Kanada

Synagoge für Muslime

»Wir haben so viele Gemeinsamkeiten mit den Juden«, sagt Kenzu Abdella, der Vorsitzende der muslimischen Gemeinde. Vor der Masjid-Al-Salaam-Moschee Foto: dpa

In der ostkanadischen Stadt Peterborough (Provinz Ontario) versammeln sich die Muslime neuerdings zum Gebet in der Synagoge.

Wie die Canadian Jewish News berichteten, wurde die Masjid-Al-Salaam-Moschee nach den Pariser Terroranschlägen durch Brandstiftung schwer beschädigt. »Als ich davon hörte, fragte ich meine Vorstandskollegen, ob sie damit einverstanden seien, wenn wir die Muslime vorübergehend bei uns beten lassen«, sagte Larry Gillman, Präsident der Beth-Israel-Synagoge. Kanadier müssten doch zusammenhalten.

Gemeinsamkeiten Als Kenzu Abdella, der Vorsitzende der muslimischen Gemeinde, von dem Angebot hörte, sei er sehr überrascht gewesen – und habe kurz gezögert: »Können wir überhaupt dort beten?«, sei es ihm durch den Kopf gegangen, sagte er im Gespräch mit Journalisten.

Doch dann wurde ihm bewusst: »Wir haben so viele Gemeinsamkeiten mit den Juden. Manche Details unserer Gottesdienste ähneln einander, und wir lesen zum Teil dieselben Geschichten.« Inzwischen, betonte er, sei er der jüdischen Gemeinde sehr, sehr dankbar.

Manchmal könne eben selbst aus Bösem Gutes erwachsen, sagte Synagogen-Präsident Gillman. »Wir mögen unterschiedlichen Religionen angehören, aber in Zeiten wie diesen müssen wir zusammenstehen.« ja

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