Ghislaine Maxwell

Schwere Vorwürfe gegen Epstein-Partnerin

Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell Foto: imago

Ghislaine Maxwell

Schwere Vorwürfe gegen Epstein-Partnerin

In neu veröffentlichten Gerichtsunterlagen werden schwere Vorwürfe gegen die Ex-Partnerin von Jeffrey Epstein erhoben

 01.08.2020 23:09 Uhr

Im Skandal um den wegen Sexualverbrechen verurteilten Jeffrey Epstein hat ein mutmaßliches Opfer schwere Vorwürfe gegen dessen Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell erhoben. Die Dokumente, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, stammen aus einer Zivilklage von Virginia Giuffre (vormals Roberts) gegen Maxwell von 2015.

Darin beschuldigt Giuffre Maxwell, ebenfalls mit minderjährigen Frauen Sex gehabt zu haben. Auf die Frage »Mit wem hatte Ghislaine Maxwell Sex in ihrer Gegenwart?« antwortete sie: »Es waren viele Mädchen beteiligt«. Deren Namen kenne sie aber nicht.

Zudem wirft Giuffre - zur Tatzeit vor der Jahrtausendwende ebenfalls minderjährig - Maxwell in den Unterlagen vor, sie für den Missbrauch von Epstein und seinen Freunden gefügig gemacht zu haben.

»Sie ist diejenige, die mich regelmäßig missbraucht hat. Sie hat mich rekrutiert, mir gesagt, was ich tun soll, mich zur Sexsklavin ausgebildet, mich körperlich missbraucht, mich geistig missbraucht«, so Giuffre. Maxwell, die in den USA angeklagt ist, bestreitet die Vorwürfe. Viele Anschuldigungen aus der inzwischen beigelegten Zivilklage hatte Giuffre schon vorher geäußert, etwa in TV-Interviews.

Die 58-jährige Maxwell wurde Anfang Juli im US-Bundesstaat New Hampshire festgenommen. Ihr werden sechs Anklagepunkte vorgeworfen, darunter Verführung Minderjähriger zu illegalen Sexhandlungen und Meineid. Auf die Anklagepunkte, die sich auf die Jahre 1994 bis 1997 beziehen, stehen jeweils Höchststrafen von fünf bis zehn Jahren Gefängnis. Maxwell hatte Mitte Juli vor Gericht eine Beihilfe jedoch bestritten und auf »nicht schuldig« plädiert.

Die in der Nacht zum Freitag veröffentlichten Dokumente von Hunderten Seiten wurden von einer Richterin in New York gegen den Widerstand von Maxwells Verteidigern freigegeben. Sie enthalten Medienberichten zufolge auch E-Mails zwischen Epstein und Maxwell von 2015 - dies widerspricht der Aussage von Maxwells Anwälten vor Gericht, dass die beiden zu dieser Zeit keinen Kontakt mehr gehabt haben sollen. Einige Stellen in den Gerichtsunterlagen sind geschwärzt. Die Dokumente könnten noch durch Aussagen von Maxwell ergänzt werden, gegen deren Herausgabe ihre Verteidiger Einspruch eingelegt hatten.

Der einschlägig vorbestrafte amerikanische Geschäftsmann Epstein soll Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben. 2008 war er in dieser Sache einem Bundesverfahren entgangen, indem er eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft einging. Epstein bekannte sich damals teilweise schuldig und bekam eine milde Haftstrafe. 2019 wurde er in New York erneut angeklagt und nahm sich kurz danach in einer Gefängniszelle das Leben.

Maxwell stammt aus Großbritannien und ist das neunte Kind des Medienzaren Robert Maxwell und der französischstämmigen Holocaust-Forscherin Elisabeth Meynard. Auch der britische Prinz Andrew, der jahrelang mit Maxwell und Epstein bekannt war, soll in den Fall verwickelt sein. So sagte Giuffre, sie sei als 17-Jährige in den Jahren 2001 und 2002 drei Mal zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden. Der 60-Jährige bestreitet die Vorwürfe.

Der Fall um Epstein und Maxwell ist auch deshalb so brisant, weil die beiden in der amerikanischen High-Society gut verdrahtet waren. Epstein hatte zeitweise unter anderem auch ein enges Verhältnis zum ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und dem amtierenden Staatsoberhaupt Donald Trump. Auf Partys wurde er immer wieder mit Prominenten gesehen. dpa

Nachruf

Gloria Steinem: Ein Leben im Dienst der Gleichberechtigung

Die Journalistin und feministische Aktivistin starb im Alter von 92 Jahren. Mit ihrem Magazin »Ms.« veränderte sie den Blick auf Frauen nachhaltig

 04.09.2026

Schweiz

»Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen!«

Der neunjährige Nathan Hertig ist eines von 25 jüdischen Kindern des FC Hakoah Zürich, die die Profis des FC Zürich ins Stadion begleiten durften. Im Interview erzählt er von diesem Erlebnis

von Nicole Dreyfus  03.09.2026

Terezín 2050

Theresienstadt: Zwischen Gedenken und Weiterleben

Einst Habsburger Festung, dann NS-Ghetto, heute tschechische Kleinstadt: Terezín (Theresienstadt) ist Erinnerungsort und lebendige Stadt zugleich. Internationale Forscher suchen nach Perspektiven für den Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft

 03.09.2026

Ungarn

Jüdisches Leben nach Orbán

Die neue Regierung verspricht eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Judenhass – und Partnerschaft auf Augenhöhe

von György Polgár  03.09.2026

USA

Warum Punk so jüdisch ist

In New York fing es an. In London wurde es Modetrend. Aber was hat eigentlich Lenny Bruce damit zu tun?

von Sarah Thalia Pines  31.08.2026

Interview

»Die Lage der schwedischen Juden ist schrecklich«

Schwedens Bildungs- und Integrationsministerin Simona Mohamsson über den Davidstern und die Vermischung von Israel-Kritik und Antisemitismus

von Michael Thaidigsmann  31.08.2026

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Social Media

Prozess: Mark Zuckerbergs Meta will knapp 17 Milliarden Dollar zahlen

Das historische Verfahren zwischen Tech-Gigant Meta und fast allen US-Bundesstaaten gilt rechtlich nur für die USA. Doch es könnte auch globale Auswirkungen haben

 28.08.2026

Vereinte Nationen

Generalsekretär Guterres: UN-Sonderberichterstatter »völlig außer Kontrolle« in Bezug auf Israel

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat die extreme Einseitigkeit einiger UN-Sonderberichterstatter bezüglich des jüdischen Staates eingeräumt. Eine allgemeine Voreingenommenheit der UNO gegenüber Israel sieht er aber nicht

 28.08.2026