Geschichte

Polen ehrt Ordensfrau für Rettung jüdischer Kinder

Es gab auch in dunkler Zeit Menschen, die geholfen haben: Urkunden der Auszeichnung »Gerechte unter den Völkern« Foto: dpa

Für die Rettung von mehreren Hundert jüdischen Kindern vor dem Holocaust hat Polens Präsident Andrzej Duda die Ordensfrau Matylda Getter (1870–1968) geehrt. Ihr wurde am Mittwoch posthum das große Kreuz des Ordens der Wiedergeburt Polens verliehen, die zweithöchste zivile Auszeichnung des Landes.

Während des Zweiten Weltkriegs habe die damalige Oberin der Provinz der Franziskanerinnen der Familie Mariens mehr als 700 Kinder aus dem Warschauer Ghetto vor den deutschen Besatzern in Sicherheit bringen lassen, teilte die Präsidentenkanzlei mit.

Neben Getter zeichnete Duda zwei weitere Polen aus, deren Familien ebenfalls Juden halfen und sie vor den Besatzern versteckten. Anlass der Ordensverleihung war der 2018 eingeführte nationale Gedenktag für die polnischen Retter von Juden vor den Nationalsozialisten, der am 24. März begangen wird. 1944 hatten an dem Tag deutsche Soldaten eine polnische Familie im Dorf Markowa hingerichtet, die acht Juden in ihrem Haus versteckt hielt und retten wollte.

Duda betonte: »Wir werden mit absoluter Entschlossenheit gegen jeden Antisemitismus in unserem Land kämpfen.« Hass auf Juden dürfe niemals geduldet werden. kna

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