Florida

Orthodoxe Juden gegen Sommerzeit

August 2017 in Florida: Warten auf den Sonnenaufgang am Riviera Municipal Beach Foto: dpa

Die orthodoxe jüdische Gemeinde in Florida will den Gouverneur des US-Bundesstaates überzeugen, ein geplantes Gesetz zur Sommerzeit nicht zu unterschreiben.

Träte das vom Parlament in Florida mit überwältigender Mehrheit gebilligte Gesetz in Kraft, würde in Florida das ganze Jahr über die sogenannte »daylight saving time« gelten, bei der die Uhren eine Stunde vorgestellt werden. Grund für den Plan sind hauptsächlich Hoffnungen der Tourismus-Industrie, von einer zusätzlichen hellen Stunde am Abend für diverse Aktivitäten zu profitieren.

Wie die jüdische Zeitung »Vos Iz Neis« berichtete, bereitet die Zeitumstellung orthodoxen Juden aber große Probleme. Daher hätten Agudath Israel of Florida und deren Direktor, Rabbi Moshe Matz, bereits Kontakt mit dem Governor aufgenommen, um ihren Standpunkt zu erläutern. Das berichtete die Jewish Telegraphic Agency unter Berufung auf die Zeitung.

Amida Bestimmte Gebete wie die Amida können nicht nach Sonnenaufgang gesprochen werden, und auch Tefillin dürfen nicht später angelegt werden. Im Winter könnte die Amida daher frühestens um 8.05 Uhr gesagt werden – zu spät für Berufstätige und Eltern von schulpflichtigen Kindern.

Außerdem würde eine zusätzliche Stunde vor Sonnenuntergang am Samstagabend beträchtliche Einbußen für jüdische Geschäfte bedeuten, die erst nach der Hawdala ihre Türen öffnen. In mehreren Staaten der USA gilt bereits jetzt schon das ganze Jahr über die Sommerzeit. ag

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  01.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 01.10.2026

USA

Jüdischer Stolz auf der New York Fashion Week

Zum ersten Mal war eine exklusiv jüdische Modenschau Teil des berühmten Events. Mit Modest Fashion, Abendkleidern und Bikinis

von Sophie Albers Ben Chamo  01.10.2026

Nachruf

Esther Rantzen mit 86 Jahren gestorben

Die Journalistin setzte sich für Kinder, Senioren und eine Legalisierung der Sterbehilfe in Großbritannien ein

 01.10.2026

New York

Mamdani legt Antisemitismus-Plan vor, jüdische Organisationen üben scharfe Kritik

Das Konzept des Bürgermeisters blende den Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Juden in New York und antiisraelischer Propaganda bewusst aus, sagt einer der Kritiker

 30.09.2026

Kiew

85. Jahrestag: Selenskyj gedenkt ermordeter Kyjiwer Juden

Vor 85 Jahren besetzten deutsche Truppen die heutige ukrainische Hauptstadt. Sie ermordeten zehntausende Menschen. Präsident Selenskyj stellt bei einer Gedenkfeier den Bezug zur Gegenwart her

 30.09.2026

Fußball

Im Kreuzfeuer: Irischer Nationalspieler mit israelischer Mutter

Finn Azaz wurde für Irlands Nationalkader für die Länderspiele gegen Israel nominiert. Weil er eine israelische Mutter hat, soll seine Zukunft im irischen Team aber infrage stehen

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026

Interview

»Es ist beängstigend, wie sich die Geschichte wiederholt«

Evan Bernstein (51) ist seit Kurzem neuer CEO von B’nai B’rith International, der ältesten jüdischen Wohltätigkeitsorganisation. Um den wachsenden Antisemitismus zu bekämpfen, will Bernstein vor allem die lokale Vernetzung verbessern

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026

Vergessener Held

Die vielen Leben des Jack Boeki

Ein jüdischer US-Agent und die Naziverbrecher in Nürnberg

von Joachim Heinz  29.09.2026