Frankreich

Online-Tool gegen Antisemitismus

Foto: Getty Images

Mit einem neuen Online-Tool will der jüdische Dachverband in Frankreich (CRIF) gegen antisemitische Inhalte im Netz vorgehen. Wie die Zeitung »La Croix« (Samstag) berichtet, listet das Web-Observatorium für das vergangene Jahr 51.816 antisemitische Inhalte in Frankreich auf.

Der Inhalt sei in vier Kategorien unterteilt: 52 Prozent in Zusammenhang mit Stereotypen und Anschuldigungen, 39 Prozent in Zusammenhang mit Hass auf den Staat Israel, 38 Prozent mit Hass, Beleidigungen und Gewaltaufrufen und 13 Prozent mit Leugnung des Holocaust oder Rechtfertigung des Nationalsozialismus.

Inhalte Das Tool saugt nach Angaben des Rates nur öffentliche Inhalte und keine privaten Diskussionen durch ein System von Schlüsselwörtern an. Es konzentriere sich bislang ausschließlich auf Twitter, Facebook, YouTube, das Forum »Hardware« und die Website »reseauinternational.net«.

CRIF-Präsident Francis Kalifat zeigte sich besorgt. »Solch gewalttätige antisemitische Worte dürfen nicht online bleiben«, so Kalifat. Plattformen müssten gezwungen werden, hasserfüllte Inhalte binnen 24 Stunden zu entfernen, »wie dies auch im Gesetz gegen hasserfüllte Inhalte im Internet vorgesehen ist«. Der CRIF-Präsident setzt unter anderem auf eine Verhängung hoher Geldbußen, wenn die Anbieter diese Regeln nicht einhalten. kna

Meinung

Fertig Idylle!

Am Mittwoch sticht in der Winterthurer Innenstadt ein Mann auf vorbeilaufende Passanten ein und schreit »Allahu Akbar« – ein Weckruf für die Schweiz

von Nicole Dreyfus  28.05.2026

Warnung

Steven Spielberg will keine KI nutzen

Der Filmemacher sieht einen Platz für KI in der Medizin und in der Forschung.

 28.05.2026

Interview

»Das ist nicht normal«

Regina Sluszny überlebte die Schoa, weil sie von katholischen Belgiern versteckt wurde. Angesichts des Strafverfahrens gegen Mohalim fragt sich die Vorsitzende des jüdischen Dachverbands FJO, ob es für Juden in Belgien noch eine Zukunft gibt

von Michael Thaidigsmann  27.05.2026

Italien

Pride in Rom schließt jüdische LGBTQ-Organisationen aus

Die Organisatoren der Rome Pride Parade verbannen jüdische LGBTQ-Gruppen, die sich nicht von einem angeblichen Völkermord in Gaza distanzieren

von Nicole Dreyfus  27.05.2026

Antwerpen

Belgien: Empörung über Anklage gegen jüdische Beschneider

Wegen Anklagen gegen zwei jüdische Beschneider kritisieren jüdische Vertreter die belgischen Behörden scharf. Die European Jewish Association wirft der Staatsanwaltschaft vor, die Religionsfreiheit zu verletzen - Belgien weist dies zurück

von Marlene Brey  27.05.2026

New Jersey

Donald Newhouse mit 96 Jahren gestorben

Er war einer der einflussreichsten Medienmanager in den USA. Das Rampenlicht suchte er nur selten

 27.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Nachruf

Barney Frank mit 86 Jahren gestorben

Als liberale Stimme im Washingtoner Kongress prägte der jüdische Abgeordnete der Demokraten sowohl die Debatten über Finanzmarktregulierung als auch über die Rechte von Homosexuellen

 20.05.2026

Spanien

Mordverdacht: Sohn von Mango-Gründer festgenommen

Die Polizei in Katalonien hat Medienberichten zufolge den Sohn des Mango-Gründers und Philanthropen Isaak Andic festgenommen. Jonathan Andic war als einziger dabei, als sein Vater im Dezember 2024 einen Abhang hinunterstürzte

 19.05.2026