Stockholm

Schwedens Juden beruhigt über Wahlergebnis

In Schweden leben rund 15.000 Juden. Im Bild: die 1867 erbaute Große Synagoge von Stockholm Foto: dpa

Schwedens Juden atmen auf. Bei den Reichstagswahlen am Sonntag sind die rechtspopulistischen Schwedendemokraten mit 17,6 Prozent nur drittstärkste Kraft geworden, auch wenn ihr Stimmenanteil um knapp fünf Prozentpunkte gestiegen ist und die Partei das beste Ergebnis in ihrer Geschichte erzielt hat.

»Fast alle haben gedacht, die Schwedendemokraten bekommen mehr Stimmen«, sagte der Präsident des Rates der jüdischen Gemeinden in Schweden, Aron Verständig, im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen. »Es war zu befürchten, dass sie zweitstärkste Kraft im Land werden – doch dazu ist es glücklicherweise nicht gekommen.«

antisemitismus Der Gemeindevorsitzende hofft nun, dass das Land eine stabile Regierung bekommen wird, »die die Gefahr des Antisemitismus erkennt und gute Beziehungen zu Israel anstrebt. Das wäre aus meiner Sicht eine gute Regierung für uns Juden in Schweden.«

Bei der Wahl am Sonntag kamen die Sozialdemokraten auf 28,4 Prozent der Stimmen. Es war das schlechteste Ergebnis in mehr als 100 Jahren. Die konservativen Moderaten landeten mit 19,8 Prozent auf Platz zwei.

Der rot-grüne Block vor den Liberal-Konservativen hat eine knappe Mehrheit von zwei Mandaten. Noch nicht endgültig ausgezählt sind allerdings Zehntausende Briefwahlstimmen. Mit dem Wahlergebnis der drittstärksten Schwedendemokraten rückt auch Schweden politisch weiter nach rechts – jedoch nicht so stark wie andere EU-Länder. tok

Frankreich

Französisches Gericht: Antisemitismus kein Motiv für die Vergiftung jüdischer Familie durch Nanny

Ein Gericht in Versailles sieht Antisemitismus nicht als Motiv des Versuchs einer Nanny, ihre Arbeitgeber und deren Kinder zu vergiften

 19.04.2026

Spanien

Madrid ist raus

Premier Pedro Sánchez geriert sich und seine Anti-Israel-Politik seit dem 7. Oktober 2023 als vorbildlich. Das hat nun Folgen

von Michael Ludwig  19.04.2026

Iran

Iran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig

Keine 24 Stunden nach der Zusage des Iran, die Straße von Hormus zu öffnen, wurde sie wieder zurückgenommen.

 19.04.2026

Frankreich

43 Jahre nach Anschlag auf jüdisches Lokal: Verdächtiger Palästinenser ausgeliefert

Der Anschlag auf das »Chez Jo Goldenberg« in der französischen Hauptstadt am 9. August 1982 erschütterte das Land und seine jüdische Gemeinschaft schwer

 17.04.2026

New York

Die Tiger der Tora

Einst feierten jüdische Fußballclubs in der Bronx das Leben, und sogar Marilyn Monroe kickte den Ball. Schwarz-weiße Erinnerungen zur Einstimmung auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko

von Helmut Kuhn  16.04.2026

Ungarn

Wer ist Péter Magyar?

Viktor Orbán hat die Wahl verloren. Sein Nachfolger strebt weitreichende Veränderungen an. Doch bei vielen Themen setzt auch Magyar auf Kontinuität

von Michael Thaidigsmann  15.04.2026

Rom

Auch die »Trump-Flüsterin« Meloni fällt in Ungnade

Eigentlich gilt Italiens Ministerpräsidentin Meloni als Politikerin mit gutem Draht zu US-Präsident Trump. Nun attackiert er sie scharf. Der Schlagabtausch könnte für Meloni jedoch von Nutzen sein

von Robert Messer  15.04.2026

Statistik

Knapp 111.000 Holocaustüberlebende leben in Israel

Sie sind alt und sie werden weniger: Heute leben noch etwa 111.000 Holocaustüberlebende in Israel. Fast ein Drittel von ihnen ist über 90 Jahre alt, fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen

 15.04.2026

München/Budapest

Europäische Rabbiner gratulieren Magyar zum Wahlsieg in Ungarn

»Das ungarische Volk hat eine klare Entscheidung für Demokratie, für Erneuerung und für ein zukunftsorientiertes Ungarn getroffen«, sagt Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt

 15.04.2026