habe das Jüdische in meiner Familie sehr spät entdeckt

Vitali Klitschko (r.), hier mit seinem Bruder Wladimir (Archiv) Foto: picture alliance / NurPhoto

Der Konflikt um die Ukraine ist nach Ansicht von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko »keine Frage der Sprache, der Religion, der Nationalität«. Anders als von der russischen Propaganda behauptet, gehe es nicht um Nationalisten oder angeblich fehlende Rechte von russischsprachigen Menschen in der Ukraine, sagte Klitschko der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Er selbst sei Halbrusse, seine Mutter Russin, betonte der 51-Jährige und fügte hinzu: »Es ist eine Frage der Werte.«

Weiter sagte der frühere Box-Champion, er habe das Jüdische in seiner Familie »sehr spät entdeckt«. Sein Vater sei Kommunist gewesen, »und wenn du in sowjetischer Zeit Karriere machen wolltest und jüdische Vorfahren hattest, gab es keine Chance, nach oben zu kommen«. Aber jetzt wisse er, dass seine Großmutter jüdische Wurzeln gehabt habe.

Der jüdische Glaube habe jedoch in der Erziehung keine Rolle gespielt, so Klitschko: »Vater hat nie darüber geredet.« Auf die Frage, ob er jetzt manchmal in eine Synagoge gehe, sagte der Bürgermeister: »Nein. Na ja, ab und zu. Denn ich habe viele jüdische Freunde um mich herum.« kna

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