Großbritannien

Labour Party wirft Bruder von Sacha Baron Cohen raus

Demonstration gegen Labour-Chef Keir Starmer 2021 Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Ein Bruder des Schauspielers Sacha Baron Cohen ist wegen linksradikaler Aktivitäten aus der britischen Labour Party ausgeschlossen worden. Amnon Baron Cohen bestätigte der Nachrichtenseite »Jewish News«, dies sei wegen seiner Mitgliedschaft in der trotzkistischen Gruppierung Militant erfolgt, die mittlerweile als »Socialist Party« firmiert.

Der Informatiker war bislang Mitglied in einem Labour-Ortsverband im Londoner Norden. Er hatte jedoch vor wenigen Tagen vor dem Parlamentsgebäude die Zeitung »The Socialist« verkauft. Amnon ist einer von zwei Brüdern des Schauspielers und Filmproduzenten Sacha Baron Cohen, der durch die Figuren Ali G., Brüno und Borat sowie die Rolle als israelischer Spion Eli Cohen einem Publikum weltweit bekannt wurde. Amnon Baron Cohen sagte der »Jewish News«, sein Parteiausschluss sei »großartig«, weil er nun nicht mehr an langweiligen Parteisitzungen teilnehmen müsse.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Amnon Baron Cohen galt in der Vergangenheit als Unterstützer des mittlerweile geschassten Parteichefs Jeremy Corbyn. Vor ein paar Tagen verteilte er laut »Jewish News« Flugblätter auf Englisch und Hebräisch, in denen zum Protest gegen die Netanjahu-Regierung in Israel aufgerufen und die Massendemonstrationen gegen eine angebliche »kapitalistische Regierung der ultranationalistischen Siedlereiferer« unterstützt wurden.

SOZIALISMUS Er trete für einen »sozialistischen israelischen Staat« ein, erklärte Baron Cohen. Die einzige Möglichkeit, die Israels Sicherheit zu sichern, sei »ein sozialistisches Israel an der Seite eines sozialistischen Palästinas«. Er kritisierte nicht nur die Netanjahu-Regierung als »rassistisch«, sondern nannte auch die Palästinenserführung »korrupt«

In den 70er und 80er Jahren versuchte die trotzkistische Militant-Bewegung, die Labour Party zu unterwandern, indem zahlreiche ihrer Mitglieder eintraten und Parteiämter übernahmen. Unter dem Vorsitz von Neil Kinnock wurde der Einfluss von Militant bei Labour dann zurückgedrängt. Mittlerweile gibt es einen Unvereinbarkeitsbeschluss.

Der amtierende Parteichef Keir Starmer hatte Anfang der Woche einen Beschluss des Labour-Vorstands herbeigeführt, dass Starmer-Vorgänger Corbyn, der die Partei von 2016 bis 2020 geführt hatte, bei den nächsten Unterhauswahlen nicht mehr für Labour in seinem Londoner Wahlkreis Islington antreten darf. Corbyns Amtszeit als Parteivorsitzender war von Antisemitismusskandalen überschattet.

Am Mittwochabend trat Starmer bei einem Gala Dinner des Community Security Trust der jüdischen Gemeinschaft in London auf und dankte den Anwesenden für die Unterstützung: »Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um vielen Menschen in diesem Raum in aller Bescheidenheit zu sagen: Danke, dass Sie mir die Zeit und den Raum gegeben haben, den Antisemitismus in meiner Partei anzusprechen.« mth

Nachruf

»Grey’s Anatomy«-Star Eric Dane im Alter von 53 Jahren gestorben

Nach Angaben seiner Familie erlag er Komplikationen infolge seiner ALS-Erkrankung

 20.02.2026

Meinung

Königliches Versagen im Kulturbetrieb

Das renommierte Reina-Sofía-Museum in Madrid setzt eine Schoa-Überlebende vor die Tür. Die Existenz des Juden wird zur Provokation, die Befindlichkeit des Antisemiten zum schützenswerten Gut. Spanien ist verloren!

von Louis Lewitan  19.02.2026

Pilot Adam Edelman (links) und Bremser Menachem Chen auch Israel, was noch keinem israelischem Bob-Team vor ihnen gelang: eine Olympia-Qualifikation ohne Trainer

Winterspiele

RTS entschuldigt sich für Olympia-Kommentar

Ein Live-Kommentar über den israelischen Bobfahrer Adam Edelman sorgte für Empörung – nun entschuldigt sich RTS und spricht von einem »unangemessenen Format«

von Nicole Dreyfus  19.02.2026

Belarus

Die Kushner-Karte

Alexander Lukaschenko sucht die Nähe zu den USA und gibt sich philosemitisch

von Alexander Friedman  18.02.2026

Antisemitismus

In Andorra wird zum Karneval eine Israel-Puppe hingerichtet

In dem kleinen Fürstentum in den Pyrenäen wurde beim Karneval einer Puppe mit Davidstern der Prozess gemacht - die jüdische Gemeinschaft ist empört

 18.02.2026

Meinung

Eklat im Schweizer öffentlich-rechtlichen: Das RTS und der Israelhass

Der eigentliche Skandal ist die Rechtfertigung des öffentlich-rechtlichen Senders. Eine Rundfunkanstalt sollte ihre publizistischen Leitlinien immer einhalten und auch bei Israel keine Ausnahme machen.

von Nicole Dreyfus  17.02.2026

Der israelische Bobfahrer Adam Edelman nimmt die Hasstiraden gegen seine Person gelassen und will sich auf den Wettkampf konzentieren.

Olympische Winterspiele

Sender verteidigt »Genozid«-Kommentar, nimmt ihn aber offline

Die politischen Einordnungen eines Schweizer TV-Kommentators bei der Abfahrt des israelischen Bobfahrers Adam Edelman sorgen für Debatten. Der Sender verteidigt sich, der Sportler sieht es gelassen

 17.02.2026

Brüssel

Streit um Beschneider: US-Botschafter nennt Belgien »antisemitisch«

In mehreren X-Posts griff Bill White die belgische Regierung scharf an, die wiederum sich die Einmischung verbat. Hintergrund ist ein Strafverfahren gegen drei Mohelim in Antwerpen

von Michael Thaidigsmann  17.02.2026

Boston

Dokumentarfilm-Pionier Frederick Wiseman gestorben

»Dokumentarfilme sind wie Theaterstücke, Romane oder Gedichte – sie haben keine messbare soziale Nützlichkeit«, sagte der Verstorbene einst. Er wurde 96 Jahre alt

 17.02.2026