Los Angeles

Sega-Mitgründer David Rosen im Alter von 95 Jahren gestorben

Foto: picture alliance / Zoonar

David Rosen, einer der prägenden Köpfe der internationalen Videospielgeschichte und Mitgründer des japanischen Unternehmens Sega, ist tot. Wie amerikanische Medien berichten, starb Rosen im Alter von 95 Jahren. Der jüdische Unternehmer führte Sega von den 1960er-Jahren bis in die 1990er und spielte eine zentrale Rolle beim Aufstieg des Unternehmens vom Importeur mechanischer Spielautomaten zu einem der weltweit einflussreichsten Spielehersteller.

Rosen, ein ehemaliger Pilot der US-Luftwaffe im Koreakrieg, kam Anfang der 1950er-Jahre nach Japan und blieb auch nach Kriegsende im Land. Er erkannte früh die wirtschaftlichen Chancen im sich wiederaufbauenden Japan und gründete 1954 Rosen Enterprises. Zunächst importierte er Fotoautomaten aus den USA, um die steigende Nachfrage nach Ausweisdokumenten zu bedienen. Später folgten Flipper, Jukeboxen und andere münzbetriebene Geräte, die er in Kinos, Restaurants und Geschäften installieren ließ.

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1965 schloss sich Rosen Enterprises mit dem Unternehmen Nihon Goraku Bussan zusammen. Dessen Markenname »Service Games« wurde für das neue Gemeinschaftsunternehmen verkürzt – Sega war geboren. In den folgenden Jahren entwickelte sich Sega von einem Importeur zum eigenen Entwickler von Arcade-Spielen. Das Unternehmen machte sich mit elektromechanischen Automaten wie »Periscope« oder »Killer Shark« einen Namen und begann, eigene Spielhallen zu betreiben, um möglichst alle Bereiche der Wertschöpfung zu kontrollieren.

Als eine seiner größten Stärken galt Rosens Gespür für Talente. Ende der 1970er Jahre holte er Hayao Nakayama ins Unternehmen, der später Präsident von Sega Japan wurde und die Firma während ihrer erfolgreichsten Phase führte. In den 1980er-Jahren setzte Sega mit Arcade-Hits wie »Outrun«, »Space Harrier« oder »AfterBurner« neue Maßstäbe und prägte das moderne Image von Spielhallen. In den 1990er-Jahren festigte das Unternehmen mit Titeln wie »Virtua Racing« und »Virtua Fighter« seinen Ruf als technologischer Vorreiter.

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Parallel dazu drängte Rosen früh in den Markt für Heimkonsolen und forderte den damaligen Branchenführer Nintendo heraus. Zwar blieb Segas »Master System« in den USA hinter den Erwartungen zurück, wurde jedoch in Europa und Südamerika ein großer Erfolg. Mit der Mega Drive, die in den USA bewusst unter dem Namen »Genesis« auf den Markt kam, positionierte Rosen Sega gezielt als Marke für Jugendliche und junge Erwachsene. Legendäre Werbeslogans trugen maßgeblich zum Imagewechsel bei.

Rosen blieb bis 1996 in führenden Funktionen für Sega tätig. Auch wenn das Konsolengeschäft später unter dem Druck der Sony PlayStation ins Stocken geriet, behielt Sega seine Dominanz im Arcade-Bereich noch über Jahre hinweg. In Interviews sprach Rosen stets mit großer Wärme über seine Zeit in Japan und die Menschen, mit denen er gearbeitet hatte. Noch Jahrzehnte später, so erzählte er, sei er in Los Angeles auf der Straße von Fremden mit einem lauten »Sega!« begrüßt worden – ein Zeichen dafür, welchen bleibenden Eindruck er und sein Unternehmen in der Popkultur hinterlassen haben.

Geboren wurde David Rosen 1930 in Brooklyn. 1954 heiratete er die Japanerin Masako Fujisaki, mit der er eine Tochter adoptierte. Wie jetzt bekannt wurde, starb er bereits am 25. Dezember 2025 in seinem Haus in Hollywood Hills, einem Stadtteil von Los Angeles. im

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