Niederlande

Niederlande öffnen Archiv über Nazi-Kollaboration der Öffentlichkeit

Anne Frank wurde ein Opfer der niederländischen Kollaboration mit den Nazis. Foto: picture alliance / Photo12/Ann Ronan Picture Librar

Am 2. Januar 2025 wird das zentrale Archiv der von den Niederlanden eingerichteten Sondergerichte zur Aburteilung von Nazi-Kollaborateuren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bisher waren die Informationen nur für Wissenschaftler, Betroffene und deren Nachkommen einsehbar.
Niederländische Familien werden die Möglichkeit haben, sich über die Geschichte ihrer Angehörigen während der Nazi-Besatzung der Niederlande zu informieren.

Lesen Sie auch

Das Kriegsarchiv enthält die Namen derer, die im Verdacht standen, während des Zweiten Weltkriegs mit der deutschen Besatzungsmacht zusammengearbeitet zu haben und deswegen nach dem Krieg vor Gericht standen. Die geplante Öffentlichmachung hat in der Gesellschaft für heftige Diskussionen gesorgt und wurde von der Regierung sogar vorübergehend aus Datenschutzgründen vorübergehend gestoppt. Das Nationalarchiv hat dagegen protestiert und auf den Ethikrat hingewiesen, der die Arbeit begleitet habe. Digital ist ein Viertel des Archivs über die Website des Nationalarchivs in Den Haag einschaubar.

Mehr als 75 Prozent der jüdischen Bevölkerung der Niederlande - etwa 103.000 Menschen - wurden von den Nazis mithilfe der Behörden und Teilen der Bevölkerung ermordet. Es wird erwartet, dass die Identität von Hunderttausenden niederländischer Bürgerinnen und Bürger, die mit den Nazis kollaborierten und neben anderen Verbrechen zur Ergreifung von Juden beitrugen, aufklärbar wird.

Der Krieg vor Gericht

Das Land hat einen langwierigen Aufarbeitungsprozess seiner düsteren Geschichte durchlaufen. Dazu gehörten die öffentliche Entschuldigung von König Willem-Alexander und die Eröffnung des Nationalen Holocaust-Museums in Amsterdam.

Die Datenbank mit dem Namen »Oorlog voor de Rechter« (Der Krieg vor Gericht) enthält die rund 485.000 Akten des Centraal Archief Bijzondere Rechtspleging (CABR). sal

Frankreich

Das Glück, wenn ich es will

Gérard Blitz und Gilbert Trigano gründeten einst den Club Méditerranée. Und eine Utopie der Gemeinsamkeit aus der Nachkriegszeit wurde zum Trend

von Mark Feldon  17.05.2026

Hollywood

Der unaufgeregte Glam der Zoë Kravitz

Die Tochter berühmter Eltern hat sich eine eigene Karriere aufgebaut – und ist stolz auf ihre afroamerikanischen und jüdischen Wurzeln

von Nicole Dreyfus  17.05.2026

Belgien

Uni-Rektorin: »Haben bereits viele Partnerschaften verloren«

Die Besetzer verlangen einen vollständigen Boykott Israels und wollen weitermachen - obwohl die Uni-Leitung ihnen nun erneut entgegenkam

von Michael Thaidigsmann  15.05.2026

Jewrovision 2026

Die Nervosität steigt …

Schon bald gehen die Scheinwerfer an und 600 jüdische Jugendliche aus ganz Deutschland werden ihre Showacts zum Besten geben

von Nicole Dreyfus  15.05.2026

Genf

Ronald Lauder warnt vor Entfremdung zwischen Israel und der Diaspora

»Wir müssen bestehende Risse reparieren, bevor es zu spät ist«, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

 15.05.2026

Nachruf

Mann mit Prinzipien

Ein halbes Jahrhundert lang stand »Abe« Foxman im Dienst der Anti-Defamation League, die Hälfte davon als ihr Chef. Nun ist der Schoa-Überlebende im Alter von 86 Jahren gestorben

von Michael Thaidigsmann  14.05.2026

Washington D.C.

Mehr als eine Million Dollar für Schutz jüdischer Einrichtungen in Los Angeles

Das Geld fließt ins Community Security Initiative Program. Das Projekt arbeitet mit jüdischen Einrichtungen zusammen und koordiniert Kontakte zu Sicherheits- und Rettungsbehörden

 12.05.2026

Jubilar

Architektur als Zeichen der Hoffnung - Daniel Libeskind wird 80

Das Jüdische Museum Berlin, der Masterplan für Ground Zero in New York: Für den Amerikaner ist Bauen Teil der Erinnerungskultur

von Sigrid Hoff  12.05.2026

Meinung

Wer definiert das Judentum?

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland verleiht dem messianischen Rabbiner Mark S. Kinzer die Ehrendoktorwürde. Das belastet das jüdische Verhältnis zu einem katholischen Partner

von Zsolt Balkanyi-Guery  12.05.2026