Nach der tödlichen Katastrophe in einer Bar im Schweizer Skigebiet Crans-Montana werden nach wie vor drei jüdische Personen vermisst. Dies geht aus verschiedenen Meldungen hervor, unter anderem auch aus israelischen Quellen. Insgesamt kamen bei dem Feuer, das in der Silvesternacht gemäß Informationen der Walliser Polizei gegen 1 Uhr 30 am Morgen ausgebrochen war, rund 40 Menschen ums Leben, mindestens 115 weitere wurden verletzt. Die Ursache der Brandexplosion ist nach wie vor unklar und wird weiterhin ermittelt.
Zur Unterstützung der Bergungs- und Identifizierungsarbeiten ist die israelische Such- und Rettungsorganisation ZAKA in die Schweiz geflogen. Die Organisation ZAKA hat eigens ein Team aus ihrer internationalen Niederlassung entsandt, um bei der Bergung zu helfen. Ein Sprecher der Organisation erklärte gegenüber der NZZ, man suche gezielt nach drei jüdischen Vermissten, stehe jedoch selbstverständlich für die Bergung und Identifizierung aller Opfer zur Verfügung.
ZAKA ist auf Einsätze nach schweren Unglücken, Explosionen und Terroranschlägen spezialisiert. Der letzte Auslandseinsatz der Organisation fand Mitte Dezember 2025 in Australien nach dem Angriff am Bondi Beach statt.
Chabad-Betlokal im gleichen Komplex
Im gleichen Gebäudekomplex, in dem das Feuer ausgebrochen war, befindet sich ein Betlokal von Chabad Lubawitsch. Wie aus Informationen der lokalen jüdischen Gemeinde hervorgeht, blieb der Gebetsraum vom Feuer verschont. Anfänglich gab es laut lokalen Berichten Befürchtungen, dass das Feuer gezielt die jüdische Gemeinde getroffen haben könnte.
Diese Annahmen haben sich jedoch im Laufe des Tages nicht bestätigt. Die Walliser Behörden betonten, dass von einem tragischen Unfall ausgegangen werde. Es sei kein terroristischer oder antisemitischer Hintergrund erkennbar. Der Nobelskiort in den Walliser Bergen ist auch bei jüdischen Touristen aus dem In- und Ausland sehr beliebt.
Staatspräsident Herzog bot Schweiz Unterstützung an
Nach der Tragödie in Crans-Montana rief der israelische Staatspräsident Isaac Herzog den Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin an. Herzog bot den Schweizer Behörden jegliche israelische Unterstützung an, wie dem Post des israelischen Staatspräsidenten auf X zu entnehmen ist. Herzog betonte, dass Israel »über langjährige Erfahrung und fortgeschrittene Fähigkeiten im Auffinden und Identifizieren von Brandopfern sowie in der Behandlung von Brandverletzten« verfüge, die es insbesondere seit dem 7. Oktober bei Notfällen und Katastrophen erworben habe.
Der Schweizer Bundespräsident soll Herzog für den Anruf und das Hilfsangebot gedankt haben. Er unterstrich die Schwere der Ereignisse und schilderte die laufenden Bemühungen der Rettungskräfte und Behörden vor Ort sowie die Unterstützung aus Nachbarländern wie Frankreich und Italien. »Präsident Parmelin merkte an, dass das Schweizer Außenministerium angewiesen wurde, bei Bedarf mit der israelischen Botschaft in der Schweiz in Kontakt zu bleiben«, heißt es im Post Herzogs.
Wie am Abend bekannt wurde, sollen noch mindestens 80 der 115 verletzten Personen in einem kritischen Zustand sein. In verschiedenen Krankenhäusern der Schweiz, unter anderem in Genf, Lausanne, Bern und Zürich werden derzeit die Opfer der Brandkatastrophe behandelt. Laut der ARD-»Tagesschau« soll zudem eine weitere verletzte Person nach Stuttgart ausgeflogen werden.
Zu den genauen Identitäten bzw. verschiedenen Staatsangehörigkeiten wurden bislang noch keine genauen Aussagen gegenüber der Öffentlichkeit gemacht. »Wir haben grobe Zahlen, aber lassen Sie uns erst das genau abklären und dann werden wir uns zuerst an die Familien melden«, erklärte der Polizeipräsident der Walliser Kantonspolizei anlässlich einer Medienkonferenz am späten Nachmittag. ja
Für Familien und Angehörige wurde eine Helpline eingerichtet: 0848 112 117.