Italien

Renzo Gattegna im Alter von 81 Jahren gestorben

Renzo Gattegna (1939–2020)

Renzo Gattegna, langjähriger Präsident der Union jüdischer Gemeinden in Italien, ist im Alter von 81 Jahren am Dienstag in Rom gestorben. Das meldete das jüdische italienische Nachrichtenportal »Moked«.

AUSGEWOGENHEIT Staatspräsident Sergio Mattarella würdigte Gattegna für seine »Intelligenz, Höflichkeit und Ausgewogenheit«, mit der er sich an der Spitze des jüdischen Verbands engagiert habe. Gattegna stand den jüdischen Gemeinden über drei Mandate von 2006 bis 2016 vor.

Renzo Gattegna meldete sich immer wieder in politischen Fragen zu Wort.

Der in Rom geborene Jurist trat für eine plurale und dialogfähige Gesellschaft unter den Rahmenbedingungen eines religionsneutralen Staates ein. Dabei meldete er sich immer wieder in politischen Fragen zu Wort, etwa zum Umgang mit Italiens faschistischer Vergangenheit.

KRITIK Kurz nach einem Besuch von Papst Benedikt XVI. in der römischen Synagoge 2010 wandte sich Gattegna öffentlich gegen Kardinaldekan Angelo Sodano, weil Sodano Kritik an Benedikt XVI. wegen des kirchlichen Missbrauchsskandals mit der »Offensive gegen Pius XII.« nach dem Holocaust verglichen hatte. kna

Irland

Der Jahrhundertmann

Josef »Joe« Veselsky wuchs in der Slowakei auf, kämpfte gegen die Nazis, überlebte die Schoa und führte gleich zwei Tischtennis-Nationalteams an. Jetzt ist er mit 107 Jahren verstorben

von Michael Thaidigsmann  06.01.2026

Blumen und Kerzen sind als Zeichen des Gedenkens an die Opfer nach dem Brand in der Bar und Lounge »Le Constellation« in Crans-Montana.

Schweiz

Drittes jüdisches Mädchen tot

Bei der tödlichen Katastrophe im Nobelskiort Crans-Montana sind drei junge jüdische Frauen ums Leben gekommen

von Nicole Dreyfus  06.01.2026

Jerusalem

Gedenkstätte Yad Vashem verweigerte Selenskyj Rede

Kurz nach Kriegsbeginn in der Ukraine wollte Selenskyj in Yad Vashem sprechen. Aber durfte nicht. Der Gedenkstätten-Vorsitzende nennt nun dafür klare Gründe

 05.01.2026

Venezuela

Ist Nicolás Maduro jüdisch?

Immer wieder erklärte Maduro, sefardische Wurzeln zu haben. Die Geschichte zwischen dem Diktator und den Juden ist komplex

 05.01.2026

Nachruf

Anne Franks Stiefschwester Eva Schloss mit 96 Jahren gestorben

Mit ihrer Mutter überlebt sie Auschwitz – im Gegensatz zu ihrem Bruder und Vater, die dort ermordet werden. König Charles würdigt die Verstorbene

von Imanuel Marcus  05.01.2026

Portugal

Ende einer Rückkehr

Zehn Jahre lang konnten sefardische Juden, deren Vorfahren einst von der Iberischen Halbinsel vertrieben wurden, einen Pass beantragen. Nun soll Schluss sein

von Michael Ludwig  04.01.2026

Basel

Ein alt-neuer jüdischer Raum

Das wiedereröffnete Jüdische Museum Schweiz erstrahlt in frischem Glanz an einem anderen Ort

von Nicole Dreyfus  04.01.2026

Tschechien

Wiederentdeckung in Prag

Pavel Tigrid war Journalist und intellektueller Wortführer gegen das kommunistische Regime. Nun wurde er geehrt

von Kilian Kirchgeßner  04.01.2026

Schweiz

Opfer von Crans-Montana auch in Deutschland in Behandlung

Nach dem schweren Brand in einer Bar werden drei Verletzte in Stuttgart und Tübingen behandelt. Die Kliniken setzen auf spezialisierte Versorgung und halten sich mit Details zurück

 02.01.2026