Mitschuld an Schoa

US-Berufungsgericht prüft erneut

Ein Bezirksgericht wird in der nächst niedrigeren Instanz entscheiden. Foto: Thinkstock

Ungarns Rolle während der Schoa beschäftigt amerikanische Richter. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtete, hat ein Berufungsgericht in Washington am Freitag entschieden, dass eine abgewiesene Klage von Schoa-Überlebenden und deren Angehörigen erneut zu prüfen ist.

Die Überlebenden hatten 2010 die Republik Ungarn und die ungarische Eisenbahn vor einem amerikanischen Gericht verklagt. Durch seine Rolle im Zweiten Weltkrieg sei Ungarn am Tod von mehr als 500.000 Juden mitschuldig, so der Vorwurf.

Das Bezirksgericht Washington wies die Klage 2014 mit der Begründung ab, ein Prozess sei mit dem Friedensvertrag, den die Alliierten 1947 mit Ungarn geschlossen haben, nicht vereinbar.

Immunität In der Entscheidung des Berufungsgerichts vom Freitag heißt es, der Friedensvertrag verleihe ungarischen Beamten in Gerichtsverfahren keine Immunität.

Der Fall geht jetzt zurück an die niedrigere Instanz, das Bezirksgericht. Dort muss man prüfen, ob es in Amerika zu einem Prozess kommen kann, bevor die Kläger nicht alle juristischen Möglichkeiten in Ungarn ausgeschöpft haben. ja

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