Brooklyn

Randale in der Chabad-Zentrale

Die New Yorker Polizei nahm zehn Personen vorübergehend in Gewahrsam. Foto: Screenshot

Es sind ungewöhnliche Szenen, die sich am Montagmorgen in dem schmucken Gebäude am 770 Eastern Parkway im New Yorker Stadtteil Brooklyn abspielten. Rund ein Dutzend junger Männer, Angehörige der Chabad-Lubawitsch-Bewegung, sitzen in einem recht engen Tunnel, der in einer Synagoge endet, und weigern sich herauszukommen. Sie werden von zahlreichen anderen Juden angeschrien.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die herbeigerufene New Yorker Polizei muss eingreifen, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen und zu ermöglichen, dass der Tunnel wie geplant geschlossen werden kann. Nach Angaben der Nachrichtenseite »CrownHeights.info« nimmt die Polizei zehn Personen vorübergehend in Gewahrsam.

Auf einem Video ist zu sehen, wie mehrere orthodoxe Juden mit Kabelbindern gefesselt von Polizisten aus dem Gotteshaus geführt werden, unter dem Gebrüll der übrigen Anwesenden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auf anderen im Internet veröffentlichten Bildern gleicht die Synagoge einem Schlachtfeld. Eine Holzvertäfelung ist weggerissen. Hinter einer rund einen Meter hohen Betonmauer ist ein Hohlraum zu sehen, in dem mehrere junge Männer kauern. Es handelt sich um den Einstieg zu einem erst Anfang Dezember entdeckten Geheimgang, der anscheinend von einer ehemaligen Chabad-Mikwe ein paar Häuser weiter zur Synagoge hin gegraben worden war.

Das von vielen ehrfürchtig nur »770« genannte Gebäude diente einst als Wohnhaus von Rabbiner Joseph Isaac Schneersohn (1880–1950), auch bekannt als »Rebbe Rayatz«. In den 20er-Jahren war Schneersohn ein jüdischer Dissident in der Sowjetunion.

Aus dem nach Beginn des Zweiten Weltkrieges von Deutschen besetzten Warschau konnte er über Umwege in die USA fliehen, wo er im März 1940 eintraf. Er war sechstes Oberhaupt der Chabad-Bewegung, die mittlerweile ihr »World Headquarters« in »770« hat. Auch das siebente und bisher letzte Chabad-Oberhaupt Menachem Mendel Schneerson (1902–1994) arbeitete in diesem Haus.

https://twitter.com/FrumTikTok/status/1744495536462328078

Warum ausgerechnet zwischen der ehemaligen Mikwe, die ausweislich eines auf Instagram veröffentlichten Videos mittlerweile als Rumpelkammer benutzt wird, und dem Betsaal ein Tunnel gegraben wurde, ist bislang nicht klar. Seit einiger Zeit gibt es wohl Streit darüber, wer in der Synagoge das Sagen hat.

Ein Chabad-Sprecher erklärte auf X (ehemals Twitter), »Extremisten« hätten die vorübergehende Schließung des Gebäudes erzwungen, was für die Lubawitsch-Bewegung »sehr beunruhigend« gewesen sei. »Wir hoffen und beten, dass wir die Heiligkeit und den Anstand dieses heiligen Ortes schnell wiederherstellen können«, schrieb Rabbiner Motti Seligson.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Und auch ein wichtiger Funktionär der weltweit sehr aktiven chassidischen Bewegung, der 90-jährige Rabbiner Yehuda Krinsky, meldete sich mit einer Stellungnahme zu Wort. »Diese abscheulichen Taten werden untersucht, und die Heiligkeit der Synagoge wird wiederhergestellt werden«, erklärte der Vorsitzende der Chabad-Headquarters in 770 Eastern Parkway und dankte der New Yorker Polizei ausdrücklich »für ihre Professionalität und ihr Einfühlungsvermögen.« mth

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Nachruf

Trauer um Hollywood-Legende Arthur Cohn

Arthur Cohn war immer auf der Suche nach künstlerischer Perfektion. Der Schweizer Filmproduzent gehörte zu den erfolgreichsten der Welt, wie seine Oscar-Ausbeute zeigt

 12.12.2025

Meinung

Nemo unverbesserlich

Nemo gibt mit Rückgabe der ESC-Siegertrophäe auch Haltung ab. Statt Rückgrat zu zeigen, schwimmt das Schweizer Gesangswunder von 2024 im postkolonialen Strom mit

von Nicole Dreyfus  12.12.2025

Damaskus

Syriens Regierung erteilt erster jüdischer Organisation Lizenz

Mit Rabbiner Henry Hamras Stiftung »Jüdisches Erbe in Syrien« wird erstmals seit dem Ende der Assad-Dikatur wieder eine jüdische Organisation in dem arabischen Land aktiv sein

 11.12.2025

Museum

Auschwitz-Gedenkstätte zeigt neue Ausstellung

Mit einer neuen Ausstellung will die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau das Schicksal der Häftlinge des Konzentrationslagers zeigen

von Christiane Laudage  11.12.2025

USA

An der Columbia University war Theodor Herzl Antisemit

Ein Abschlussbericht zum Antisemitismus an der New Yorker Elite-Universität zeigt, wie tief die Israel- und Judenfeindlichkeit im Lehrplan verankert war

 11.12.2025

USA

Wer hat Angst vor Bari Weiss?

Sie gilt als eine der einflussreichsten konservativen Medienmacherinnen des Landes. Aber was will die neue Chefin von CBS News eigentlich?

von Sarah Thalia Pines  11.12.2025

Brigitte Macrons Ausfall gegen Aktivistinnen entfacht eine landesweite Debatte.

Frankreich

First Lady an Abittans Seite – und gegen Feministinnen

Brigitte Macrons Ausfall gegen Feministinnen wirft ein Schlaglicht auf Frankreichs Umgang mit Protest, sexueller Gewalt und prominenten Beschuldigten.

von Nicole Dreyfus  11.12.2025

Nachruf

Gebäude wie Jazzmusik

Frank Gehry hat die Architektur tanzen lassen – was auch mit seinem Judentum zu tun hatte

von Johannes Sadek, Christina Horsten  10.12.2025

Hollywood

»Stranger Things« trotzt Boykottaufrufen

Während Fans den Start der letzten Staffel des Netflix-Hits feiern, rufen Anti-Israel-Aktivisten zur Ächtung der Serie auf

von Sophie Albers Ben Chamo  10.12.2025