Wien

Österreichs Regierung mit neuer Strategie gegen Antisemitismus

Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung Christoph Wiederkehr (NEOS), Staatssekretär im Bundeskanzleramt Alexander Pröll (OeVP), Vizekanzler Andi Babler (SPÖ) und Präsident Oskar Deutsch (Israelitische Religionsgesellschaft) bei der Präsentation - Nationale Strategie gegen Antisemitismus im Bundesdenkmalamt Foto: picture alliance / Michael Indra / SEPA.Media / pic

Österreichs Regierung hat am Montag eine »Nationale Strategie gegen Antisemitismus 2.0« vorgestellt. Als Reaktion auf den starken Anstieg antisemitischer Vorfälle seit dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023 sollen bis 2030 insgesamt 49 Maßnahmen umgesetzt werden. Die Strategie baut auf einer Vorgängerregelung von 2021 auf.

Ein Fokus liegt auf der Bekämpfung von Antisemitismus im Netz. So sollen etwa durch Künstliche Intelligenz (KI) gestützte Systeme zum Aufspüren von Hate Speech im Internet sowie die Medienkompetenz gefördert werden. Teilnehmer von Integrationskursen erhalten verstärkte Wertevermittlung und müssen künftig eine »Erklärung gegen Antisemitismus« unterschreiben.

Zudem soll die Schaffung eines österreichischen Holocaust-Museums geprüft werden. Auch der Ausbau von Gedenkinitiativen, die wissenschaftliche Erfassung und Analyse antisemitischer Tendenzen sowie gezielte Maßnahmen gegen Diskriminierung im gesellschaftlichen Leben und im Sport sind geplant.

»Ein Meilenstein«

Die erste Strategie gegen Antisemitismus 2021 sei ein Meilenstein gewesen, sagte der zuständige Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) am Montag bei der Präsentation. Mit dem neuen Maßnahmenkatalog reagiere man auf eine neue Dimension an Antisemitismus.

Mehrere Maßnahmen betreffen den schulischen Bereich, darunter verpflichtende Präventionsmodule in Schulen und Lehramtsausbildung. Der liberale Bildungsminister Christoph Wiederkehr kündigte bereits für Dienstag eine neue »Handreichung zum schulischen Umgang mit antisemitischen Vorfällen« an. Auch Gedenkstättenbesuche sollen verstärkt gefördert werden.

»Ursprung: Hass«

»Wir werden alles daran setzen, dass Österreich ein Land ist, in dem jüdisches Leben sicher ist«, erklärte Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ). Die Formen von Antisemitismus unterschieden sich in ihrer ideologischen Ausgestaltung; »ihr Ursprung ist aber immer derselbe: Hass«.

Der Präsident der Israelitischen Religionsgesellschaft (IRG), Oskar Deutsch, verwies auf das aktuelle Gedenken an die Novemberpogrome 1938. Auch damals habe es »mit dem Wort, mit der Beleidigung, mit der Lüge, mit dem Gerücht über die Juden, mit Ausgrenzung und Boykotten«, begonnen. Er verwies auf jüngst vorgestellte Zahlen, wonach im ersten Halbjahr 726 antisemitische Vorfälle in Österreich gemeldet wurden. Die Terrorattacke vom 7. Oktober 2023 habe eine antisemitische Propagandamaschine anlaufen lassen, so Deutsch. kna

Demonstrierende schwenkten am Montag israelische und iranische Flaggen vor der israelischen Botschaft in Berlin und riefen „Danke, IDF!“.

Berlin

Zeichen gegen Teheran

Exil-Iraner demonstrierten vor Israels Botschaft in Berlin und drücken ihre Hoffnung auf einen Neuanfang aus

 03.03.2026

Elvis Presley

Der King of Rock ’n’ Roll trug einen Davidstern

Hollywoodregisseur Baz Luhrmann setzt dem Star ein episches Denkmal

von Stephen Tree  02.03.2026

Schweiz

Drohung gegen koscheren Supermarkt

In Zürich ist es am Samstagabend zu einem Großaufgebot der Polizei vor jüdischen Einrichtungen gekommen

von Nicole Dreyfus  01.03.2026

Deutschland

Warnung vor Terror-Gefahr in Deutschland wegen Iran-Krieg

Wegen des Krieges in Nahost rechnet der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, mit einer »gesteigerten Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland«

 01.03.2026

Israel

Netanjahu an Iraner: »Vollendet es«

Regierungschef Benjamin Netanjahu richtet sich mit einer Ansprache auf Farsi an die iranische Bevölkerung

 01.03.2026

Iran

Britischer Verteidigungsminister: »Iran verliert die Kontrolle über seine Kommandostrukturen«

Großbritannien beteiligt sich am Militäreinsatz gegen den Iran. Verteidigungsminister Healey warnt vor wahllosen iranischen Angriffen

 01.03.2026

Türkei

Exil-Iraner im Glück

Nach dem Tod Chameneis feiern Exil-Iraner in der Türkei die Möglichkeit ihrer Rückkehr. Doch schwingt auch Sorge mit

 01.03.2026

Iran

Iran bestätigt Chameneis Tod und droht mit Vergeltung

Die staatlichen Medien des Iran haben Chameneis Tod bestätigt. Die Angriffe gehen beidseitig weiter - auch auf Golfstaaten

 01.03.2026

»Brüllender Löwe«

Präventivschlag gegen Iran: Die Lage im Überblick

Nach dem gemeinsamen Angriff Israels und der USA auf den Iran reagieren die Behörden auf die erhöhte Sicherheitslage. Die Lage im Überblick

 28.02.2026 Aktualisiert