Italien

Neue Synagoge in Palermo

Blick auf Palermo Foto: dpa

Nun steht auch das Datum fest. Nachdem sich Vertreter der jüdischen Gemeinde von Palermo sowie der katholischen Kirche schon vor Monaten auf die Einrichtung eines jüdischen Gotteshauses in der Stadt geeinigt hatten, soll nun im kommenden Jahr endlich offizielle Eröffnung sein.

In den Räumen von Santa Maria del Sabato, einer schon seit geraumer Zeit nicht mehr benutzten Barock-Kirche aus dem 18. Jahrhundert, sollen ab 2018 jüdische Gottesdienste stattfinden.

Das Gebäude selbst befindet sich in dem Teil der Stadt, der vor der Vertreibung der Juden von der Insel im Rahmen der Inquisition vor mehr als 500 Jahren das jüdische Viertel und die große Synagoge beherbergte. Noch aber laufen die Umbau- und Renovierungsarbeiten auf Hochtouren.

initiative Das Projekt selbst geht zurück auf die Initiative von Evelyne Aouate, einer aus Algerien stammenden und in Paris aufgewachsenen Jüdin, die vor Jahren bereits Palermo zu ihrer neuen Heimat gemacht hatte, sowie von Rabbi Pierpaolo Punturello und der Organisation Shavei Israel. Ihren Sitz hat Shavei Israel in Jerusalem. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen, deren Vorfahren einst Juden waren und die zum Übertritt zu anderen Religionen gezwungen wurden, wieder den Weg zum Judentum zu öffnen.

Noch ist die Gemeinde in Palermo mit rund 70 Mitgliedern sehr klein. Doch immer mehr Sizilianer entdecken ihre jüdischen Wurzeln. Und die neue Synagoge soll ihnen dabei helfen.

Kommentar

Wenn das kein Antisemitismus ist, was dann?

Ein Mann wollte in Zürich eine Synagoge in Brand stecken. Der Täter gestand die Attacke. Er kam vor Gericht. Nun wurde er freigesprochen

von Nicole Dreyfus  04.05.2026

Frankreich

Mit einer Prise Antisemitismus in den Elysée?

Mit 74 Jahren nimmt Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon zum vierten Mal Anlauf auf das Präsidentenamt. Dabei operiert er gezielt mit antisemitischen und antiisraelischen Narrativen

von Michael Thaidigsmann  04.05.2026

Jubilar

Architektur als Zeichen der Hoffnung - Daniel Libeskind wird 80

Das Jüdische Museum Berlin, der Masterplan für Ground Zero in New York: Für den Amerikaner ist Bauen Teil der Erinnerungskultur

von Sigrid Hoff  04.05.2026

Howard Rossbach

Wanderer zwischen Ostküste und Oregon

Er ist Spross einer Familie bekannter Politiker und Bankiers. Doch seit 50 Jahren reüssiert der gebürtige New Yorker Howard Rossbach am anderen Ende Amerikas als Winzer. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  04.05.2026

Italien

Nächstes Jahr in Palermo

Über Jahrhunderte war das Judentum fester Bestandteil Siziliens. Dann wurde es mehr als 500 Jahre lang dem Vergessen preisgegeben. Die Geschichte einer Wiederentdeckung

von Mark Feldon  04.05.2026

Großbritannien

Regierung erwägt Einschränkungen bei israelfeindlichen Demonstrationen

Premierminister Keir Starmer verweist auf eine zunehmende Bedrohungslage für jüdische Gemeinden im Land. Insbesondere Parolen wie »Globalize the Intifada« müssten geahndet werden

 04.05.2026

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  03.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  02.05.2026

Großbritannien

Londoner Polizeichef: Beinahe »Pandemie« des Antisemitismus

Ein terroristisch motivierter Anschlag in den kommenden sechs Monaten gilt in der vierten von fünf Stufen nun als »sehr wahrscheinlich«

 01.05.2026