Kanada

Synagoge für Muslime

»Wir haben so viele Gemeinsamkeiten mit den Juden«, sagt Kenzu Abdella, der Vorsitzende der muslimischen Gemeinde. Vor der Masjid-Al-Salaam-Moschee Foto: dpa

In der ostkanadischen Stadt Peterborough (Provinz Ontario) versammeln sich die Muslime neuerdings zum Gebet in der Synagoge.

Wie die Canadian Jewish News berichteten, wurde die Masjid-Al-Salaam-Moschee nach den Pariser Terroranschlägen durch Brandstiftung schwer beschädigt. »Als ich davon hörte, fragte ich meine Vorstandskollegen, ob sie damit einverstanden seien, wenn wir die Muslime vorübergehend bei uns beten lassen«, sagte Larry Gillman, Präsident der Beth-Israel-Synagoge. Kanadier müssten doch zusammenhalten.

Gemeinsamkeiten Als Kenzu Abdella, der Vorsitzende der muslimischen Gemeinde, von dem Angebot hörte, sei er sehr überrascht gewesen – und habe kurz gezögert: »Können wir überhaupt dort beten?«, sei es ihm durch den Kopf gegangen, sagte er im Gespräch mit Journalisten.

Doch dann wurde ihm bewusst: »Wir haben so viele Gemeinsamkeiten mit den Juden. Manche Details unserer Gottesdienste ähneln einander, und wir lesen zum Teil dieselben Geschichten.« Inzwischen, betonte er, sei er der jüdischen Gemeinde sehr, sehr dankbar.

Manchmal könne eben selbst aus Bösem Gutes erwachsen, sagte Synagogen-Präsident Gillman. »Wir mögen unterschiedlichen Religionen angehören, aber in Zeiten wie diesen müssen wir zusammenstehen.« ja

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 02.10.2026

Gespräch

Jüdische Stimme am Vatikan

Viktor Eichner vom Jüdischen Weltkongresses hat ein großes Ziel: sich für die jüdische Gemeinschaft einzusetzen – vor allem beim Heiligen Stuhl

von Sabine Kleyboldt  02.10.2026

USA

Jüdischer Stolz auf der New York Fashion Week

Zum ersten Mal war eine exklusiv jüdische Modenschau Teil des berühmten Events. Mit Modest Fashion, Abendkleidern und Bikinis

von Sophie Albers Ben Chamo  01.10.2026

Großbritannien

Dame Esther Rantzen mit 86 Jahren gestorben

Die Journalistin setzte sich für Kinder, Senioren und eine Legalisierung der Sterbehilfe ein

 01.10.2026

New York

Mamdani legt Antisemitismus-Plan vor, jüdische Organisationen üben scharfe Kritik

Das Konzept des Bürgermeisters blende den Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Juden in New York und antiisraelischer Propaganda bewusst aus, sagt einer der Kritiker

 30.09.2026

Kiew

85. Jahrestag: Selenskyj gedenkt ermordeter Kyjiwer Juden

Vor 85 Jahren besetzten deutsche Truppen die heutige ukrainische Hauptstadt. Sie ermordeten zehntausende Menschen. Präsident Selenskyj stellt bei einer Gedenkfeier den Bezug zur Gegenwart her

 30.09.2026

Fußball

Im Kreuzfeuer: Irischer Nationalspieler mit israelischer Mutter

Finn Azaz wurde für Irlands Nationalkader für die Länderspiele gegen Israel nominiert. Weil er eine israelische Mutter hat, soll seine Zukunft im irischen Team aber infrage stehen

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026

Interview

»Es ist beängstigend, wie sich die Geschichte wiederholt«

Evan Bernstein (51) ist seit Kurzem neuer CEO von B’nai B’rith International, der ältesten jüdischen Wohltätigkeitsorganisation. Um den wachsenden Antisemitismus zu bekämpfen, will Bernstein vor allem die lokale Vernetzung verbessern

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026